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Günther Wohlfarth - Zwischen Theater und Tischtennisplatten

CASTROP-RAUXEL Seine Kompetenz im Bereich Kulturmanagement beweist Günter Wohlfarth seit vielen Jahren als kaufmännischer Direktor des WLT. Doch auch auf dem sportlichen Parkett läuft es gut für den 48-Jährigen. Mit dem Post SV spielt er eine gute Rolle in der Tischtennis-Bezirksliga. Heute in unserer Serie "Leute im Sport".

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Günther Wolfarth (Mitte) im Kreise seiner Bezirksliga-Teamkamderaden beim Post SV, (v.l.) Jörg Wagner, Torsten Tauber, Carsten Hölper, Thorsten Wagner und Waldemar „Waldi“ Gbiorczyk.

Günter Wohlfarth (2.v.l.) mit Ulli Engelbrecht (links) und Intendant Sebastian Heindrichs (rechts) vom WLT sowie Minos Ladoukakis vom Café Balzac bei der Vorstellung des "Zeilen-Zaubers".

"Wenn man als Aufsteiger nicht gleich wieder gegen den Abstieg kämpfen muss, ist das eine positive Entwicklung", sagt Wohlfarth. Bislang sind er und seine Tischtennis-Kollegen auf einem guten Weg. Zwar gab es zuletzt eine 4:9-Niederlage beim TuS Rahm. Die Postler rangieren aber mit sieben Punkten aus sieben Partien auf dem soliden sechsten Platz im Mittelfeld.

Seit zehn Jahren ist Wohlfarth für das Westfälische Landestheater in Castrop-Rauxel tätig, 1998 schloss sich der gebürtige Baden-Württemberger dem Post SV in seiner Wahlheimat an.

Seine Ursprünge als Tischtennisspieler reichen allerdings weit in die frühen 70er Jahre zurück. Als Zwölfjähriger begann Wohlfarth bei seinem Heimatverein SV Kaisersbach mit dem Spiel an der Platte. Fußball war auch im Schwabenland ein Thema, nicht aber für den jungen Günter. "Ich komme aus einer Holzfällergegend, da ging es beim Kicken entsprechend rustikal zur Sache", schmunzelt er.

Die Eltern Wohlfarth untersagten dem Sohn daher das Vereins-Fußballspielen. Stattdessen blieb er dem Tischtennis in Kaisersbach lange treu. Auch während er Verwaltung und Kulturmanagement in den benachbarten Städten Stuttgart und Ludwigsburg studierte, spielte Wohlfarth regelmäßig für den Kreisligisten im Heimatort. Dem ersten beruflichen Engagement an der Württembergischen Landesbühne Esslingen ließ der heutige WLT-Direktor eine längere Tischtennis-Auszeit folgen.

Mit dem Rucksack auf die Fidschis

1990 brach Wohlfarth mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Simone zu einer einjährigen Rucksack-Tour nach Neuseeland, Südostasien und auf die Fidschi-Inseln auf. Anschließend suchte er eine neue berufliche Herausforderung in Sachsen-Anhalt.

Während Wohlfarth dort für das Theater der Altmark in Stendal tätig war, spielte er zwar kein Tischtennis, entdeckte jedoch seine Begeisterung für das Langstrecken-Laufen. Diese gipfelte 1995 in einer Teilnahme am Berlin Marathon, bei dem "ich mehr tot als lebendig ins Ziel gekommen bin", wie sich der Wahl-Frohlinder erinnert. Beruflich folgte ein Engagement für den Business Park Dresden und die Rückkehr zum Tischtennis-Sport beim Landesligisten TTC Elbe Dresden.

Gute Voraussetzungen, um auch nach dem Umzug nach Castrop-Rauxel 1997 weiter mit dem Zelluloid-Ball auf Punktejagd zu gehen. Nachdem das Ehepaar Wohlfarth in Frohlinde heimisch geworden war, knüpfte Günter Kontakt zum Obercastroper Post SV und spielte sich dort nach und nach in die erste Mannschaft vor.

 Mittlerweile gehören zur Familie des WLT-Direktors auch die beiden Söhne Lukas (10) und Leon (8), die im sportlichen Bereich nicht so recht in des Vaters Fußstapfen treten wollen. "Wir stehen manchmal im Keller an der Platte und spielen Tischtennis", berichtet Wohlfarth. "Wenn es um richtiges Zocken geht, gehen die beiden aber lieber auf den Fußballplatz". Beide Sprösslinge sind für Jugendmannschaften des FC Frohlinde aktiv.

Alles unter einen Hut

Vater Günter selbst versucht regelmäßig, seine zeitaufwändigen Aufgaben beim WLT und das sportliche Tischtennis-Engagement unter einen Hut zu bekommen. Dienstags und donnerstags steht das Training in Obercastrop auf dem Plan, mit den Samstagsspielen wird es bisweilen eng, wenn abends Premieren am Europaplatz über die Bühne gehen.

"Manchmal versuche ich dann entsprechend schnell zu spielen, um noch rechtzeitig ins Theater zu kommen", sagt Wohlfarth. Da die Postler nach der Rückkehr von Jörg Wagner mittlerweile aber über einen Sieben-Spieler-Kader verfügen, muss der 48-Jährige nicht immer zum Äußersten gehen.

Auch am kommenden Samstag wird sich Günter Wohlfarth gegen Falkenhorst Herne an der Platte vertreten lassen. Dann steht nämlich beim WLT die Premiere der Ingrid-Noll-Adaption "Ladylike" auf dem Programm.

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