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Meisenhof öffnete seine Türen

ICKERN Ein ganz und gar nicht normaler Tag war der Samstag in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel. Über 4000 Besucher waren der Einladung des Meisenhofes gefolgt und warfen beim Tag der offenen Türen einen Blick hinter die Zäune der Einrichtung.

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Travis (5) und Mama Skrollan fahren im Knastbus.

Helmut Haller und der Kapitän der Häftlinge, Christian Klein (2.v.l.), beim Anstoß zum Fußballturnier.

"Wir wollen nicht wie früher eine Käseglocke über die Anstalt stülpen", erklärte JVA-Leiter Julius Wandelt. Zum 40. Geburtstag des Meisenhofes öffnete man Tür und Tor und veranschaulichten den Besucher die Arbeit vor Ort. "Es nützt nichts, Menschen einfach einzusperren", betonte Wandelt. "Mauern und Stacheldraht haben noch keinen gebessert." Im Gegensatz zum geschlossenen Vollzug, setzt der offene auf das Prinzip des kontrollierten Umgangs mit der Freiheit. Den Übergang in diese, versucht die JVA vor allem durch eine geregelte Arbeit zu ermöglichen.

Helmut Haller machte den Anstoß zum Fußballturnier

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Helmut Haller ist von einer Wichtigkeit sinnvollen Freizeitgestaltung der Inhaftierten überzeugt. Als Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung übernahm er an diesem Tag die Schirmherrschaft über das Fußballturnier hinter Gittern und spendete für das Inhaftierten-Team sogar die schwarz-gelben Trikots.

Doch der Alltag eines Gefangenen in Ickern besteht natürlich nicht nur aus geregelter Freizeit. Auch innerhalb der Anstalt gibt es für die Inhaftierten viel zu tun. Das konnten auch die Besucher auf den ersten Blick sehen: Die Häuser waren gestrichen, der Rasen frisch gemäht, die Wege gefegt und von Dreck keine Spur.

Im Haus 4, das für die Öffentlichkeit zugänglich war, führte Albert Lang den Besuchern die vier Wände der Inhaftierten vor. Zwei Meter breit und drei Meter lang, Schrank, Bett, Tisch und Stuhl - die Grundausstattung eines Einzelzimmers. Der Rest der Einrichtung ist privater Besitz. So finden sich auch Topfpflanzen, Fernseher und Fotos.

Häftlinge bekamen viel Familienbesuch

Einige Häftlinge blieben am Tag der offenen Tür auf ihren Zimmern. Die meisten jedoch freuten sich über die vielen Besucher, da unter ihnen nicht selten auch Familienangehörige waren. Schließlich lockte nicht nur die Neugier, sondern auch viele der von den über 100 Helfern organisierten Attraktionen.

Auf die Frage, ob die Sicherheitsvorkehrungen denn ausreichend seien, antwortete einer der Beamten: "Die würden schon von sich aus nicht weglaufen, weil sie viel zu viel zu verlieren hätten. Wer abhaut und erwischt wird, landet ohne Diskussion wieder im geschlossenen Vollzug." Und wer will das schon.

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