Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Olympische Dinge

Eckhard Schultz - der goldene Ruderer

CASTROP-RAUXEL Der Ort des Wiedersehens war mit Bedacht gewählt. Wo anders hätten die Mitglieder des Deutschland-Achters den 20. Jahrestag ihres Gold-Triumphes von den Olympischen Spielen 1988 feiern sollen, als auf der schönsten Regattabahn der Welt, am Luzerner Rotsee?

/
Der Deutschland-Achter mit Eckhard Schultz (4.v.r.) auf dem Siegersteg in Seoul.

Bei einem Besuch in Kanada: Eckhard Schultz mit seinem besten Freund und Seoul-Mitruderer Matthias Mellinghaus (rechts).

Eckhard Schultz nach der Rückkehr aus Seoul mit Medaille und Urkunde.

Dass die Gold-Equipe um Eckhard Schultz vom RV Rauxel dort, in der Schweiz, dann aber den Beginn der womöglich größten Krise des deutschen Achter-Ruderns miterlebte, konnte sie bei ihrer Party-Planung natürlich nicht ahnen. Das vermeintliche deutsche Flaggschiff ging auf dem Rotsee unter, der Ruder-Verband tauschte in einer bislang einmaligen Aktion die komplette Besatzung samt Bundestrainer aus. Mit totalem Misserfolg: In Peking schaffte es das Großboot nicht einmal in den Endlauf. So sind Schultz und Co. weiterhin die letzten goldenen Ruderer, die mit dem deutschen Achter einen Olympiasieg einfuhren.

Besondere Verbindung

Mit jeder Olympiade, die mehr vergeht, ohne dass es ein deutscher Achter zu Gold schafft, "das war schon ein besonderer Achter damals", erinnert sich Schultz. Sein bester Freund etwa ist der damalige Mitruderer Matthias Mellinghaus. "Freunde-Achter" will Schultz das Boot nicht nennen, aber "wir hatten eine besondere Verbindung." Mehr als nur eine Leistungs-Gemeinschaft. Die Menschlichkeit habe sich in der Ruder-Welt nach 1988 gedreht, sagt Schultz.

Um so schlimmer, dass "wir Bahne Rabe verloren haben", sagt Schultz. Das sei der erste Gedanke, wenn er an Olympia denke. Der Schlagmann des Gold-Boots ist 2001 gestorben. Schultz: "Dieser Schatten hängt über unserem Erfolg."

Der Europastädter hatte sich offenbar schon früh die Olympischen Spiele 1988 im Blick. In einem Fragebogen der Deutschen Sporthilfe jedenfalls beantwortete er schon 1980, acht Jahre vor Seoul, die Frage nach seinem sportlichen Ziel mit: "1988 will ich Olympiasieger werden." Das sei "nicht ganz ernst" gewesen, sagt Schultz heute. Aber bereits zwei Jahre später saß er in einem Nachwuchs-Team, das bis 1988 behutsam aufgebaut wurde. Schultz legte nach dem Triumph von Seoul eine Achter-Pause ein, wollte sich ums Studium kümmern und 1990 noch einmal mit zur WM nach Neuseeland. "Es stellte sich heraus", räumt Schultz ein, "nur nebenbei konnte ich mich nicht gegen die nächste Generation im Achter durchsetzen." Schultz blickt ohne Reue zurück: "Die Zeit beim Rudern war wichtig für das weitere Leben."

Rivalen getroffen

Am Rotsee traf Schultz übrigens einen alten Fahrensmann des Rudersports wieder, den Australier James Tomkins. Der saß schon 1988 im Achter, als der hinter den Deutschen Fünfter wurde. In diesem Jahr landete der mit drei Olympiasiegen inzwischen erfolgreichste Ruderer von Down Under in Peking mit dem Australien-Achter auf Platz sechs. "Tomkins bewundere ich nicht nur wegen seines Ruderns", betont Schultz, "der ist auch beruflich erfolgreich als Investment-Banker."

