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Kruska nach seinem Wechsel nach Brügge: "Ich habe alles versucht"

CASTROP-RAUXEL Vier Grad, wechselhaftes Wetter - Winter. So hat die belgische Stadt Brügge den Rauxeler Fußballprofi Marc-André Kruska empfangen. Der 21-Jährige lebt seit dem Wochenende in der flämischen Metropole. Wo wohnt er jetzt? Wie ist er aufgenommen worden? Und was sind seine Wünsche für die Rückrunde? Sportredakteur Carsten Loos sprach mit Kruska.

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Neues Trikot, neue Heimat: Beim FC Brügge trägt Marc-André Kruska die Rückennummer 24.

Fußballprofi Marc Kruska (l.) stattete den Castrop_Rauxeler Jugend-Stadtmeisterschaften noch einen Besuch ab, bevor er nach Belgien zu seinem neuen Verein FC Brügge fuhr. Neben ihm Gabriel Szczesny.

Trainer Jürgen Klopp im Gespräch mit Marc-André Kruska. Beim neuen BVB-Coach hatte der junge Rauxeler einen schweren Stand.

Herr Kruska, Castrop-Rauxel - Brügge, was bedeutet das in Zahlen? Kruska: Ungefähr 320 Kilometer Autobahn. Gut drei Stunden Fahrt, durch Holland und Belgien darf man ja nur 120 Stundenkilometer schnell sein.

Wie war der Empfang bei Ihrem neuen Club; wie war das erste Aufeinandertreffen mit den Fans? Kruska: Einige Fans waren schon beim Training auf dem Trainingsgelände dabei. Und die Mannschaft hat mich super aufgenommen; das ist schon in Ordnung.

Wie steht´s um die Suche nach einer neuen Bleibe; haben sie schon eine Wohnung gefunden oder leben Sie noch im Hotel? Kruska: Ich habe jetzt ein kleines Haus gefunden, kann aber erst in der nächsten Woche einziehen. Die Suche lief ziemlich schnell; ich hatte sofort fünf Objekte zur Auswahl. Die ersten Tage lebe ich jetzt im Hotel. Das ist aber nicht schlimm; ich bin ohnehin den ganzen Tag auf dem Trainingsgelände.

"Da konnte man nicht gut spielen" Schon am Samstag (17. Januar, Anm. d. Red.) sollen Sie dann Ihr Debüt in der Mannschaft geben gegen den KV Mechelen. Kruska: Das wird ein schweres Stück Arbeit. Mechelen ist zwar nur 13. in der Tabelle, hat aber fünf Spiele hintereinander nicht verloren. Zuletzt hat Mechelen sogar im Pokal beim Spitzenreiter RSC Anderlecht mit 2:1 gewonnen.

Am letzten Sonntag haben sie Ihre neue Mannschaft erstmals gesehen. Sie verlor im Pokal mit 0:1 gegen den Tabellenletzten SV Roeselare. Wie war Ihr Eindruck? Kruska: Von außen ist das schwer zu beurteilen. Der Rasen war gefroren; da konnte man nicht gut spielen.

Welche Aufgabe kommt im neuen Team auf Sie zu? Kruska: Ich will meine Stärken einbringen. Ich muss viel mit meinen Mitspielern reden, egal ob auf Englisch oder Deutsch mit ein bisschen Niederländisch. Die Fußballersprache kennt man ja; die ist international.

"Den Stammplatz werde ich erkämpfen müssen" Haben Sie einen Stammplatz sicher? Kruska: Den werde ich erkämpfen müssen; ich habe in der Woche gut trainiert. Deshalb hoffe ich, dass ich gegen Mechelen von Beginn an spielen werde.

Es heißt in Medienberichten, Brügge habe Sie gezielt verpflichtet. Als Führungsspieler? Kruska: Ich denke, dass man mir schon eine Führungsrolle geben will. Wenn man einen Spieler aus der Bundesliga holt, mit 21 Jahren und fast 100 Spielen, sollte der schon Verantwortung übernehmen können. Das muss auch mein Ansporn sein. Schließlich will ich mich weiter entwickeln.

Sie waren von frühester Kindheit an erklärter Fan von Borussia Dortmund, und Sie haben zehn Jahre lang, von der Jugend bis zur Bundesliga, auch für Ihren Lieblingsverein gespielt. Wie schwer ist es für Sie, den Verein zu verlassen und zu einem anderen Club zu wechseln? Kruska: Das ist nicht einfach. Mein ganzes Leben drehte sich ja nur um Borussia. Aber vielleicht bringt der Wechsel ja was Positives. Ich habe ja in der letzten Zeit nicht mehr gespielt. Hier in Brügge will ich zeigen, dass ich Fußball spielen kann. Und wer weiß, was in ein paar Jahren ist. Eine Rückkehr zum BVB schließe ich nicht aus.

"Vielleicht hat der Trainer eher auf andere Spieler gesetzt" Es hieß, Sie seien aus eigenen Stücken von Dortmund weggegangen. Was hat zu diesem Schritt geführt? Kruska: Ich habe in dieser Saison nur zwei Kurzeinsätze gemacht. Im letzten Jahr waren es immerhin noch 23. Zwar hatte ich mir zuletzt einen Zeh gebrochen, aber vielleicht hat der Trainer eher auf andere Spieler gesetzt. So ist das nun mal im Fußball. Ich habe im Training alles versucht und Gas gegeben. Aber Training ist halt kein Spiel. Auf Dauer ist es für keinen Spieler befriedigend, nicht spielen zu können.

Was haben Sie sich in Brügge zum Ziel gesetzt? Ihr Club ist derzeit Dritter mit sieben Punkten Rückstand auf Anderlecht. Kruska: Wichtig ist es für mich, jede Woche 90 Minuten zu spielen. In Dortmund habe ich zuletzt nur alle drei, vier Wochen mal bei den Amateuren gespielt. Um mich weiterzuentwickeln, muss ich auf hohem Niveau spielen. Vielleicht ja im nächsten Jahr auch im UEFA-Cup. Die ersten drei Teams spielen international.

"Das wäre meine erste Europameisterschaft" Und was ist mit der U21-Europameisterschaft in diesem Sommer, schließlich sind Sie Kapitän der Nationalmannschaft? Kruska: Na klar, da will ich dabei sein. Das wäre meine erste Europameisterschaft. Wenn ich hier in Brügge regelmäßig spiele, ist das auch für den Nationaltrainer einfacher, mich mit nach Schweden zu nehmen.

Haben Sie irgendwelche sportlichen Beziehungen zum FC Brügge; das 0:5-Aus im UEFA-Cup-Achtelfinale in Ihrem Geburtsjahr 1987 werden Sie ja nicht wirklich wahrgenommen haben? Kruska: Vor ein paar Jahren habe ich gesehen, wie der BVB gegen Brügge in der Champions League-Qualifikation im Elfmeterschießen ausgeschieden ist. Da war ich noch Jugendspieler bei Borussia. Ich saß aber nicht im Stadion, sondern vor dem Fernsehen.

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