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Castrop-Rauxeler beschimpfen sich auf rottenneighbors.com

CASTROP-RAUXEL Charmant ist anders. Was sich einige Castrop-Rauxeler auf der Internetseite rottenneighbors.com an den Kopf werfen, ist hart an der Grenze der Legalität, wenn nicht sogar schon weit darüber hinaus.

Castrop-Rauxeler beschimpfen sich auf rottenneighbors.com

<p>Hinter den roten Häuser verbirgt sich Ungemach, hinter den grünen "nette" Nachbarn.</p>

Noch sind es nur eine Hand voll Einträge, die haben es aber schon ganz schön in sich: So textet ein gewisser "kraze" über eine Familie: "Der Vater sieht aus wie ein Schwein und bescheißt Vater Staat (...). Seine Alte hat er sich gekauft, war wohl ein Sonderangebot (...). Und die Tochter gibt sich wie eine angehende H(...)." Starker Tobak. Auf der eingeklinkten Karte ist das Wohnhaus der diffamierten Familie mit einem roten Monopoly-Haus markiert. Es ist ein Leichtes, die Betroffenen ausfindig zu machen.Familie K. ist bestürzt

Familie K. wohnt in einem netten Haus, gepflegter Vorgarten, nichts deutet auf "asozial" hin, wie die Bewohner von "kraze" aber bezeichnet werden. Von Rotten Neighbor hat die Familie noch nie etwas gehört, fällt aus allen Wolken, als sie den beleidigenden Eintrag zu lesen bekommen. "Das ist unglaublich! Wer macht denn so etwas?"

Die große Frage: Wer ist "kraze"?

Frau K. ist erschüttert. Herr K. muss sich erst einmal setzen. Ihre Tochter hat aber sofort einen Verdacht, meint "kraze" zu kennen. Ein Jugendlicher aus ihrem Bekanntenkreis. Erklärungen, warum ihnen jemand etwas Böses will, haben die Schweriner nicht: "Wir haben mit niemandem Streit. Das ist unerklärlich für uns." Herr K. will zum Gegenschlag ausholen: "Den nehme ich mir mal verbal vor die Brust." Seine Frau möchte ihren Anwalt einschalten: "Wer weiß, wo das endet. Nachher habe ich hier etwas vor der Tür liegen.""Man kann Anzeige erstatten"

Gefallen lassen müsse sich solche Einträge niemand, sagt auch Polizeisprecher Andreas Weber: "Man kann Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Denn, wer jemanden verunglimpft, kann sich etwa der Beleidigung oder der üblen Nachrede strafbar machen." Je detaillierter der anonyme Schimpfbold seine Hasstiraden loslässt - etwa mit Namen, Foto oder genauer Anschrift seiner Opfer, desto dünner ist das juristische Eis, auf das er sich begibt. Die vermeintliche Anonymität schützt den Täter nicht. Andreas Weber: "Die Polizei hat genügend technische Methoden, um die Identität des Verfassers festzustellen. Im Internet hinterlässt man ja Spuren."

Als "Leichenfledderer" bezeichnet

Ein anderer Fall: Ein Autor, der sich schlicht "Private" nennt, bezichtigt einen Rauxeler als "Leichenfledderer", der Todesanzeigen "wie ein Wilder" durchsuche und anschließend den Hinterbliebenen Werbung zusende. Mit "Pfui Deibel!" schließt der Verfasser. Sich selbst meint er dabei allerdings nicht.

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