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Entblößung am Hauptbahnhof

Junger Exhibitionist zu Bewährungsstrafe verurteilt

CASTROP-RAUXEL Erst blitzten seine Avancen ab, dann entblößte er sich vor dem Opfer: Das Amtsgericht Castrop-Rauxel hat am Mittwoch einen 24-Jährigen wegen Beleidigung und Exhibitionismus zu drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Das Urteil akzeptierte er nicht sofort.

Das Gericht hielt die Angaben des Opfers, einer 21-jährigen Studentin, für glaubhaft. Demnach habe der 24-Jährige ihr auf dem Park & Ride-Parkplatz am Hauptbahnhof im Mai dieses Jahres seinen Schambereich gezeigt, nachdem sie auf eine Anmache seinerseits nicht einging. Der 24-Jährige stritt das ab. Er befürchte bei einer Verurteilung die Abschiebung in die Türkei, wie er per Dolmetscher mitteilen ließ. 

Ein Bekannter des jungen Mannes trat am Mittwoch als Entlastungszeuge auf. Er sagte aus, den Angeklagten an besagtem Tag in Herne getroffen und mit ihm zur Mittagszeit nach Castrop-Rauxel gefahren zu sein. Dort habe er aus der Ferne beobachtet, wie sein Freund die Frau nur angesprochen habe.

Laut der Studentin soll sich der Vorfall aber am späten Nachmittag ereignet haben. Auch hatte sie ausgesagt, den Angeklagten früher am selben Tag schon in Herne getroffen zu haben. Beim zweiten Aufeinandertreffen sei der Angeklagte zudem allein gewesen.

Urteil nach Rücksprache doch akzeptiert

Die Geschädigte habe keinen Grund, den Angeklagten mit einer Falschaussage zu belasten, so der Richter. „Sie kannte ihn nicht und die Art des Delikts ist für sie auch sehr peinlich.“ Der 24-Jährige habe durch die Angst vor der Abschiebung sehr wohl ein Motiv, um die Unwahrheit zu sagen. Auf das laufende Asylverfahren habe das Urteil aber keine Auswirkung.

Nach Rücksprache mit seinem Dolmetscher erklärte der Angeklagte nach dem Ende der Verhandlung noch durch die Tür des Sitzungssaals, das Urteil doch zu akzeptieren. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre, der mittlerweile in Wetter lebende Mann muss zudem 100 Sozialstunden ableisten. 

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