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ÖPNV mit Bus und Bahn

Neue VRR-App rechnet jetzt nach Kilometern ab

CASTROP-RAUXEL Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr plant einen neuen Tarif. Fahrgäste sollen nur die Strecke zahlen, die sie mit Bus und Bahn wirklich zurückgelegt haben. Das gilt auch für Castrop-Rauxel. Aber wie soll das beim VRR genau funktionieren? Und wo ist der Haken?

Neue VRR-App rechnet jetzt nach Kilometern ab

Ab nächstem Frühjahr führt der Verkehrsverbund Rhein Ruhr – zunächst testweise – einen elektronischen Tarif für Bus- und Bahn ein, der per Smartphone-App kilometerscharf abgerechnet wird. nextTicket soll der virtuelle Fahrschein heißen. Foto: Stephan Schuetze

Nur für die Kilometer bezahlen, die man tatsächlich in Bus und Bahn fährt – das ist das Prinzip eines neuen Tickets, das der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) ab Frühjahr in seinem Verbreitungsgebiet und damit auch in Castrop-Rauxel testen will. Der Name des neuen Tarifs: nextTicket. Gebucht und nach Fahrtende bezahlt wird über eine App auf dem Smartphone.

Zu Beginn der Fahrt checkt sich der Fahrgast über die App in das System ein, und sobald er den letzten Bus oder die Bahn am Ende seiner Fahrt wieder verlässt, checkt er aus. Mithilfe des GPS (Ortungsdienst) im Smartphone wird die zurückgelegte Strecke genau berechnet. Das System weist anschließend den Fahrpreis aus. Der setzt sich zusammen aus einem festen Grundpreis, den der VRR pro Fahrt berechnet, und den gefahrenen Linienkilometern.

Kunden zahlen Grund- und Kilometerpreis

Laut VRR-Sprecher Dino Niemann soll der Grundpreis zwischen 1,40 und 1,45 Euro liegen, der Kilometerpreis bei 20 Cent. Am Ende des Monats bekommt der Kunde dann eine Rechnung. Zum Jahresbeginn 2018 werde der VRR mit einer Kampagne um Testpersonen werben. Interessenten können sich dann über eine eigens geschaltete Internetseite für den Test registrieren. Mindestens 3000 sollen es werden. „Es können aber auch mehr sein“, sagt Niemann. „Wir haben für den Test zusätzlich ein Kontingent für 500 weitere Nutzer bei uns eingeplant. Solche Kontingente gibt es auch bei vielen anderen Nahverkehrsunternehmen der Region“, sagt Norbert Konegen, Presseprecher der Vestischen Straßenbahn GmbH, zum VRR-Projekt

Zunächst gilt es zu prüfen, ob sich die Fahrgäste problemlos an- und abmelden können und ob die Technik einwandfrei funktioniert. Anfangs wird dabei noch der Fahrpreis nach dem aktuellen Tarif berechnet und erst später nach den gefahrenen Kilometern.

Datenschutz laut VRR gewährleistet

Der neue Tarif soll sich in erster Linie an Kunden richten, die nur gelegentlich mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. „Weil der Kunde das Wabensystem nicht verstehen muss, erhoffen wir uns von dem Tarif auch eine niedrigere Einstiegsbarriere für neue Kunden“, so Dirk Rogalla, Pressesprecher der HCR. Außerdem entfiele für Nutzer der Kauf eines Tickets beim Busfahrer oder am Automaten. Das spare Zeit für beide Seiten und könne sich positiv auf die Pünktlichkeit von Bussen und Bahnen auswirken. Verbindungen, bei denen der Kunde nur wenige Stationen weiter fährt, als der bisherige Tarif es zulässt, werden potenziell günstiger. In anderen Fällen kann es aber auch teurer werden. Deswegen soll es eine Preisbremse geben. „Wenn der Kunde so viel fährt, dass ein entsprechendes Monatsticket günstiger wäre, wird der Preis gedeckelt“, sagt Norbert Konegen.

Datenschützer verweisen auf die Gefahr, dass mit der App ein Bewegungsprofil der Kunden erstellt werden könnte. Der Datenschutz sei gewährleistet, versichert dagegen Niemann. Kundendaten würden getrennt von Bewegungsdaten auf unterschiedlichen Servern gespeichert und nur für die Abrechnung miteinander verknüpft, erläutert der VRR-Sprecher.

Achtmonatiger Testzeitraum

Während des auf acht Monate angesetzten Testzeitraumes sollen möglichst alle Probleme, die mit dem nextTicket auftreten könnten, ausgemerzt werden. Wird die Fahrstrecke immer korrekt erfasst? Was passiert, wenn ich mich in das System einbuchen möchte und keinen mobilen Internetempfang habe? Deswegen bleibt es für die Tester zunächst auch beim klassischen Tarif, erst in der zweiten Phase wird dann tatsächlich nach Kilometern abgerechnet. „Es wird derzeit auch daran gearbeitet, das System noch weiter zu automatisieren“, sagt Dirk Rogalla.

So könnte das Ausloggen des Fahrgastes unter Umständen mit einer Bluetoothverbindung im Bus gesteuert werden. Da diese Art der Verbindung nur über kurze Distanzen arbeitet, sie also nach dem Verlassen von Bus oder Bahn nach kurzer Zeit unterbrochen wird, ist so eine Funktion – technisch gesehen – problemlos umsetzbar. Das Einloggen zu Fahrtbeginn entfällt zwar nicht, aber es würde das Vergessen des Ausloggens, und damit potenziell falschen Mehrkosten, vorbeugend entgegenwirken.

Die Abrechnung erfolgt zunächst über Kreditkarte oder das Lastschriftverfahren. Ob es zukünftig möglich sein wird, auch per Paypal seine Rechnung zu begleichen, werde geprüft. Auch eine Verschmelzung der bestehenden Fahrplan-App des VRR mit dem neuen Tarif ist nicht ausgeschlossen. „Das wird dann aber nach der Testphase passieren“, so Rogalla.

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