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Ehrenmal-Renovierung

Militaristischer Text sorgt für Kritik

CASTROP-RAUXEL Gisbert Baranski beschäftigt sich seit Jahren mit der Stadtgeschichte – vor allem mit dem Schicksal der ehemaligen jüdischen Bürger Castrop-Rauxels. Es stört ihn, dass die Schriften, die aus dem Jahr 1934 – also aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen – weiterhin zu lesen sind.

Militaristischer Text sorgt für Kritik

Sind Kriege "groß"? Nach der Renovierung steht weiterhin "Den Opfern zweier grosser Kriege" auf der Tafel an dem Ehrenmal an der Dortmunder Straße/Ecke B 235.

Kritik an der Renovierung des Ehrenmals an der Dortmunder Straße/Ecke B235 übt Gisbert Baranski. "Zu meinem Entsetzen muss ich feststellen", sagt er, „dass die alten pro-nationalsozialistischen, militaristischen und national-chauvinistischen Texte, wie ‚Helden des Weltkrieges‘ vorn, "Erwacht zur Wehr‘ links, ‚Euch zur Ehr‘ rechts und ‚Ein einig Deutschland 1914-1918‘ hinten, übernommen wurden."

"Selbst die nach 1945 zu Rauten umgemeißelten Hakenkreuze wurden so belassen", klagt Baranski. Das Denkmal ist "Den Opfern zweier großer Kriege" gewidmet. Die große Schrifttafel mit diesem Text stammt aus dem Jahr 1954. "Sie war damals schon umstritten", erinnert sich Stadthistoriker Dietmar Scholz. Er sieht das Denkmal heute als "ein historisches Gebilde" und meint: "Die Frage ist immer, ob man ein solches Denkmal in seinem ursprünglichen Zustand belässt oder es gänzlich neu gestaltet. Ich denke, es war richtig, es in dem historischen Zustand zu belassen, damit es zum Nachdenken anregt." Baranski argumentiert dagegen: "In der heutigen Zeit muss ein derartiges Denkmal den bekannten Opfern – in eindeutiger Weise bei der Gestaltung und in den Texten – vorbehalten sein. Alles andere wäre doch nur eine Geschichtsklitterung zur Verschleierung historischer Tatsachen."

Mit Gisbert Baranski ist sich Dietmar Scholz darin einig, dass das Grünflächenamt die rund 7000 Euro teure Renovierung des Denkmals nicht im Alleingang hätte machen sollen. "Eigentlich hätte der aus sieben Parteien bestehende Rat der Stadt ein unbedingtes Mitspracherecht bei der Gestaltung der Texte haben müssen", betont Baranski. Vermutlich sei der Rat von der Stadtverwaltung "wieder einmal über den Tisch gezogen und in Unkenntnis gelassen worden", meint er.

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