Im Finale korblos abgestürzt

Thorsten Cramer, Nationaltrainer der deutschen Korfball-Auswahl, macht bei der Weltmeisterschaft weiter in (Zweck-)Optimismus: Denn nach der 11:13 (7:7)-Niederlage seiner Mannschaft gegen Spanien in der Weltmeisterschafts-Zwischenrunde um die Plätze neun bis zwölf will er nun aus der Not eine Tugend machen.

Im Finale korblos abgestürzt

Saska Strothmann (rechts), hier im Montags-Spiel gegen China, übernahm gegen Spanien nach 45 Minuten die Spielführer-Binde von Rüdiger Dülfer, der ausschied.

"Ich sehe das positiv, ich glaube das wird ein gutes Spiel", kündigte er noch am Dienstagabend an. Und meinte damit die kommende Begegnung am Mittwoch, 7. November, gegen Ungarn, den Spitzenreiter der anderen Zwischenrunden-Gruppe, im Halbfinale um die Plätze neun bis zwölf. Die deutsche Equipe hätte nämlich unmittelbar nach ihrer nun bereits dritten Niederlage während der WM in Brün (Tschechische Republik) noch einiges besprochen, berichtete der Coach, was ihn nun zuversichtlich stimme für den Abschluss des für die Deutschen bislang so unglücklichen WM-Turniers.

Vier Körbe in Folge

Nach dem Abpfiff hatten die Deutschen in der Tat einigen Gesprächsstoff. Etwa darüber, dass die Cramer-Schützlinge erneut schnell ins Hintertreffen gerieten, diesmal mit 0:4 (6.) und 1:5 (7.). Erst danach fanden sie ins Spiel, glichen zum 7:7-Pausenstand durch Saskia Cramer (27.) vom KC Grün-Weiß erstmals aus. Rüdiger Dülfer (Selmer KV), trotz einer Entzündung am Fuß mit vier Treffern erneut bester deutscher Korbwerfer, brachte sein Team nach dem Wiederbeginn mit 8:7 (35.) und 9:7 (39.) erstmals in Führung. Bis zur 48. Minute (11:9) hielt Deutschland den Vorsprung von zwei Körben. Dann aber sei seine Mannschaft eingebrochen, erklärte Cramer, "da fehlte uns das Selbstvertrauen nach der Niederlage gegen Russland". Die Folge: Mit vier Treffern hintereinander in den zwölf finalen Spielminuten drehte Spanien tatsächlich noch das Spiel.

Kritik am Referee

Cramer: "Da mangelte es an der nötigen Konzentration." Seine Mannschaft sei nicht in der Lage gewesen, "lange Zeit gleichmäßig zu funktionieren". Das sei "gerade jetzt schade", betonte Cramer: "Wir hätten einen Tag mehr Zeit gebraucht nach dem Russland-Spiel."

Zudem bemängelte er die Leistung des Referees: "Das war eine extrem schwache Schiedsrichter-Leistung." Der Unparteiische hätte sein Team immer wieder durch Freiwurf- und Strafwurf-Entscheidungen zurück geworfen. Cramer: "Uns dagegen hat er nicht viel zugesprochen."

Die Gewinner der beiden Überkreuzspiele machen am Freitag, 9. November, den neunten Platz unter sich aus. Die beiden Verlierer müssen sich mit dem "Endspiel" um Platz elf zufrieden geben. Und selbst mit dieser Region in der Rangliste muss sich die deutsche Mannschaft jetzt beschäftigen - allem (Zweck-)Optimismus zum Trotz.