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Vertrag in der Türkei aufgelöst

Baris Özbek - ein Fußballprofi auf Vereinssuche

CASTROP-RAUXEL Nach einem Jahr wurde der Vertrag von Profifußballer Baris Özbek beim türkischen Erstligisten Kayserispor aufgelöst - Özbek wurde nicht bezahlt. Der ehemalige Juniorennationalspieler hat Erfahrung bei türkischen Klubs gesammelt, war in Deutschland für Zweitligist Union Berlin aktiv. Im Interview spricht der Castrop-Rauxeler über seine Vertragsauflösung und die Suche nach einem neuen Klub.

Baris Özbek - ein Fußballprofi auf Vereinssuche

Baris Özbek ist mit 29 Jahren eigentlich im besten Alter für Fußballer. Der Defensivmann hofft bald einen neuen Verein zu finden.

Herr Özbek, in türkischen Medienberichten wurde von einer Vertragsauflösung bei Kayserispor geschrieben. Was waren die Gründe dafür?

Mein Gehalt wurde nicht mehr bezahlt. Ich habe im Grunde eigentlich ein Jahr lang kein Geld bekommen. Der Verein hatte 30 Tage Zeit, das Geld zu überweisen, danach kann ich von einer siebentägigen Kündigungsfrist Gebrauch machen. Das war dann der Fall.

Abgesehen davon, wie war die Zeit in der Türkei?

Ansonsten war alles in Ordnung, ich habe regelmäßig gespielt und wir sind aufgestiegen. Der Klub gehört eigentlich auch unter die Top sechs in der ersten Liga. Dann aber wechselte der Manager, der mich geholt hatte, den Verein – und ich war etwas auf mich allein gestellt. Ich habe Deutschland in der Zeit schon vermisst. Immer wenn ich die Gelegenheit hatte, bin ich zurück zur Familie und meinem besten Kumpel Soufian gereist.

