Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Tödlicher Unfall vor Gericht

Gutachter: Motorradfahrer war mit 113 km/h unterwegs

Castrop-Rauxel Als der Urteilsspruch am Castrop-Rauxeler Amtsgericht verkündet wurde, blieben im Gerichtssaal nur Verlierer zurück. Es ging um einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang, bei dem im Oktober 2015 ein 33-jähriger Motorradfahrer in Ickern sein Leben verlor.

Gutachter: Motorradfahrer war mit 113 km/h unterwegs

Auf der Kreuzung Leveringhauser Straße/Zechenstraße ereignete sich im Oktober 2015 der tödliche Unfall. Foto: Foto Fritsch

Der Unfall mit tragischem Ausgang hatte sich im Oktober 2015 ereignet. Der Angeklagte, ein heute 33-jähriger Autofahrer, wurde vom Gericht jetzt zwar verurteilt, doch die Schuld am Tod des Motorradfahrers wurde ihm dabei nicht zur Last gelegt. Eine Entscheidung, die für die Witwe und den Vater des Toten, die mit ihren Anwälten als Nebenkläger auftraten, sicherlich nur schwer zu verstehen war.

Autofahrer wollte nach links abbiegen

Der Angeklagte war an jenem Samstag mit seinem Audi A 4 auf der Leveringhauser Straße unterwegs, wollte gerade nach links in die Zechenstraße abbiegen, als er plötzlich auf der Gegenfahrbahn den Motorradfahrer sah. „Er war in einem Sekundenbruchteil aufgetaucht“, sagte er aus. „Ich kenn die Strecke doch in- und auswendig“, fügte er hinzu. Mehrere Augenzeugen hatten den Unfall miterlebt. „Ich hörte Bremsen, metallisches Kratzen und einen Knall“, sagte eine 31-jährige Anwohnerin, die dann sofort zum Fenster geeilt war und die Situation per Handyfoto festhielt.

Motorradfahrer war viel zu schnell

Auch eine Fußgängerin und eine Rollerfahrerin waren Augenzeuginnen. „Der Motorradfahrer kam angeschossen, ich hatte gleich ein ungutes Gefühl“, sagte die Rollerfahrerin. Ein Eindruck, den der Dekra-Sachverständige nach ausführlichen Berechnungen in seinem Gutachten bestätigte: 113 km/h soll danach der Motorradfahrer schnell gewesen sein, erlaubt sind dort nur 50 km/h. „Das Motorrad wurde wohl überbremst, sodass der Fahrer zu Fall kam“, erklärte er weiter. Das Zweirad rutsche nach dem Sturz noch mehr als 14 Meter weiter, beschädigte dabei ein geparktes Auto. Der Motorradfahrer wurde vor den Audi A 4 geschleudert und dabei so stark verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. „Wäre der Motorradfahrer in angemessener Geschwindigkeit unterwegs gewesen, wäre der Pkw bereits abgebogen gewesen“, erklärte der Sachverständige.

Angeklagter ohne Führerschein und unter Drogen

Strittig blieb, ob das Auto nach dem Zusammenprall zurückgesetzt wurde, doch das war für den Richter bei der Urteilsfindung nicht wesentlich. Dagegen fiel ins Gewicht, dass der Angeklagte ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war, zudem Amphetamine im Blut nachgewiesen wurden. Dafür wurde er zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe und 100 Sozialstunden verurteilt. „Die fahrlässige Tötung hat er nicht zu verantworten“, so der Richter. Es gebe keinen Kausalzusammenhang. Doch die Frage „Was wäre, wenn...“ wird alle Beteiligten verfolgen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Grünordnungsplan für Castrop-Rauxel gefordert

Wie FWI und Grüne Grünflächen grün halten wollen

Castrop-Rauxel Die Grünen und die Freie Wählerinitiative machen sich für einen Grünordnungsplan stark. In Kurzform nennt man das auch GOP. Sie wollen damit verhindern, dass Grünflächen bebaut werden, wie an der Grundschule Alter Garten. Was steckt hinter einem GOP?mehr...

OGS-Essen ab 1. August in Castrop-Rauxel teurer

Mehrheit stimmte im Ausschuss für die Erhöhung

Castrop-Rauxel Zum 1. August wird das OGS-Essen für Eltern teurer. Das hat die Politik im Fachausschuss so beschlossen – gegen die Stimmen von Linken, Grünen und FWI. Die Verwaltung hat aber noch einen eiligen Prüfauftrag.mehr...

Familienstreit endet vor Amtsgericht Castrop-Rauxel

22-Jähriger schlägt Onkel mit Bierflasche nieder

Castrop-Rauxel Weil ein 22-Jähriger seinen Onkel mit einer Bierflasche niedergeschlagen hat, musste er sich wegen Körperverletzung vor dem Amtsrichter verantworten. Beim Prozess kam heraus, dass der eskalierte Streit die Folge jahrelanger Familienquerelen war.mehr...

Suche nach Kita-Plätzen in Castrop-Rauxel

Rund 100 Eltern müssen weiter um einen Platz zittern

CASTROP-RAUXEL Mindestens 100 Eltern suchen für August immer noch händeringend nach einem Betreuungsplatz-Platz für ihren Nachwuchs. Die tatsächliche Zahl könnte sogar noch höher sein.mehr...

1000 Euro für ein neues Rettungsboot

Wie die DLRG sich eine dicke Spende im Radio sicherte

Castrop-Rauxel Manchmal muss es schnell gehen, manchmal muss man spontan sein, um etwas zu erreichen: Die DLRG-Kreisgruppe ist das offensichtlich. Am Dienstag schafften es die Lebensretter, binnen wenigen Stunden spontan über 100 Leute für eine Aktion zusammenbekommen. Das bringt nun bares Geld.mehr...

Außengastronomie füllt Stadtkasse auf

Wer Stühle rausstellt, muss Sonder-Gebühren zahlen

Castrop-Rauxel. Ob in der Mittagspause oder am Wochenende – bei schönem Wetter zieht es die Castrop-Rauxeler jetzt wieder in Straßencafés. Viele wissen nicht, dass die Gastronomen, die das anbieten, dafür ins Portemonnaie greifen müssen. Wir erklären die „Sondernutzungsgebühr“.mehr...