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Fragen und Antworten

Arbeitslosengeld künftig auch an der Supermarktkasse?

Castrop-Rauxel Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse: Das könnte es in Ausnahmefällen ab 2018 geben. Manche begrüßen die Ankündigung als unkomplizierte Lösung, andere fürchten Diskriminierung. Und was sagen Händler in Castrop-Rauxel dazu?

Arbeitslosengeld künftig auch an der Supermarktkasse?

In manchen Supermärkten auch in Selm kann man ab 2018 nicht nur einkaufen, sondern in Sonderfällen auch eine Auszahlung des Arbeitslosengeldes bekommen. Foto: dpa

Es soll so einfach sein wie einen Pfandbon an der Kasse einzulösen: In Notfällen soll man Teile seines Arbeitslosengeldes auch im Supermarkt bekommen können. Doch wie funktioniert das Verfahren eigentlich? Wir haben Fragen und Antworten zum Thema zusammengestellt.

Für wen genau könnte es in Zukunft Geld an der Supermarktkasse geben?

Das Verfahren ist genauso für Hartz IV-Empfänger, also Menschen, die Arbeitslosengeld II erhalten, gedacht, wie für die Empfänger von Arbeitslosengeld I. In Castrop-Rauxel waren im Oktober 2017 insgesamt 3746 Menschen arbeitslos, davon erhielten 776 Arbeitslosengeld I und 2970 Hartz IV. Konkret soll der Vorstoß aber Leistungsempfängern helfen, die kein eigenes Konto haben oder die im Ausnahmefall sofort eine Auszahlung benötigen. „Es geht also nicht darum, dass der gesamte Betrag ausgezahlt wird, sondern ist eine Regelung für Notfälle“, sagt Anja Greiter, Pressesprecherin für die Agentur für Arbeit in Dortmund.

Welche Möglichkeiten haben Menschen in solch einer Notsituation denn bisher?

Sie können sich an den Kassenautomaten – im Falle von Arbeitslosengeld I etwa bei den Arbeitsagenturen – den genehmigten Betrag auszahlen lassen. Allerdings gibt es in Castrop-Rauxel keinen solchen Kassenautomaten bei der Agentur für Arbeit mehr, wie Stefan Bunse, der Leiter der Agentur-Geschäftstelle sagt. Nach wie vor besteht allerdings die Möglichkeit, den Zahlschein bei der Postbank einzulösen, die mit den Arbeitsagenturen kooperiert.

Seiner Erfahrung nach beträfen 80 bis 90 Prozent aller Kunden-Vorsprachen vor Ort wegen eines akuten Notfalls die Leistungen um das Arbeitslosengeld I beträfen. „Sollte das neue System eingeführt werden, kann ich das nur begrüßen, weil es das Verfahren vereinfacht“, so Bunse weiter.

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Arbeitslosengeld im Supermarkt - eine gue Idee?

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Ist das nicht diskriminierend, wenn jemand sich an der Kasse als Leistungsempfänger outen muss?

„Nein“, sagt Anja Greiter. Auf dem Bon, den der Empfänger von der Agentur für Arbeit erhält, stehe nur der Name und ein Barcode.

„Das ist wie bei einem Auszahlungsbon, den Sie bekommen, wenn Sie etwas umgetauscht haben“, erklärt sie. Der Zahlschein sähe sehr neutral aus, es gebe keinen Aufdruck von der Arbeitsagentur. Wer den Bon an der Kasse vorlegt, erhält dann in bar den Betrag, der ausgewiesen ist.

Um welche Supermärkte geht es eigentlich?

Das Unternehmen Cash Payment Solutions habe den Zuschlag von der Arbeitsagentur bekommen, wie Greiter erklärt. Dieses arbeitete bereits mit einem großen Händlernetz zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Rewe, dm und Penny. Theoretisch könnten dann alle Rewe und dm-Märkte diesen Service anbieten.

Und ab wann könnte man den Service in den Castrop-Rauxeler Supermärkten in Anspruch nehmen?

Christian Pöttinger Filialleiter der Rewefiliale an der Recklinghauser Straße hat von der Idee selbst in den Medien erfahren. „Wie das dann genau aussehen wird weiß ich aber auch noch nicht“, sagt er. Die Arbeitsagentur selbst nennt keinen konkreten Termin, sondern einen vagen Zeitraum: „Ziel ist die flächenweite Einführung der neuen Lösung bis Ende 2018“, heißt es von der Bundesagentur.

Rewe teilt auf Anfrage dieser Redaktion mit, dass man das Verfahren ab der zweiten Jahreshälfte in allen Rewe- und Pennymärkten in Deutschland anbieten wird.

Die Pressestelle der dm-Zentrale erklärt, dass man zwar Partner der Cash Payyment Solutions GmbH sei, selbst aber noch keine finale Entscheidung darüber getroffen habe, ob die Dienstleistung überhaupt angeboten wird.

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