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Konfirmanden und Koranschüler suchen Gemeinsamkeiten

SCHWERIN Manchmal muss man nur ein bisschen genauer hinsehen, um in dem scheinbar Unterschiedlichen die Ähnlichkeiten zu erkennen. So erging es auch der 30-köpfigen Gruppe aus Konfirmanden und Koranschülern am Samstag Morgen auf Schwerin.

Konfirmanden und Koranschüler suchen Gemeinsamkeiten

<p>Der Besuch in der Moschee warf viele Fragen auf.

Zum Abschluss der interkulturellen Woche luden sich die unterschiedlichen Religionen angehörenden Schüler gegenseitig in ihre Gebetshäuser ein. Dort erklärten sie sich gegenseitig ihre religiösen Bräuche und Zeremonien.

Schuhe ausziehen "Beim Betreten der Moschee ziehen wir die Schuhe aus", begann der Koranschüler Serdar Dogan den überwiegend jungen Besuchern vor der Mevlana-Moschee zu erzählen. Der die Konfirmanden begleitende Pfarrer Hans-Jürgen Knipp erklärte, dass auf diese Weise verhindert werde, dass Straßenschmutz in den Gebetssaal gebracht wird. Außerdem, so fügte der 15-jährige Koranschüler hinzu, waschen sich die Gläubigen vor dem Betreten auch die Hände und das Gesicht.

Frauen und Männer getrennt Auf dem weichem Teppich der Moschee hatten die Konfirmanden dann sogleich die Gelegenheit, selbst Fragen zu stellen. "Warum ist denn dort eine Kamera?", fragte einer der Jugendlichen. Die Antwort von Kadir Kiziltepe, dem Vorbeter der Moschee, verwunderte einige der Anwesenden. Denn im Islam beten Männer und Frauen in getrennten Räumen. Das Bild des Imam wird für die Anwesenden im anderen Raum durch die Kamera übertragen.

Rosenkranz Was zunächst noch als sehr ungewöhnlich angesehen wurde, entpuppte sich aber beim späteren Besuch in der evangelischen Lutherkirche als gar nicht so fremd. Wie die Konfirmanden erklärten, beteten vor vielen Jahren Männer und Frauen auch auf getrennten Bänken in der Kirche. Selbst die Kette mit den Gebetsperlen, die die Muslime besitzen, weckte Erinnerungen bei den Konfirmanden, da diese doch stark dem katholischen Rosenkranz gleichen.

Während die Christen von den Kirchenglocken zum Gebet gerufen werden, übernimmt im Islam ein Muezzin diesen Dienst. So wurden aus den zunächst angenommenen Unterschieden weitere Gemeinsamkeiten.

Positives Fazit Der Vorsitzende des Integrationsrats, Kubilay Corbaci, der die Führung ebenfalls begleitete, zog ein positives Fazit aus der zurückliegenden Woche. "Es lief alles wirklich sehr erfreulich," sagte er. "Wenn man bedenkt, was die vielen Menschen an freier Zeit geopfert haben, um dies hier zu ermöglichen, können wir sehr zufrieden sein."

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