Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Schwarzfahren in Castrop-Rauxel

Busunternehmen gehen mit dem Problem unterschiedlich um

Castrop-Rauxel Das Dortmunder Nahverkehrsunternehmen DSW21 geht auch in Castrop-Rauxel mit mehr Kontrollen und Hausverboten gegen Schwarzfahrer vor. Ziehen andere regional fahrende Gesellschaften nach?

Busunternehmen gehen mit dem Problem unterschiedlich um

Pro Jahr gehen DSW21 rund 4,5 Millionen Euro durch die Lappen, weil Schwarzfahrer nicht zahlen. Stephanie Abendroth will mit Konsequenz und Kontrollen gegensteuern. Foto: Peter Bandermann

Stephanie Abendroth begann ihren Weg bei den Stadtwerken als Straßenbahnfahrerin. Als sie ihre Fahrgäste im Jahr 1991 als Straßenbahnfahrerin die Fahrgäste der Stadtwerke quer durch Dortmund fuhr, war noch nicht absehbar, dass sie Jahre später für DSW21 den Bereich „Service und Einnahmensicherung“ leiten wird und die Zahl der notorischen Schwarzfahrer senken soll. Kaum im Amt, ordnete sie für Anfang 2018 an, dass die Fahrkartenprüfer nicht länger ein Auge zudrücken sollen, wenn bei einer Ausweiskontrolle auf einer Wertmarke die individuelle, von Hand einzutragende Kundennummer fehlt. „Die Kontrollen haben sich schnell herumgesprochen“, berichtet Stephanie Abendroth. Im Februar zählten die Kontrolleure nur noch 50 Fahrgäste ohne Nummer, im März 25.

DSW21 spricht Hausverbote aus

Auf notorische Schwarzfahrer reagiert DSW21 jetzt mit Hausverboten. Betroffen ist eine weitere Gruppe: Hausverbote sollen auch Randalierer abdrängen. „Zur Sicherheit unserer Fahrgäste und des eigenen Personals“, begründet Stephanie Abendroth diesen Schritt. Denn die Aggressionen gegen Fahrausweiskontrolleure seien drastischer geworden. Wer das Hausverbot ignoriert und bei der nächsten Kontrolle erwischt wird, muss neben einer Strafanzeige wegen Freifahrterschleichung zusätzlich mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs rechnen. Die Abteilungsleiterin: „Es gibt Prüfer, die mit zitternden Händen aus einer Kontrolle kommen. Wir müssen uns schützen.“ Das Verbot gilt für Anlagen, Busse und Bahnen.

Gefälschte Abo-Karten im Umlauf

Schützen muss DSW21 ihre Mitarbeiter nicht nur vor Gewalttätern, sondern auch vor Betrügern, die dem Unternehmen hohen wirtschaftlichen Schaden zufügen und selbst große Kasse machen – indem sie mit leistungsstarken Scannern und Druckern präzise die teuren Abo-Karten fälschen. Vom Ticket 2000 in der Preisstufe A (85,25 Euro) bis zur Preisstufe D (199,55 Euro) können sie täuschend echt aussehende Fahrausweise-Kopien herstellen. „Für uns ist das inzwischen tägliches Geschäft“, sagt Stephanie Abendroth über die Dimension.

rnSchwarzfahrer bekommen Hausverbot

Mehr Kontrollen im Dortmunder Nahverkehr

Dortmund Fast 25.000 Schwarzfahrer pro Jahr und Einnahme-Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro: Dortmunds Nahverkehrsunternehmen DSW21 geht mit mehr Kontrollen und neuen Konsequenzen gegen Schwarzfahrer vor.mehr...

Das Unternehmen setzt nicht nur auf Sanktion, um den 4,5-Millionen-Euro-Verlust zu senken, sondern auch auf Prävention. Und kündigt die Kontrollen nun an. „Heute verstärkt Ticketkontrollen. Bitte halten Sie den Fahrausweis bereit“, wird da zu lesen sein. Potenzielle Schwarzfahrer sollen also eine Chance bekommen, bevor es teuer wird – oder draußen bleiben. Kontrollen führen die Stadtwerke demnächst nicht nur beim Einstieg in die Busse oder in den Bahnen durch. „Wir werden auch Ausgangskontrollen vornehmen“, kündigt Abendroth an.

Ähnliche Überlegungen wie bei DSW21 gibt es bei der HCR und der Vestischen nicht, wie HCR-Pressesprecher Dirk Rogalla und Norbert Konegen von der Vestischen erklären. „Wir sind wie die Vestische ein reines Busunternehmen, haben also nicht die Probleme, wie sie die DSW21 im U-Bahn- und Straßenbahnbereich hat“, so Rogalla. Im Busverkehr habe man einen guten Überblick über die Fahrgäste, „außerdem funktioniert da die soziale Kontrolle ganz gut“, so Rogalla.