Die Zukunft des Ruderns wird derweil im Hause Schultz groß. "Wir haben gerade noch unseren Sohn Anton dazu bekommen", sagt Schultz und lacht: "Das wär´ doch was, Ruder-Olympiasieger 2028."Das ist Eckhard Schultz:Eckhard Schultz, 47 Jahre alt, kommt aus Horneburg und fand durch einen Zufall den Weg in die Ruderabteilung des RV Rauxel. Seine Familie spielte nämlich Tennis, als sie einen neuen Club suchte und auf der Wartburginsel landete. 1979, also mit 14 Jahre, wechselte er dann die Disziplin und bildete gemeinsam mit den Kirchhoff-Brüdern und Frank Orwat erstmals einen Vierer mit Steuermann. 1980 gewannen sie den Bundesentscheid, die Deutsche Meisterschaft der B-Jugendlichen. Ein Jahr danach wurde Schultz Deutscher Meister im Junioren A-Achter (dem letzten Vereins-Achter bis heute, der diesen Titel gewann); später U23-Weltmeister. Mit de Deutschland-Achter landete er bei den Weltmeisterschaften 1986 und 1987 jeweils auf Platz sechs. 1988 dann der größte sportliche Erfolg für Schultz: der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen Seoul. Ehrenamtlich ist er in der "Stiftung Ruderclub Deutschland" engagiert, der sich die Förderung des Ruder-Nachwuchses auf die Fahne geschrieben hat.

Eckhard Schultz machte zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Bereits vor Seoul hatte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum begonnen. Heute ist er Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) NRW mit Sitz in Düsseldorf.

 

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Jugendhandballer des TuS Ickern

E-Jugend blickt auf starke Entwicklung zurück

Ickern. Die gemischte E-Jugend des TuS Ickern hat eine starke Entwicklung zurückgelegt und ist Tabellenerster. Doch ein möglicher Meistertitel des Teams würde nicht gewertet werden.mehr...

Fußball-Bezirksliga

Dennis Hasecke verlängert bei der SG Castrop

CASTROP-RAUXEL. Mitte Dezember war das Bezirksliga-Derby zwischen den Fußballern des SV Wacker Obercastrop (2.) und der SG Castrop (9.) wegen des Wintereinbruchs ausgefallen. Im Interview erklärt SG-Trainer Dennis Hasecke, warum er damals gerne gespielt hätte, seine Schützlinge bei der Neuauflage aber nicht chancenlos sieht. Und er verkündet eine Neuigkeit.mehr...

Handball-Bezirksliga

Aufwärtstrend beim TuS Ickern hält an

Castrop-Rauxel Die Handballer des TuS Ickern haben in der Bezirksliga Ruhrgebiet wieder in die Spur gefunden. Am Sonntagabend besiegten die Schützlinge von Trainer Ralf Utech in der Sporthalle an der B 235 den Vorletzten DJK Saxonia Dortmund letztlich klar mit 28:20 (11:12).mehr...

Fußball-Testspiele am Karnevalssonntag

Wacker Obercastrop und SG Castrop liefern gute Generalproben ab

Castrop-Rauxel Am Sonntag, 18. Februar, stehen sich der SV Wacker Obercastrop und die SG Castrop in einem Nachholspiel der Fußball-Bezirksliga gegenüber. Am Karnevals-Sonntag gingen sie noch in Testspielen getrennte Wege.mehr...

In der Handball-Bezirksliga

HSG Rauxel-Schwerin bleibt in der Fremde glücklos

Castrop-Rauxel Die Bezirksliga-Handballer der HSG Rauxel-Schwerin bleiben auf fremdem Parkett weiterhin glücklos. Am Samstagabend verloren die Schützlinge von Trainer Randolf Mertmann mit 24:28 (14:13) bei der SG Suderwich.mehr...

Handball

HSG tritt ohne vier Leistungsträger in Suderwich an

Castrop-Rauxel Die heimischen Teams bestreiten am Wochenende den 18. Spieltag. Für die HSG Rauxel-Schwerin und den TuS Ickern geht es jeweils um wichtige Punkte gegen Tabellennachbarn. Allerdings fehlen der HSG vier Spieler.mehr...