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Rückblick in die Castrop-Rauxeler Sportgeschichte

Bundesliga-Luft wehte durch die Handball-Halle in Castrop-Rauxel

Castropp-Rauxel Hohen Besuch zu Ostern hatten die damaligen Verbandsliga-Handballerinnen des TuS Ickern im Jahr 1993. Heute vor 25 Jahren schrieb deshalb diese Zeitung über einen ihrer Lokalsportartikel „Ettrich dankte TuS und SCM für Spiel und Goodwill-Tour“. Denn der Frauen-Bundesligist SC Magdeburg lief damals kostenlos beim Oster-Turnier des TuS in der Habinghorster Sporthalle an der B235 in Castrop-Rauxel auf.

Bundesliga-Luft wehte durch die Handball-Halle in Castrop-Rauxel

Die Sporthalle an der B235 war ausverkauft, als 1993 der Frauen-Bundesligist SC Magdeburg zum Benefizspiel auflief. Die Gäste aus Ostdeutschland nahmen zudem am Osterturnier teil und gewannen dieses.Fotos (3)Orwat / Montage Mühe

Dieses Benefizspiel brachte einen Erlös in Höhe von 3100 Mark. Der Spenden-Scheck konnte später an die Bochumer Behindertenwerkstätten „Gottessegen“ überreicht werden. Der Dank des Bürgermeisters Hans Ettrich ging an die Magdeburgerinnen, aber auch an die Mädchen- und Damen-Abteilung des TuS, die den Magdeburger Auftritt in der Europastadt überhaupt erst möglich gemacht hat. Uwe Schröder, heute wie damals Trainer in Ickern, hatte den Kontakt geknüpft.

Er erinnerte sich am Donnerstag daran und berichtete: „Bei einem internationalen Turnier in Dorsten habe ich den Vater von Bennet Wiegert, dem heutigen Magdeburg-Trainer in der Männer-Bundesliga, kennengelernt und ihn gefragt, ob er sich nicht vorstellen könne, dass die Frauen bei uns spielen möchten.“ Ingolf Wiegert, der damals Trainer war, habe direkt „Ja“ gesagt.

Anfang der 1990er-Jahre sei man im Vorstand und bei den Helfern beim TuS Ickern sehr gut aufgestellt gewesen, um ein solches Event, drei Turniertage mit Bundesliga-Gästen und ein Freundschaftsspiel am Ostersamstag, stemmen zu können. Eine große Tombola hatte ebenfalls zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Als Sponsor für das Frauen-Turnier hatte der TuS die Immobilienfirma „Time Concept“ gewonnen. Schröder sagte jetzt: „Die hat damals Bauherren-Modelle verkauft. Letztlich haben wir nur einmal kooperiert und keine Nachteile gehabt.“

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Uwe Schröder sagte auch: „Immer wenn ich jetzt die Magdeburger Männer mit Trainer Bennet Wiegert spielen sehe, erinnere ich mich immer gerne an damals.“

Das damalige Endspiel gewann Magdeburg mit den Nationalspielerinnen Gabi Palme und Franziska Heinz vor 300 Zuschauern mit 9:3 nach verkürzter Spielzeit gegen Cristal Hasselt aus Belgien. Rang drei ging an PSV Recklinghausen nach einem 10:3 gegen Teutonia Riemke (beide damals in der Verbandsliga). Der TuS Ickern hatte in der Vorrunde Niederlagen gegen Hasselt (4:14) und den SV Wambel (4:5) bezogen.

Der sportliche Höhepunkt für die Ickernerinnen war dann aber das Freundschaftsduell mit Magdeburg. Dieses verloren sie mit 14:42. Gisela Klöpping, seinerzeit Spielerin und heute Co-Trainerin der TuS-Frauen (Bezirksliga), wusste am Donnerstag zu berichten: „Bei diesem Spiel haben die Magdeburgerinnen in der zweiten Halbzeit sogar noch zwei Gänge zurückgeschaltet.

Die heute 55-jährige Klöpping erinnerte sich zudem daran, dass sie zwei der Bundesliga-Akteurinnen bei sich daheim beherbergte: „Die waren alle bei uns Spielerinnen untergebracht. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch kein Kind hatte, war bei uns viel Platz.“ Im Dezember des Jahres wurde dann Tochter Christina geboren. Gisela Klöpping sagte: „Ich wusste zum Zeitpunkt des Magdeburg-Spiels gar nicht, dass ich bereits schwanger war. Und das war auch gut so.“

Gisela Klöpping war noch bis zum Alter von 45 Jahren aktive Spielerin. Sie meint: „Ich wollte unbedingt die älteste Spielerin beim TuS sein und habe darauf geachtet, dass ich meine Mitspielerinnen Heike Homski und Angelika Neuendorf übertrumpfe.“

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