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Die Idylle überwuchert

CASTROP-RAUXEL Alles ist sonnengelb: Stühle, Tisch, Bank, Wände und sogar der echte Kirschbaum, den Georgia Zervoulakos de La Forge in das Bühnenbild für das neue WLT-Stück „Ladylike“ integriert hat.

Die Idylle überwuchert

Karin Graf (v.l.) als Anneliese, Walter Theil als Ewald und Ute Zehlen als Lore in Mitten ihrer Geranien.

Die strahlende Farbe spiegelt die Glückseligkeit und die Idylle, die in der WG von Lore (Ute Zehlen) und Anneliese (Karin Graf) herrscht. Statt ihren verstorbenen Männern nachzutrauern, starten die Frauen im siebten Jahrzehnt richtig durch und genießen ihren Lebensherbst. Wie gerufen kommt Annelieses Jugendfreund Ewald (Walter Theil), den die Freundinnen noch aus den gemeinsamen Tanzstunden kennen. „Ein flötender Opa, der sich für unwiderstehlich hält“, charakterisiert Regisseur Gert Becker. Er hat umgesetzt, was Ingrid Noll zum Romanstoff machte und WLT-Dramaturg Scholze bearbeitete.Frauenschwarm Ewald – noch immer trägt er mit Vorliebe Kord – macht Eindruck. Auf beide Frauen. Sowohl auf Lore, die in graue, schicke Kostüme gehüllte Dame, als auch auf Anneliese, die mollige Hausfrau mit schlechtem Geschmack. Dass letztere ihren ständig kranken Ehemann absichtlich unter die Erde gebracht hat, erfährt das Publikum nur nebenbei. Mit Kräutern kennt die Hausfrau sich nämlich aus und weiß diese geschickt einzusetzen. Da verwundert es nicht, dass Ewalds Frau nach Verkostung eines Kräutertees das Zeitliche segnet. Die Idylle, in der das Trio lebt, überwuchert. Auch bildlich: aus zwei Geranien, um die sich Ewald liebevoll kümmert, werden 67. Die Geschichte wird ohne Pause in anderthalb Stunden erzählt. „Die Fassung lebt von den Streiflichtern auf die Partnerschaft“, kündigt Gert Becker an, „man darf keine Angst haben, sich in die Gefühle fallen zu lassen.“  Premiere ist am Samstag, 10. November, 20 Uhr, im Studio. Weitere Aufführungen sind am 17.11. um 20 Uhr, 18.11. um 18 Uhr, 19.11., 14.12., 15.12. um 20 Uhr, und 16.12. um 18 Uhr. Restkarten sind unter Tel. 97 80 20 erhältlich.

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