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Betrügerin fällt Stein vom Herzen

BOCHUM "Sie sind ein Schatz". Solch ein Kompliment, wie es gestern von einer Angeklagten zu hören war, kommt vor Gericht eher selten vor. Noch dazu war es an die Staatsanwältin gerichtet. Die angeklagte Frührentnerin musste sich vor dem Bochumer Amtsgericht wegen Betruges verantworten. Sie hatte zwei Rechnungen ihrer Ärzte nicht bezahlt. Schaden: 537 Euro.

Mit einer Pension von 1136 Euro kam die Frau offenbar nicht zu Rande. Immer wieder drückten sie Geldsorgen. Das große Dilemma der 55-jährigen Bochumerin war dabei ihre private Krankenversicherung. Diese bezahlte zwar ordnungsgemäß die Arztrechnungen, doch zunächst landete das Geld auf dem Konto der Bochumerin. In ihrer Finanznot verbrauchte diese es aber für andere Zwecke - und die Ärzte hatten das Nachsehen. So blieben unter anderem Rechnungen von Ende 2005 unbezahlt.

Vor der Strafverhandlung hatte die bisher unbescholtene Frau gestern große Angst. "Ich habe starke Magenschmerzen", sagte sie gleich zu Beginn des Prozesses. Als sie dann den Antrag der Staatsanwältin von 600 Euro Geldstrafe (60 Tagessätze) hörte, fiel ihr ein großer Stein vom Herzen. "Ich möchte mich einfach nur bedanken", sagte sie erleichtert.

Das Urteil entsprach schließlich der Forderung der Staatsanwaltschaft. Dennoch mahnte der Vorsitzende Richter: "Denken sie daran, dass sie nur das machen, was sie auch bezahlen können." Inzwischen ist die 55-Jährige zwar zu einer gesetzlichen Krankenversicherung gewechselt, ihre Schulden hat sie aber, wie sie selbst einräumte, nicht im Griff. Auf die Frage ob sie einen Überblick habe, sagte sie schlicht: "Nein."

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