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Beim Handel mit binären Optionen gründlich verzockt

Mann aus Castrop-Rauxel verliert 8600 Euro

Da hat ein 70-jähriger Habinghorster sich gründlich verzockt. Er hat 8600 Euro beim Handel mit binären Optionen verloren. Ein hochspekulatives Geschäft, wie die Verbraucherzentrale warnt.

Castrop-Rauxel

14.06.2018
Beim Handel mit binären Optionen gründlich verzockt

Beim Handel von binären Optionen über den Internat-Anbieter „option888“ hat ein Habinghorster viel Geld verloren. © Thomas Schroeter

250 Euro einzahlen und damit das große Geld machen – auf diese Anzeige des Internet-Anbieters „Option888“ sprang ein 70-jähriger Habinghorster an und verlor 8600 Euro. Ein Mitarbeiter von Option888 habe ihn angerufen, und erklärt, was er tun müsse. Er habe Einfluss darauf, wie viel er gewinne oder verliere, und könne die Wette jederzeit stoppen, wurde ihm gesagt.

Dass dem nicht so war, musste der Habinghorster feststellen, als sein Kontostand von 8600 Euro plötzlich nur noch eine Null anzeigte. Der Kontakt zu Option888 lief telefonisch: Eröffnet habe das Konto ein Mitarbeiter, die Einverständniserklärung zur Abbuchung von seiner Visakarte gab der Habinghorster sowohl telefonisch, als auch in Schriftform.

„Der Handel mit binären Optionen ist wie russisches Roulette“

Susanne Voss, Leiterin der Verbraucherzentrale, rät von solch hochspekulativen Geschäften ab. „Der Handel mit binären Optionen ist wie russisches Roulette, es gibt entweder schwarz oder weiß“, sagt sie. Der Handel ist nichts anderes als eine Finanzwette. Optionen werden an den Finanzmärkten auf Basiswerte gehandelt. Diese Basiswerte können zum Beispiel Aktien, Währungen, oder auch Rohstoffe sein. Beim Geschäft mit der binären Option wettet der Kunde mit seinem Einsatz darauf, ob der Kurs einer Option innerhalb einer gewissen Laufzeit sinkt oder steigt. Hat er recht, vergrößert sich sein Einsatz, je nach Anbieter, um circa 60 bis 90 Prozent. Liegt er falsch, verliert er seinen gesamten Einsatz.

Die Stiftung Warentest warnt vor Option888

„Die Stiftung Warentest warnt vor Option888“, sagt Susanne Voss. Und auch im Internet wird auf diversen Seiten vor den unseriösen Geschäftspraktiken des Anbieters gewarnt. In Europa sind Geschäfte mit binären Optionen seit Mai 2018 aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) verboten.

Wege, um dieses Verbot zu umgehen, gibt es aber, wie auch das Beispiel von Option888 zeigt. Der Firmensitz des Anbieters liegt auf Samoa, ein Land in Polynesien. „Das entzieht sich natürlich allen Europäischen Aufsichtsbehörden“, erklärt Voss. Aussicht auf Entschädigung gibt es für den Habinghorster also nicht. alr

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