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Nansen-Realschule

Der Offene Brief der Grünen

CASTROP-RAUXEL Mit einem Offenen Brief wenden sich Partei und Fraktion der Grünen in Castrop-Rauxel an den Leiter der Fridtjof-Nansen-Realschule, Alfred Horn. Hier der Offene Brief im vollen Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Horn,  da uns in der jüngsten Vergangenheit Anfragen von SchülerInnen der Fridtjof-Nansen-Realschule zu ihrer persönlichen und der Zukunft ihrer Schule erreicht haben, richten wir uns heute mit einem offenen Brief an Sie. Aufgrund der Qualität und der Quantität der Anfragen sehen wir uns als politisch Verantwortliche in der Pflicht, einerseits die aktuelle Sachlage zu erklären und andererseits einen dringenden Appell an Sie und Ihr Kollegium zu richten.  SchülerInnen Ihrer Schule sind von sich aus an uns herangetreten und haben konkrete Fragen zur Zukunft der Fridtjof-Nansen-Realschule an uns gerichtet. In den Gesprächen spurten wir eine große Verunsicherung und Zukunftsangste auf Seiten der Kinder und Jugendlichen. Zu dieser Verunsicherung haben offensichtlich auch Teile Ihres Lehrerkollegiums beigetragen.  So berichteten mehrere SchulerInnen von Unterrichtsgesprächen in denen das Konstrukt Sekundarschule vorgestellt und diskutiert wurde. Im Rahmen der politischen Bildung und des sozialwissenschaftlichen Unterrichts erscheint uns dieses Vorgehen aufgrund der Aktualität und der persönlichen Betroffenheit der SchülerInnen als sinnvoll und sogar wunschenswert. Nicht wünschenswert und pädagogisch unverantwortlich erscheint es uns dagegen, wenn Lehrkrafte im Unterricht und im Gespräch mit SchülerInnen ihre politische Neutralität verletzen. Mehrere SchülerInnen erklärten uns, von ihren Lehrern direkt und indirekt aufgefordert worden zu sein, sich bereits heute nach einer alternativen Schule umzusehen, da die Fridtjof-Nansen-Realschule aufgrund der politischen Mehrheit im Rat der Stadt innerhalb eines Jahres geschlossen und an ihrer Stelle eine Sekundarschule errichtet wird. Außerdem wurde der Abschluss von SchülerInnen der jetzigen Jahrgangsstufe 7 von LehrerInnen Ihrer Schule in Frage gestellt, ebenfalls mit der Begründung, dass die Fridtjof-Nansen-Realschule in drei Jahren endgültig nicht mehr vorhanden sei.  So wünschenswert es ist, die Zukunft der eigenen Schule im Unterricht zu besprechen und die Perspektiven der SchülerInnen zu klaren, so unverantwortlich erscheint es uns, die derzeitige (politische) Debatte auf dem Rücken der SchülerInnen zu fuhren!  Fraktion und Partei von Bündnis 90/Die Grünen stellen daher folgendes fest:1. Die Entscheidung über die Gründung einer Sekundarschule am Schulstandort Lange Straße fällt frühestens in der Ratssitzung am 5. Juli 2012.2. Es gibt bisher keinen Beschluss zur Schließung der Fridtjof-Nansen-Realschule.3. Auch bei einem möglichen Auslaufen der Fridtjof-Nansen-Realschule können die heutigen SchülerInnen dort ihren Abschluss erwerben.  Mit unseren Feststellungen fordern wir Sie, in Ihrer Funktion als Schulleiter, gleichzeitig dazu auf, Ihr Kollegium an die politische Neutralität im schulischen Raum zu erinnern.  Bei allem Verständnis für die ebenfalls unsichere Situation der LehrerInnen der Fridtjof-Nansen-Realschule sollten die Diskussionen weiterhin auf einer sachlichen Ebene und vor allem zwischen schulisch und politisch Verantwortlichen geführt werden. Außerdem sollte der politische Entscheidungsprozess abgewartet werden, damit SchülerInnen durch Aussagen ihrer LehrerInnen nicht weiter verunsichert werden.  Trotz der offensichtlich unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft der Fridtjof-Nansen-Realschule sind wir weiterhin gerne bereit, uns in persönlichen Gesprächen mit Ihnen und Ihren Kollegen sowie den Eltern- und Schülervertretern auseinander zu setzen und Ihnen unseren Entschluss zu erläutern. Gleichzeitig geben wir Ihnen die Möglichkeit, weiterhin für Ihr Konzept zu werben und Überzeugungsarbeit zu leisten. Dabei sollten beide Seiten aber aufgrund der Brisanz des Themas weiterhin die nötige Sensibilität walten lassen.  Für Bündnis 90/Die Grünen in Castrop-RauxelDr. Bert Wagener (Vorsitzender der Ratsfraktion)Ulrich Werkle (Sprecher des Stadtverbands)

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