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Auch Apotheken lagern explosive Pikrinsäure

CASTROP-RAUXEL Nach zahlreichen Alarmmeldungen wegen eingetrockneter Pikrinsäure an Schulen in der Region (u.a. waren Witten und Lünen betroffen), geraten nun auch die Apotheker ins Visier des Gefahrenschutzes.

Auch Apotheken lagern explosive Pikrinsäure

Apotheker Claus Ehrensberger hält die Pikrinsäure in den Händen.

Laut Apothekenbetriebsverordnung müssen die Pharmazeuten die im trockenen Zustand hochexplosive Säure auf Lager haben. So auch Claus Ehrensberger, Inhaber der Glückauf-Apotheke auf Schwerin und Sprecher der Castrop-Rauxeler Apotheker: "Wir nutzen die Säure zwar so gut wie nie, aber prinzipiell bräuchten man sie für chemische Nachweise von Identitäten von Stoffen etwa bei Rezepturen." Dementsprechend ist die Gefahr gegeben, dass die Pikrinsäure eingetrocknet.Kammer rief schon früh zu Kontrollen auf

Bereits vor einem drei Viertel Jahr rief die Apothekerkammer Westfalen-Lippe die Apotheker zu einer Kontrolle ihrer Pikrinsäure auf. Gestern erneuerte sie den Aufruf und informierte über die Sicherheitsvorschriften. Claus Ehrensberger war jedoch unbesorgt; er hat einen Servicevertrag mit einer externen Firma geschlossen, die sich um den ordnungsgemäßen Zustand aller Gerätschaften und Substanzen in seinem Labor an der Dortmunder Straße kümmert. Ordnungsgemäß heißt, dass mindestens ein Drittel des Pikringewichts an Wasser hinzugefügt werden muss. Zudem muss alle sechs Monate das Gewicht der Säure samt Glas überprüft werden, weil auch bei geschlossenem Deckel Wasser verdunsten kann.

Am Recyclinghof werden Stoffe genau geprüft

Neben Schulen und Apotheken könnten Recyclinghöfen einen dritten Gefahrenherd für eingetrocknete Pikrinsäure darstellen. Doch Thorsten Werth-von Kampen vom EUV Stadtbetrieb schätzt dieses Risiko als äußerst gering ein: "Was als undefinierbares Pulver zum Recyclinghof gebracht wird, geht umgehend zur Analyse ins Gefahrenstofflager und zwar in transportsicheren Behältnissen." In Pöppinghausen hat der EUV eine extra Annahmestelle für Gefahrstoffe, welche beim RVR in Herten in einer so genannten Sonderabfallbehandlungsanlage thermisch zerstört werden.

Nach Auskunft der Kreispolizeibehörde gab es in den vergangenen Tagen im Kreis neun Schulen und eine Apotheke (in Marl), die von Pikrinsäure-Gefahr betroffen waren. In Castrop-Rauxel gab es allerdings keinen Fall.

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