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Ansturm auf erweitertes Online-Rollenspiel

CASTROP-RAUXEL Lange Schlangen zur Geisterstunde. Der Mitternachtsverkauf einer Erweiterung des Online-Rollenspiels „World of Warcraft“ führte in der Nacht zu Donnerstag zu einem Ansturm auf den Media Markt. 1500 Spiele wurden verkauft.

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Oliver hat gleich doppelt vorgesorgt, wenn sein kleiner Bruder sich in Latein bessert, bekommt er auch das Spiel.

Auch Tim hat es geschafft. Das warten hat sich gelohnt. Da er der erste in der Schlange war, durfte er sich die große Pappschachtel mitnehmen.

Acht Uhr abends an der Siemensstraße. Die Türen werden geschlossen und die letzten Kunden machen sich auf den Weg ins warme Zuhause. Doch nicht alle. Zwei Jungs sitzen bereits seit einer halben Stunde dick angezogen in Klappstühlen vor dem Haupteingang. Es sind Tim und Oliver. Beide wollen heute noch ein Computerspiel kaufen.

Sie heißen Delania und Vyre, und führen nur ein virtuelles Dasein. Es sind die Charaktere von Tim und Oliver, mit denen sie in einem Computerspiel Abenteuer erleben austragen. World of Warcraft (Welt der Kriegskunst) heißt das Spiel, das weltweit von über zehn Millionen Spielern gespielt wird. Über vier Jahre hat das Spiel bereits hinter sich. Eigentlich schon ein alter Hut. Doch die Spieler wollen immer noch neue Abenteuer erleben. 

Daher veröffentlicht der Entwickler bereits zum zweiten Mal eine Erweiterung, die neue Aufgaben in die Welt und ihm weiter viel Geld in die Kasse bringen soll. Tim und Oliver harren aus. Vier Stunden müssen sie mindestens noch warten. Tee, Brötchen, Chips und eine Decke haben sie vorsorglich mitgebracht, um sich gegen die frostigen Temperaturen zu schützen. Bei der letzten Verkaufsaktion ging Tim leer aus. Damals ist der 16-Jährige zu spät gekommen. Diesmal geht er auf Nummer sicher.

Kritiker sehen in dem Spiel vor allem eine Suchtfalle. Den Spielern wird vorgeworfen, sich zu sehr in das virtuelle Leben reinzusteigern, und die reale Welt, zu vernachlässigen. Der 17-jährige Oliver sieht das anders: „Es ist nur ein Spiel. Es macht Spaß, aber das reale Leben ist wichtiger.“ Zwei bis drei Stunden, sagt er, spielt er täglich. Die Schule gehe natürlich vor. Gespielt wird abends. Am Wochenende sind die Jungs sogar lieber draußen.

Kurz vor Mitternacht erstreckt sich eine lange Schlange von der Eingangstür bis zum Ende des Parkplatzes. Und immer kommen noch mehr. Tim und Oliver warten weiter. Fragt man die Wartenden in der Schlange, warum sie nicht bis morgen warten und sich dies hier antun, erwidern alle das gleiche: „Morgen kann es jeder kaufen. Ich will es jetzt.“

Kurz nach zwölf: Tim und Oliver haben es geschafft. Jeder hat ein Exemplar. Jetzt wollen sie nach Hause und neue Abenteuer in der Computerwelt erleben.

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