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SPD sagt Ja zur GroKo

Das sagen Parteimitglieder aus Castrop-Rauxel zur Abstimmung

Castrop-Rauxel Die Entscheidung ist viel klarer ausgefallen, als es auch viele Castrop-Rauxeler Sozialdemokraten erwartet hatten: Zwei Drittel der SPD-Mitglieder haben für die GroKo gestimmt. Die Reaktionen sind unterschiedlich – auch in Castrop-Rauxel.

Das sagen Parteimitglieder aus Castrop-Rauxel zur Abstimmung

Das Votum der SPD-Mitglieder ist Geschichte, zwei Drittel entschieden sich für eine Fortsetzung der GroKo. Foto: picture alliance / Paul Zinken/d

Eine klare Pro- oder Contra-Lage hatte sich auch in der Castrop-Rauxeler Parteibasis nicht ablesen lassen. GroKo als Chance für Gestaltung begreifen in diesem Land oder die Chance der NoGroKo zur Erneuerung der sichtlich angeschlagenen Partei nutzen? Es gab Befürworter beider Positionen, bei vielen Sozialdemokraten war in Gesprächen spürbar, dass es für beide Positionen Verständnis gab, dass sich die Partei nicht sicher ist, was der Königsweg in dieser Frage sei. Und ob es diesen Königsweg an dieser Stelle überhaupt gibt.

etzt ist die Entscheidung durch und wir haben nach Reaktionen darauf gesucht.

CASTROP-RAUXEL Seit 13 Jahren ist Frank Schwabe Bundestagsmitglied. Auch bei der Bundestagswahl im September setzte der Direktkandidat der SPD sich hier klar durch. Nun segelt er, der in Berlin in verschiedenen Gremien mitentscheidet, auf anderem Kurs als der Partei-Vorstand. Das hat Gründe. Ein Interview.mehr...

Frank Schwabe, Bundestagsabgeordneter in Berlin und damit unmittelbar mit den Konsequenzen der Entscheidung befasst, äußerte sich ausführlich auf Facebook: „Die SPD hat hart und vor allem sehr fair um den richtigen Weg gerungen. Und beide Seiten konnten Argumente der jeweils anderen durchaus gut nachvollziehen. (...) Die SPD wird in eine Große Koalition eintreten, nicht aus Leidenschaft, sondern Einsicht in die schlechteren Alternativen. Dabei wird die SPD den Koalitionsvertrag umsetzen, aber auch inhaltliche Unterschiede nicht überkleistern, sondern die eigene Linie klarer machen, als es ihr in den vergangenen Jahren gelungen ist. (...)

Castrop-Rauxel Die Frage ist einfach: Soll die SPD den mit der CDU und CSU ausgehandelten Koalitionsvertrag unterschreiben? Jedes Mitglied darf ein Kreuz machen. Bei Ja oder Nein. Wie schwer kann dieses eine Kreuz sein? Das weiß man, wenn man mit dem ältesten und dem jüngsten SPD-Mitglied der Stadt und den Vorsitzenden des größten und des kleinsten Ortsvereins gesprochen hat. Es ist: ein Dilemma.mehr...

Für die SPD geht es jetzt darum – auch in Regierungsverantwortung – neue Konzepte für eine andere gesellschaftliche Situation zu finden. (...) Wie schafft man unter solchen Bedingungen Freiheit, Gleichheit und Solidarität, die Grundwerte der SPD? Darum wird es gehen.“

Lisa Kapteinat, Stadtverbandsvorsitzende und Landtagsabgeordnete, baten wir um eine Reaktion. Hier ihre Antwort per E-Mail: „Ich bin froh, dass wir nun ein Ergebnis haben und die Debatte GroKo oder NoGroKo beendet ist. Die Debatte hat bewiesen, dass die SPD leidenschaftlich und fair debattieren kann. Der Zulauf an neuen Mitgliedern ist auch in Castrop-Rauxel nach Ende der Abstimmung nicht abgerissen, was mich natürlich sehr freut. Es gilt nun, die inhaltliche Arbeit voranzutreiben und dabei die SPD auch strukturell zu erneuern. Wir haben viele junge, aber auch „mittelalte“ neue Mitglieder, die sich bei uns engagieren und einen frischen Blick auf die Dinge mitbringen. Ich hoffe, dass die noch zu ernennenden Minister und Ministerinnen der SPD ebenfalls neuen Schwung verleihen und die gut verhandelten Themen nicht nur umsetzen, sondern ihnen auch das SPD-Label verpassen.“

Bernd Goerke, ehemaliger Fraktionschef, hat die Entscheidung ebenfalls auf Facebook kommentiert: „Liebe alte Tante SPD, du hast in guter demokratischer Art eine Abstimmung seitens der Mitglieder gewollt und nun heißt es Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten und den Menschen deutlich machen, dass es in den Verhandlungen sicher gelungen ist, eine Reihe unserer Punkte hineinzubekommen, diese aber noch mit Leben zu füllen sind.

Wir haben uns als Mitglieder die Diskussionen nicht leicht gemacht und hier und da bedarf es intern auch noch mal einer kleinen ‚Entschuldigung‘ und dann ran ans Werk.“

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