Die Karriere von Baris Özbek

ARCHIV - Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) leuchtet am 20.04.2016 in Frankfurt am Main (Hessen) bei Sonnenuntergang vor dem Abendhimmel.  Foto: Arne Dedert/dpa (Zu dpa "Was darf die EZB? - Karlsruhe urteilt im Juni über Anti-Krisen-Kurs") +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Baris Özbek - hier beim U21-Länderspiel Deutschland gegen Belgien im Jahr 2008 - lief in der Jugend für die Spvg BG Schwerin und für die SG Wattenscheid 09 auf sowie für die DJK TuS Hordel, bei der er bis 2003 blieb.
Als Jugendspieler wechselte er 2003 zu Rot-Weiß Essen. 2005 stieß er zur 1. Mannschaft, mit der er 2006 in die 2. Bundesliga aufstieg.
Beim Klub von der Hafenstraße schoss Baris Özbek in 38 Profi-Spielen neun Tore.
2007 wechselte Baris Özbek von Rot-Weiß Essen direkt zum erfolgreichsten türkischen Klub: zu Galatasaray nach Istanbul. Özbek setzte sich durch, machte in den ersten drei Saisons insgesamt 74 Liga-Spiele und 18 Pokal-Partien.
Mit Galatasaray holte Baris Özbek (r.) 2008 die türkische Meisterschaft und den türkischen Supercup. In dieser Szene prallt er mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker (damals Leverkusen) und Galatasarays Sukur zusammen.
Außerdem stand Özbek in 25 internationalen Spielen auf dem Platz - im UEFA-Cup, in der EuropaLeague, sowie in Quali-Spielen zu diesen Wettbewerben und der Champions League. Elf Tore für Galatasaray gehen auf Özbeks Konto. Hier versucht der Schweriner, den Ball im UEFA-Pokal gegen den damaligen Hamburger Marcell Jansen zu behaupten.
Baris Özbek erzielte für die deutsche U21-Nationalmannschaft drei Tore - unter anderem das 1:0 am 25. März 2008 gegen Luxemburg. Sami Khedira gratuliert.
18 Mal stand Baris Özbek für die deutsche U21-Nationalmannschaft auf dem Platz. Diese Szene stammt aus der Partie gegen die Niederlande am 27. März 2009 in Ahlen, die Deutschland allerdings 0:4 verlor.
Während Manuel Neuer (Nr.1), Jerome Boateng (35) und Dennis Aogo (6) den Sprung in die deutsche A-Nationalmannschaft schafften, war das Baris Özbek (16) nicht vergönnt. Auch bei der U21-EM 2009 in Schweden, bei der sich die Deutschen den Titel sicherten, gehörte er nicht zum Kader - ebenso wie Marc-André Kruska (22).
Insgesamt 139 Spiele (9402 Minuten/12 Tore) machte Baris (l.) - hier gegen den damaligen Hamburger David Jarolim - für Galatasaray. Nach einer enttäuschenden vierten Saison suchte er eine neue Herausforderung.
Im Sommer 2011 wechselte Özbek zum türkischen Vizemeister Trabzonspor. Dort unterschrieb der 24-Jährige einen Drei-Jahres-Vertrag. Bereits bei der ersten Trainingseinheit zog er sich jedoch einen Kreuzbandriss zu.
Im Januar 2013 trennen sich Trabzonspor und Baris Özbek. Der Castrop-Rauxeler wechselt zu Union Berlin in die 2. Bundesliga. Dort trifft er auf Trainer Uwe Neuhaus (r.), der ihn bereits bei RW Essen gefördert hat.
Baris' Brüder sind ebenfalls Fußballer: Der sechs Jahre jüngerer Ufuk Özbek spielte bis 2003 in Schwerin und wechselte dann zur Jugend von Schalke 04. Vor der Saison 2010/11 ging er zum 1. FC Saarbrücken, später landete er bei Borussia Dortmund II. Im Sommer 2015 wurde er vereinslos.
Ufuk Özbek im Trikot des 1. FC Saarbrücken. Im Gegensatz zu Baris, der für die deutschen Jugendmannschaften spielte, entschied sich Ufuk für die türkische Seite - und absolvierte 18 Einsätze (vier Tore) für die dortige U17 und U18. Bei der U17-WM 2009 kam er mit der Türkei ins Viertelfinale und absolvierte alle fünf Spiele.
Sencer Özbek spielt nicht für Galatasaray - auch wenn auf dem Trainingsanzug das Logo prangt: Baris' Bruder war in der Vergangenheit mal ein paar Monate Sportlicher Leiter für den Nachwuchs beim SV Yeni Genclik. Derzeit kickt er in der A-Liga noch für die Spielgemeinschaft zwischen Eintracht Ickern und Yeni.
Baris Özbek jubelt gegen den SV Sandhausen am 20. Spieltag der Saison 2012/13 zum ersten Mal für Union Berlin. Beim Stand von 2:0 eingewechselt trifft Özbek kurz darauf zum 3:0-Endstand.
Eineinhalb Saisons spielte Özbek für Union. Im Januar 2015 zog es ihn wieder in die Türkei. Zu Kayserispor, wo sein Vertrag ein Jahr später aufgelöst wurde.
Nach seiner Rückkehr aus der Türkei war Baris Özbek auf der Suche nach einem neuen Verein. Der MSV Duisburg holte Özbek schließlich in die 2. Bundesliga zurück.
Für den MSV Duisburg kam Özbek zur Rückrunde der Saison 2015/16 neun Mal zum Einsatz, er bereitete dabei ein Tor. Am 32. Spieltag verletzte sich Mittelfeldspieler im Spiel gegen Düsseldorf und fiel bis zu den Relegationsspielen gegen Würzburg mit Muskelfaserriss aus.

Ist also Deutschland der Favorit bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers?

Auf jeden Fall, hier bin ich aufgewachsen, Profi und Junioren-Nationalspieler geworden. Ich bin in Gesprächen mit einigen Vereinen, auch aus der 2. Bundesliga, und würde gerne bei einer ambitionierten Mannschaft spielen. Die 1. Bundesliga bleibt natürlich ein Traum von mir.

Wäre das Ausland auch eine Option?

Natürlich, wobei die meisten Angebote für mich nicht interessant sind. Es ist zu früh für mich, etwa nach Katar oder China zu gehen, um dort noch einmal viel Geld zu verdienen. Ich möchte lieber weiter bei Teams Fußball spielen, die auch im Fokus sind.

Ihr Bruder Ufuk ist derzeit ebenfalls auf der Suche nach einem Verein. Gibt es die Möglichkeit, bald zusammen zu spielen?

Das wäre ein Traum, aber im Profifußball ist es schwierig, zu planen. Für Ufuk ist es wichtig, dass er einen Verein findet, bei dem er regelmäßig spielen kann. Das Talent hat er auf jeden Fall und hat das bei früheren Stationen auch bewiesen.

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Sie sind nun 29 Jahre alt. Haben Sie geplant, wie lange Sie noch professionell Fußball spielen möchten? Wie soll es nach der Karriere weitergehen?

Drei, vier Jahre möchte ich gerne noch professionell spielen. Danach ist der Trainerschein mein Ziel, ich möchte nach meiner Karriere Fußball-Lehrer werden. Nur herumsitzen und nichts mehr tun - das wäre nichts für mich.

Das sind die Özbeks  


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