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Liebeserklärung an den großen Chansonnier

CASTROP Am Samstagabend präsentierte der deutsche Liedermacher und Sänger Klaus Hoffmann im Zuge seiner Europatournee Chansons von Jacques Brel in der Stadthalle. Brel, der eigentlich aus Belgien stammte, verkörperte das französische Chanson – und Hoffmann verkörperte nun Brel.

Liebeserklärung an den großen Chansonnier

Klaus Hoffmann

Hoffmann hatte den belgischen Chansonnier nie persönlich kennen gelernt, doch als junger Berliner Künstler „ohne Material“ hatte er damals in den Liedern Brels die einzige Chance auf Erfolg gesehen. In Zusammenarbeit mit Brels Arrangeur und Mitkomponisten Francois Rauber übersetzte Hoffmann die bekannten Chansons ins Deutsche, um das Publikum besser zu erreichen.Start im entzückenden Paris Wie der Künstler selbst lud Hoffmann sein Publikum auf eine Reise um die Welt der Chansons ein. Angefangen im entzückenden Paris, mit seinen schönen Mädchen á la „Madeleine“ und „Mathilde“, fand sich Hoffmann/Brel am „Hafen von Amsterdam“ (Le port d'Amsterdam) wieder oder schwelgte von den „Marquesas“ Französisch-Polynesiens. Brel empfand eine solch starke Bindung zu den Inseln, die auch „Erde der Männer“ genannt werden, dass er sich – wie zuvor schon der Maler Paul Gauguin – nach seinem Tod 1978 dort begraben ließ. Aber auch seiner Heimat, dem „flachen Flanderland“ Belgiens, widmete sich Brel mit einer Liebeserklärung.Pianist als ebenbürtiger Partner Der Künstler des Abends machte dem Publikum in der bis fast auf den letzten Platz besetzten Stadthalle die Gedankenwelt Brels lebendig. Hoffmann sang, spielte und parodierte meisterlich und wandelte sich von der 100-jährigen „tanzenden Flämin“ zum durstigen „Trinker“. Seine spielerische und gesangliche Brillanz fand ihren Höhepunkt im „Walzer der tausend Takte“: Das Stücke wurde immer schneller und schneller; Hoffmanns Betonung, sein Ausdruck und sein Gesang zeugten von Professionalität. Pianist Hawo Bleich schien alle Stücke aus dem Gedächtnis und Herzen zu spielen, war statt Begleiter ebenbürtiger Partner Hoffmanns.Lob an das Publikum Hoffmann, der vor zwanzig Jahren das erste Mal in Castrop-Rauxel auftrat, war mit der Resonanz sichtlich zufrieden: „Sie waren eines der wundervollsten Publikume – so sagt man das doch?“

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