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Nach dem Umzug der städtischen Unterkunft - das sind alle wichtigen Zahlen

Flüchtlings-Situation

Die Flüchtlingssituation heute ist mit der von vor genau drei Jahren nicht zu vergleichen. Darum konnte die Stadt auch gut den Umzug nach Ickern meistern. Nun lieferte sie viele Zahlen.

Castrop-Rauxel

von Tobias Weckenbrock

, 29.06.2018
Nach dem Umzug der städtischen Unterkunft - das sind alle wichtigen Zahlen

62 Personen sind jetzt von Merklinde aus der ehemaligen Harkortschule nach Ickern in die Janusz-Korczak-Schule umgezogen. © Thomas Schroeter

Susanne Köhler ist in der Stadtverwaltung die zuständige Mitarbeiterin. Im Betriebsausschuss 2 lieferte sie der Politik am Donnerstagabend einen Überblick über den Sachstand. Das ist, was sie berichtete:

  • Zum 31. Mai 2018 waren 310 Asylbewerber in Castrop-Rauxel im Asylverfahren. Darunter waren 133 geduldete Personen - also laut Aussage von Köhler eigentlich ausreisepflichtige Menschen, die aber Leistungen beziehen und aufgrund verschiedenster Hintergründe den meist kurzfristigen Duldungsstatus erhalten.
  • 135 Person galten zum Stichtag als wohnungssuchend. Das sind anerkannte Asylbewerber, die einen Aufenthaltstitel haben, und andere obdachlose Menschen. Die Zahl der deutschen Staatsbürger auf Wohnungssuche, die durch die Stadt eine Bleibe bekommen haben, lag bei 20 Personen.

62 Personen sind umgezogen

  • Der Umzug zur ehemaligen Marienburger Grundschule wurde am Mittwoch abgeschlossen. 62 Personen zogen von Merklinde aus der ehemaligen Harkortschule nach Ickern um. Man habe mit 50 Personen geplant, aber in diesem Bereich, so Susanne Köhler, sei die Fluktuation sehr groß. So habe man zum Beispiel noch in derselben Woche neue Zuweisungen durch die Bezirksregierung erhalten. Unter den 62 Personen waren 12 Deutsche, 11 anerkannte Asylbewerber und 6 Personen mit subsidiärem Schutz. Die anderen sind vor allem geduldete Personen oder Personen, die in einem Verfahren stecken.

Die Fluktuation ist groß

  • Generell gilt laut Köhler: „Die Fluktuation ist groß, weil unsere Unterkunft die erste Anlaufstelle ist - also für alle, die neu zugewiesen werden. Bei diesen Personen sind zumeist noch keine Leistungen beim Jobcenter bewilligt. Sie kommen dann erst einmal zwei, drei Wochen bei uns an, wir erklären, wie sie sich in Castrop-Rauxel zurecht finden. Erhalten sie dann die Leistungen, kommen sie sobald es geht in eine eigene Wohnung, wo sie sich selbst versorgen. Da haben wir zurzeit recht viel Luft im Markt.“

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  • Die Flüchtlinge, die nun an der Marienburger Straße wohnen, werden von Köhlers Bereich betreut: ein Sozialarbeiter und ein Hausmeister sind für sie zuständig, der auch pädagogisch arbeiten könne. „Wir besuchen die Familien und Einzelpersonen zweimal in der Woche, haben einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst und haben uns in den letzten drei Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut“, so Köhler. Man sei eng zum Beispiel mit dem Jobcenter, dem Jugendamt und dem Bereich 58 der Verwaltung verwoben. „Denn es kommen nicht nur Familien und junge Männer, sondern zum Teil auch Schwerstkranke und Pflegebedürftige.“ Eine 70-jährige demente und an Krebs erkrankte Frau, die eine sehr seltene Sprache sprach und auch noch inkontinent war - an so eine Klientin erinnert sich Köhler. „So gehen auch Pflegedienste bei uns ein und aus.“

Ehrenamtliche machen tolle Arbeit

  • Ein weiterer Kooperationspartner sind die Ehrenamtlichen. „Mit dem Ehrenamt treffen wir uns wöchentlich, haben auch einen Stammtisch. Wenn man allgemein sagt, dass das Ehrenamt abflacht: Nein, wir haben eine ganz neue Gruppe von Helfern hinzubekommen.“ Am Anfang, also Ende 2015 und 2016, hätten die Flüchtlinge Hilfe bei der Antragsstellung gebraucht; das habe sich jetzt aber auf andere Aufgaben verlagert, weil viele inzwischen längst so etwas wie heimisch geworden seien. „Wir sind in Castrop-Rauxel beim Ehrenamt ganz weit vorne“, so Köhler.



  • In Merklinde gab es an der Unterkunft auch eine Begegnungsstätte. „Die wollen wir in Ickern auch schaffen“, so Köhler: Anträge, Wohnungssuche, Mobilfunkverträge, die man vielleicht wieder kündigen muss - hier ist oft Hilfe beim Übersetzen und Verstehen nötig. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe haben sich inzwischen so weit fortgebildet, dass sie so fit sind wie wir bei der Stadt“, lobt Susanne Köhler.
  • Sozialdzernentin Regina Kleff sagte im B2-Ausschuss: „Um das Ehrenamt beneidet man unsere Stadt auch in der Nachbarschaft.“
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