Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Dumping-Ferkel

CASTROP-RAUXEL Die Ferkel im Stall von Wilhelm Kremerskothen quietschen munter vor sich hin – so wie immer. Dass sie den Landwirten derzeit reichlich Kopfzerbrechen bereiten, können sie schließlich nicht wissen.

/
Bei jedem verkauften Ferkel zahlen die Schweinezüchter zur Zeit etwa 30 Euro drauf.

Der Zuchtbetrieb von Wilhelm Kremerskothen behält die Ferkel bis sie - dann als Schwein - gemästet werden.

„Die Branche ist in einer tiefen Krise“, sagt Bernward Resing, Geschäftsführer der Raiffeisen Emscher-Lippe eG, einer Interessensvertretung der Bauern im Kreis Recklinghausen. Denn die Schweinepreise, vor allem die für Ferkel, sind im Keller. Verkauft wird nur noch zu Dumpingbeträgen. „Um die Produktionskosten zu decken muss so ein Ferkel etwa 60 Euro einbringen“, erklärt Resing. „Derzeit gibt es noch 30 bis 35 Euro.“

Bauer Kremerskothen spricht sogar von 26 Euro. Der Grund: zu viele Tiere auf dem Markt. Die Ferkelerzeuger zahlen also kräftig drauf „und einige werden bei diesem Preiskampf auf der Strecke bleiben“, prophezeit Bernward Resing.

Glücklich die Landwirte, die so wie Bauer Wilhelm Kremerskothen die Ferkel nicht verkaufen, sondern selbst Mastschweine züchten. „Die Schweinepreise sind nicht so drastisch gefallen“, erklärt Kremerskothen. Miese macht er derzeit trotzdem: „Dafür sind die Futterkosten seit dem Sommer um das Doppelte gestiegen“, fügt er im gleichen Satz hinzu. „Ebenso die Energiekosten.“

„Durchhalten“, lautet also die Parole der Landwirte, denn Schwankungen auf dem Schweinemarkt sind sie gewohnt, auch wenn es nach Angaben von Bernward Resing noch nie so extrem war.

Wer nicht durchhält, muss schließen. Einen Hof weiter haben Mechthild und Elmar Kremerskothen beschlossen, ihre Ferkelproduktion in Castrop-Rauxel aufzugeben. Trotz Getreideanbau fürs Schweinefutter hat der Betrieb über 20 Prozent Umsatzeinbußen. Im März werden die letzten Ferkel den Hof an der Bodelschwingher Straße verlassen.

Für das kommende Jahr verspricht Bernhard Resing den Schweinebauern bessere Erträge. „Die Preise, die derzeit für Sommer/Herbst 2008 gehandelt werden, bringen Gewinne“, weiß der Experte. „Die nächsten vier bis sechs Monate werden für die Landwirte entscheidend sein."

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

rnABIkalypse und das Ende Woche

Unsere Redakteurin über die Themen der Woche

Castrop-Rauxel Klöcker verschwindet vom Wochenmarkt. Lohnt sich die Kirmes in Castrop? Abi Schlehenkamp hat in der ABIkalypse auf diese beiden und die anderen Themen der Woche eine Meinung. Folge 8.mehr...

rnABIkalypse und das Ende Woche - Folge 9

Unsere Redakteurin über OGS-Beiträge, Sneks und das Bürgerbüro

Castrop-Rauxel Dass das Bürgerbüro bald nur noch auf Termin bedient - einige unserer Leser hat das geärgert. Abi Schlehenkamp weist in der ABIkalypse auf ein besonderes Problem bei diesem Thema hin und kommentiert weitere Themen der Woche.mehr...

Grünordnungsplan für Castrop-Rauxel gefordert

Wie FWI und Grüne Grünflächen grün halten wollen

Castrop-Rauxel Die Grünen und die Freie Wählerinitiative machen sich für einen Grünordnungsplan stark. In Kurzform nennt man das auch GOP. Sie wollen damit verhindern, dass Grünflächen bebaut werden, wie an der Grundschule Alter Garten. Was steckt hinter einem GOP?mehr...

OGS-Essen ab 1. August in Castrop-Rauxel teurer

Mehrheit stimmte im Ausschuss für die Erhöhung

Castrop-Rauxel Zum 1. August wird das OGS-Essen für Eltern teurer. Das hat die Politik im Fachausschuss so beschlossen – gegen die Stimmen von Linken, Grünen und FWI. Die Verwaltung hat aber noch einen eiligen Prüfauftrag.mehr...

Familienstreit endet vor Amtsgericht Castrop-Rauxel

22-Jähriger schlägt Onkel mit Bierflasche nieder

Castrop-Rauxel Weil ein 22-Jähriger seinen Onkel mit einer Bierflasche niedergeschlagen hat, musste er sich wegen Körperverletzung vor dem Amtsrichter verantworten. Beim Prozess kam heraus, dass der eskalierte Streit die Folge jahrelanger Familienquerelen war.mehr...

Suche nach Kita-Plätzen in Castrop-Rauxel

Rund 100 Eltern müssen weiter um einen Platz zittern

CASTROP-RAUXEL Mindestens 100 Eltern suchen für August immer noch händeringend nach einem Betreuungsplatz-Platz für ihren Nachwuchs. Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher sein.mehr...