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Augenmaß im Reich der Dunkelheit

CASTROP-RAUXEL Sein Reich ist der Keller des Rathauses - Gebäudetrakt A. Hier arbeitet Aloysius Block seit 25 Jahren an den Plakaten, Flyern und Aufklebern der Europastadt.

Augenmaß im Reich der Dunkelheit

Vor zehn Jahren hat Aloysius Block an dieser Maschine auch die Arbeit seines Siebdruck-Kollegen übernommen.

Gestern beging der 50-Jährige sein Dienstjubiläum zusammen mit der ersten Beigeordneten Petra Glöß. Denn im Rathauskeller ist er inzwischen fast allein. Im Jahre 1984, als der gelernte Schriftsetzer bei der Stadtverwaltung anfing, war das noch anders. "Damals war ich nur für den Schriftsatz zuständig", erinnert sich Aloysius Block. Auf alten Maschinen fertigte er von den Entwürfen seiner Kollegen die benötigten Negativ-Vorlagen an. Ein Mann in der Reproduktionsabteilung vergrößerte die Vorlagen auf die gewünschten Plakatmaße, ein weiterer in der Druckerei erledigte den Siebdruck. Heute macht Aloysius Block alles in Eigenregie.

Rente

"Mein Aufgabengebiet ist halt ein klein wenig gewachsen", scherzt der 50-Jährige. Der Grund war stets die Rente. Immer wenn ein Kollege ging, kam ein neues Arbeitsfeld dazu. Nur der Mitarbeiter in der benachbarten Offset-Druckerei ist noch geblieben. "Aber der ist mit der Rente auch noch vor mir dran", sagt Aloysius Block mit einem Augenzwinkern. Auf seinem Schreibtisch, voll mit Zeitschriften und Druckvorlagen, steht ein kleines Radio. Unablässig dudelt es vor sich hin. Die Musik ist das Einzige, was die Stille im Rathauskeller zerreißt.

Millimeterarbeit

Ablenkung kann der 50-Jährige nicht gebrauchen. Er leistet Millimeterarbeit. Das erfordert höchste Konzentration. Bis ein Plakat in voller Farbe erstrahlt, muss Aloysius Block vier Mal die Druckvorlage platzieren, jeweils in einer anderen Farbe, aber immer an exakt der gleichen Stelle. Lediglich hauchdünne Striche dienen ihm als Orientierung. Der Rest ist Augenmaß. So dauert ein Druck bis zu zwei Tage, die benötigten Trockenzeiten eingerechnet.

"Das aufwendige Siebdruckverfahren nutzen wir darum auch nur für großflächige oder besondere Materialdrucke", erklärt Block. Kleinere Aufträge erledigt die Offset-Maschine im Keller des Gebäudetrakts B. Wenn der 50-Jährige nach Feierabend durch die Stadt fährt und seine Plakate sieht, ist er meistens stolz. "Oder aber ich ärgere mich, weil ich doch eine kleine Ungenauigkeit entdecke", fügt er milde lächelnd hinzu. Bis Aloysius Block in Rente geht, werden die Castroper noch viele Plakate von ihm zu sehen bekommen.

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