HCR und Vestische haben weniger Druck

So sei die Quote der Schwarzfahrer bei seinem Unternehmen so gering, dass man nicht zu drakonischen Maßnahmen greifen müsse wie die Dortmunder Kollegen. Rogalla: „Wir haben bei unseren Kontrollen im Schnitt eine Beanstandungsquote von zwei Prozent.“ Darunter seien viele Kunden mit Zeitkarten, die ihre Karten vergessen hätten oder in einer anderen Tasche. Die können die gültige Karte nachreichen und müssen dann weniger bezahlen. „Letztlich bleibt dann eine Schwarzfahrerquote von einem Prozent übrig. Und dafür lohnt es sich nicht, die Kontrollen oder die Sanktionen zu verschärfen.“

Schwarzfahrer-Quote von 1,2 Prozent

Ähnlich sieht das bei der Vestischen aus. Konegen: „Wir rechnen mit einer Schwarzfahrer-Quote von 1,2 Prozent. Das macht einen Verlust von 600.000 Euro im Jahr aus. Unser Druck ist also nicht ganz so groß wie bei DSW21.“ Darum gebe es derzeit keine verschärften Kontrollen und auch keine Planungen in diese Richtung. Allerdings gehe man bei Handgreiflichkeiten gegen Kontrolleure oder Fahrer auch rigoros vor: „Da sprechen wir auch Hausverbote aus“, so Norbert Konegen. Im Übrigen habe man eine Aktion für reuige Schwarzfahrer gestartet. Wer innerhalb von drei Tagen, nachdem er erwischt wurde, ein Monatsticket kaufe, das mehr als die 60 Euro Strafe koste, komme ohne diese Strafe davon.

Bogestra kontrolliert zum Teil mit der Polizei

Und was macht die Bogestra? „Im Sinne der ehrlichen Fahrgäste besitzt das Thema bei uns einen hohen Stellenwert“, so deren Sprecher Christoph Kollmann. „Wir haben mehr als 100 Kundenbetreuer, die in der Regel in Dienstkleidung auf unseren Linien unterwegs sind. Sie informieren im Störungsfall, machen Tarifberatung und kontrollieren Tickets.“ Ergänzt werde diese Präsenz der Bogestra-Mitarbeiter noch durch Schwerpunktkontrollen, die in vielen Fällen von den Ordnungspartnern von der Polizei begleitet würden.

WhatsApp-Nachrichten für Castrop-Rauxel

Kostenloser Service der Ruhr Nachrichten

Castrop-Rauxel Zehntausende Menschen in Castrop-Rauxel nutzen WhatsApp. In der beliebten App gibt es jetzt auch die Nachrichten der Ruhr Nachrichten: täglich das Wichtigste der Europastadt. Hier können Sie sich für den kostenlosen Service anmelden.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Marktplatz

Zwei Wochenmärkte müssen wegen Bauarbeiten zeitweise umziehen

Castrop-Rauxel Der Altstadtmarkt gibt ein Gastspiel auf dem Marktplatz. Auch der Habinghorster Wochenmarkt muss vorübergehend umziehen. Das Marktplatzpflaster ist repariert, dafür stören Zigarettenstummel, die in den Fugen klemmen.mehr...

Mittagsruhe

Ist Rasenmähen mittags bald erlaubt?

Castrop-Rauxel Ein Bürger hat den Antrag gestellt, Rasenmähen in der Mittagszeit zu erlauben. Dafür muss die Stadt die Straßenordnung ändern. mehr...

rnBehinderung

Wie Leonie Richter mit einer doppelten Behinderung den Uni-Alltag meistert

Castrop-Rauxel Für die Castrop-Rauxelerin Leonie Richter* (28) ist jeder Tag ein Kraftakt. Ein Kraftakt, den Alltag zu meistern. Denn Leonie Richter ist gehbehindert und blind. Ersteres seit der Geburt, zweites seit sieben Jahren. Sie hat einen Behinderungsgrad von 100 Prozent. Entmutigen lässt sie sich von ihrem Schicksal aber nicht. Sie kämpft, obwohl es etliche Hürden gibt.mehr...

Trickbetrug

Frauen verschaffen sich Zutritt zur Wohnung und bestehlen 87-Jährige

Castrop-Rauxel Mit einem perfiden Trick haben sich zwei Frauen Zutritt zur Wohnung einer 87-Jährigen verschafft. Während die eine die Seniorin ablenkte, ging die andere auf Diebestour durch die Wohnung. mehr...

Wurstgeschäft

„Wurst König“-Filiale eröffnet noch im Juni am Castroper Markt

Castrop Die Metzgerei Theo Schmidt in der Castroper Altstadt ist in neuen Händen. Jetzt bekommt der Betrieb Konkurrenz: Noch in diesem Monat eröffnet gegenüber, im ehemaligen Sneks-Imbiss, eine Filiale von Wurst König.mehr...