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Opelaner im Ruhr-Congress

Belegschaft verließ Betriebsversammlung

BOCHUM Sie wollten Klarheit und bekamen sie nicht: Bochums Opelaner verließen am Samstag enttäuscht und aufgebracht die Versammlung des Betriebsrats

Belegschaft verließ Betriebsversammlung

An der Straße bezogen die empörten Opelaner nach dem vorzeitigen Ende der Betriebsversammlung noch einmal Stellung, um ihrem Ärger noch einmal Luft zu machen

„Dafür ist uns unsere Zeit zu schade.“ Mit diesen Worten erklärte Rainer Einenkel das vorzeitige Ende der Betriebsversammlung der Opelaner am Samstagmorgen im Ruhr-Congress. Nachdem Einenkel für den Betriebsrat gesprochen hatte und viele bei der anschließenden Aussprache zu Wort gekommen waren, verließen die Opel-Mitarbeiter den Saal. Zuvor hatten sie von der Geschäftsleitung gefordert, klare Ansagen und konkrete Ideen für den Erhalt des Standortes Bochum auch über 2016 hinaus vorzubringen. Als Karl-Friedrich Stracke deutlich machte, dass er in dieser Hinsicht nichts sagen würde, strömten die aufgebrachten Opelaner ins Freie. „Niemand wollte Ausflüchte, dieses Wischi-Waschi hören“, fasst Betriebsratvorsitzender Einenkel die Stimmung der Belegschaft zusammen.

Schon vor der Versammlung zeigten die gefrusteten Mitarbeiter Flagge. Auf Initiative von „Basta!“, dem Zusammenschluss der Opelanerfrauen und Familien, gab es vor Beginn eine Kundgebung. Dabei zeigten sich auch der Frauenverbund „Courage“ und die Plattform der Einheit der Arbeiter und für Freundschaft der Völker „Bir-Kar“ solidarisch mit der Opel-Belegschaft. Der Tenor war eindeutig: Der Standort Bochum muss erhalten bleiben, weiterer Verzicht auf Lohnerhöhungen sei nicht hinnehmbar. Doch die Stimmung blieb zunächst gedrückt, viele Protestschilder der Aktion lehnten ungenutzt an den Säulen. Eine Hand voll ließ sich davon jedoch nicht beirren und harrte vor dem Ruhr-Congress aus, unter ihnen Monika Gärtner-Engel.Während ihre Tochter, Mitglied des Betriebsrats bei Opel, im Saal saß, machte sie ihrem Unmut Luft: „Die bisherigen Zusagen reichen einfach nicht“, erklärt die besorgte Mutter. „Unsicherheit, Zukunftsangst – das bedrückt die ganze Familie. Die Opelaner verzichten seit Jahren. Auf Sicherheit, auf verdiente Lohnerhöhungen. Das muss aufhören.“ Auch Ex-Opelaner Ulrich Schreyer zeigte sich solidarisch mit der aktuellen Opel-Belegschaft: „Wir müssen Geschlossenheit und Präsenz zeigen, davor fürchtet sich die Chefetage.“

Regierte vor Beginn noch etwas die Zurückhaltung, schlug die Stimmung um, nachdem die angereisten Chefs sich nicht in der Lage sahen, Garantien für die Arbeitsplätze in Bochum zu liefern. Geschlossen verließen die Opelaner den Saal, ließen die Geschäftsleitung einfach stehen. Viele von ihnen blieben noch vor dem RuhrCongress, um ihrem Ärger Luft zu machen. „Wir sind nicht bereit Ruhe zu geben und den Tod auf Raten für das Bochumer Opelwerk hinzunehmen“, erklärte Betriebsratmitglied Annegret Gärtner-Leymann. „Die Belegschaft steht geschlossen als Einheit.“ Und sie ist bereit, für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen.

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