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Kinderpornos auf dem Handy

CASTROP-RAUXEL Als es eines Tages an seiner Haustür schellte und Polizisten sein Handy beschlagnahmten, sei er überrascht und vollkommen ahnungslos gewesen. Das beteuerte der 25-jährige Castrop-Rauxeler gestern im Gericht.

Richter wie Staatsanwalt fiel es sichtlich schwer, ihm zu glauben. Denn auf dem konfiszierten Handy waren 14 Fotos pornografischen Inhalts - stets Kinder als Hauptakteure - gespeichert.

Verschickt

Aufgeflogen war die Sammlung, weil der Angeklagte Fotos per MMS (Multimedia Messaging Service) von seinem zu einem anderen Handy gesandt hatte. Dieser Empfänger, gegen den ebenfalls ein Gerichtsverfahren läuft, hatte ebenfalls Kinderpornos auf seinem Handy, deren Herkunft zurück verfolgt werden konnte. Und sie kamen eindeutig vom Angeklagten. Das bestätigte auch der Fachmann der Polizei, der gestern als Zeuge gehört wurde und erläuterte, was er auf dem Handy gefunden hatte.

Nur eine Frage konnte auch er nicht mit Sicherheit beantworten. Nämlich die, ob man alle Fotos zwangsläufig sieht, wenn man sie per MMS weiterleitet. Der Angeklagte behauptete fest, nicht gewusst zu haben, was er verschickt. Ebenso wenig sei ihm der Adressat bekannt gewesen, beteuerte er.

Über einen Chat, eine Kontakt- und Gesprächsbörse im Internet, habe er Fotos angefordert und umgehend jede Menge erhalten. Aber auch Anfragen blinkten auf seinem Display auf. Andere "Fotofans" suchten Bilder oder wollten tauschen. Da habe er einfach ein paar weitergeschickt, sagte er Arbeitslose, von dessen bescheidener monatlicher Unterstützung vermutlich eine Menge für die Handyrechnung drauf ging.

Beschlagnahmt

Die Sorge ist er los, das Handy bleibt beschlagnahmt. Und mit einem blauen Auge davon gekommen ist er auch bei dem Urteil. Denn die Justiz unterscheidet sorgfältig ob jemand Fotos mit pornografischen Inhalt besitzt oder ob er sie auch verbreitet.

Der Besitz war unbestritten, doch die Verbreitung konnte dem Mann nicht nachgewiesen werden, weil seine Behauptung, den Inhalt der weitergeleiteten Bilder nicht gesehen zu haben, nicht widerlegt werden konnte. Daher kam er mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu jeweils 10 Euro davon.

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