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Gnadenfrist bis 2016

Bochumer Werk wird nach Ende der Zafira-Produktion geschlossen

BOCHUM Die Tage des Bochumer Opelwerkes scheinen jetzt endgültig gezählt. Wenn die aktuelle Zafira-Produktion am Standort ausläuft, sollen die Werkstore für immer geschlossen werden. Wann das sein wird, ist noch völlig unklar. Auf gar keinen Fall jedoch bereits 2015. Ein eher schwacher Trost.

Sechs Schließungsbeschlüsse gab es in den vergangenen Jahren bereits für das Standort tief im Westen. Sechsmal verschwanden sie in den Schubladen. Jetzt scheint das „Aus“ besiegelt, auch wenn es spontan erste Durchhalteparolen gibt. In wohl formulierten Worten hatte die Pressestelle des Konzern gestern Nachmittag mitgeteilt, dass für Bochum nach dem Auslaufen des jetzigen Zafira „keine weitere Produktallokation für Bochum“ vorgesehen ist. In klaren Worten bedeutet das nichts anderes als eine Schließung mit Ansage.

Der Konzern versucht sie positiv darzustellen. Denn das Werk würde nicht „wie allgemein erwartet Anfang 2015“ geschlossen. In der kommenden Woche wollen Geschäftsleitung, IG Metall und Betriebsräte der deutschen Standorte weitere Gespräche führen, um eine „umfassende Vereinbarung zu treffen.“ Erklärtes Ziel sei es, die Kosten zu reduzieren. Zudem soll die Abhängigkeit von Importfahrzeugen und -komponenten verringert werden..

„Dies könnte auch die Produktion von Fahrzeugen anderer Marken in den europäischen Werken beinhalten. Außen vor scheint dabei das Bochumer Werk. Auch wenn intern noch nicht alle Hoffnung begraben worden ist. „Wir haben Zeit gewonnen“, war am Bochumer Standort zu hören. Jetzt sei Wirtschaftskrise. Aber irgendwann gehe es wieder aufwärts. Ob das Werk davon profitieren kann erscheint allerdings eher fraglich..

Zu festgezurrt scheint das Paket, das gestern Nachmittag nach langen internen Verhandlungen geschnürt wurde. Danach wird in den kommenden Gesprächen über die Auslastung der Standorte Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserlautern verhandelt. „Sowie über die Zukunft der Bochumer Werke.“ Die Luft scheint dabei sehr dünn. Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke betonte gestern: „Wir müssen auf eine langfristig positive Entwicklung unseres Geschäfts in Deutschland hinarbeiten..

Opel muss sein Geschäft so gestalten, dass wir auch in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig profitabel sind. Bei einem erwarteten Rückgang des Automobilmarktes in Europa um 20 Prozent im Vergleich zu 2007 wäre es unverantwortlich, jetzt nicht zu handeln.“ Damit scheint gerade vor der Verlagerung des Astra-Produktion nach Polen und England klar: Opel Bochum hat nur noch eine Perspektive bis 2016.

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