Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Ärger über Reiterinnen im Naturschutzgebiet

Reitwege

Das Reiten auf Feldern und in Wäldern ist im Kreis Recklinghausen nicht erlaubt. Auf öffentlichen Straßen hingegen schon. Auch nach einer neuen Regelung bleibt das so. Und manchmal gibt es dann Ärger.

Henrichenburg

von Matthias Stachelhaus

, 11.07.2018
Ärger über Reiterinnen im Naturschutzgebiet

Ärger gab es am vergangenen Freitag zwischen zwei Reiterinnen und einem Jagdpächter kurz hinter dieser Kreuzung an der Stadtgrenze in Henrichenbrug. Beide Parteien sahen die Situation ganz unterschiedlich. © Franz Rüping

Leser Franz Rüping ist sauer. Am vergangenen Freitag seien seine Nichte und eine Bekannte ausgeritten. Die Route führte an der Stadtgrenze zwischen Castrop-Rauxel und Datteln entlang, vorbei am Windrad Becklem in Richtung Suderwich. Unterwegs gewesen seien sie auf einem öffentlichen Feldweg. Einer Straße, auf der auch Autos fahren dürfen. Als die beiden Reiterinnen die Horneberger Straße überquerten, wurden sie, so Rüping, zunächst von einem Auto überholt, das dann kurz vor den beiden Reiterinnen anhielt.

Der Fahrer sei ausgestiegen, habe die beiden Frauen hart angefahren, dass das Reiten hier verboten sei. Er sei der Jagdpächter vor Ort und es handele sich um ein Naturschutzgebiet. An der zuvor passierten Kreuzung stehe ein entsprechendes Schild. „Wir waren aber auf einer öffentlichen Straße unterwegs“, sagt eine der Reiterinnen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, auf Nachfrage. Ihr Tier habe gescheut, sie seien dann weitergeritten und auf den nächsten Feldweg abgebogen. „Zum Glück wurden wir nicht weiter verfolgt.“

Reiten auf Äckern verboten

Der Jagdpächter, auch er möchte nicht namentlich erwähnt werden, hat einen anderen Blick auf den Vorfall: „Die beiden Reiterinnen waren nicht auf der Straße, sondern auf einem abgeernteten Getreidefeld daneben unterwegs“, sagt er. Das sei wie das Reiten im Naturschutzgebiet gegenüber verboten. Auch hätte er vergeblich nach der Nummer der Pferde gefragt. Gemeint ist hier die Reiterplakette, die jedes Pferd beim Ritt in freier Landschaft tragen muss. Meist wird sie am Zaumzeug befestigt.

„Wenn beide Frauen mit ihren Pferden auf der Straße geritten sind und die Tiere die Plakette getragen haben, hat es kein Fehlverhalten gegeben“, sagt Jochem Manz, Sprecher des Kreises Recklinghausen auf Nachfrage der Redaktion. Auf öffentlichen Wegen ist das Reiten gestattet.

Verwirrung seit Jahresbeginn

Das Naturschutzgebiet Becklemer Busch werde durch die Straße begrenzt. „Der Zusatz unter dem Schild (siehe Bild Anm. der Red.) ist nicht auf die Straße zu beziehen“, so Manz.

Ärger über Reiterinnen im Naturschutzgebiet

© Franz Rüping

Einige Verwirrung habe es da seit Jahresbeginn gegeben. Verabschiedet im November 2016, trat zum 1. Januar 2018 das neue Naturschutzgesetz des Landes in Kraft. Seitdem ist das Reiten auf allen geeigneten – das heißt festen beziehungsweise naturfesten Wegen – erlaubt.

Der Kreis Recklinghausen hat allerdings von einer Allgemeinverfügung Gebrauch gemacht. Die ermöglicht es Städten und Kreisen, bislang bestehende Regelungen beizubehalten, sofern die betroffenen Gebiete stark von Fußgängern, Radfahrern oder Hundebesitzern genutzt werden. Dann dürfen Städte und Kreise nach Anhörung von Waldbesitzern, Reiterverbänden, Forstwirtschaftsbehörde und anderen von der Regelung Betroffenen, Reitwege weiter wie bisher beschränken.

Lesen Sie jetzt

WhatsApp-Nachrichten für Castrop-Rauxel

Kostenloser Service der Ruhr Nachrichten

Zehntausende Menschen in Castrop-Rauxel nutzen WhatsApp. In der beliebten App gibt es jetzt auch die Nachrichten der Ruhr Nachrichten: täglich das Wichtigste der Europastadt. Hier können Sie sich für

Anzeige