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SG Eintracht Ickern/Yeni Genclik

Rassismus-Vorwurf: Spielwertung bleibt bestehen

Castrop-Rauxel Das abgebrochene Spiel in der Fußball-Kreisliga A zwischen dem SC Constantin Herne und der SG Eintracht Ickern/Yeni Genclik wird mit 3:1 für die Herner gewertet. Diese Entscheidung traf die Kreisspruchkammer (KSK) am Dienstagabend. Beendet ist die Auseinandersetzung damit aber möglicherweise noch nicht.

Rassismus-Vorwurf: Spielwertung bleibt bestehen

Die Kreisspruchkammer des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel sah es nach der knapp eineinhalbstündigen Verhandlung als erwiesen an, dass die Spieler der SG Eintracht/Yeni am Sonntag, 12. Oktober, den Abbruch des Spiels bei Constantin herbeigeführt hatten. Neben der Spielwertung verhängte die Kammer die für erzwungene Spielabbrüche festgelegte Geldstrafe von 300 Euro. Die SG muss zudem die Kosten des Verfahrens tragen.

Der Vorsitzende der KSK, Heinz Rychlik, hatte bereits im Vorfeld betont, dass die Kammer auf Kreisebene nur für die Bewertung des eigentlichen Spielabbruchs zuständig sei. Die Begleitumstände, die für Diskussionen gesorgt hatten, weil sich Spieler und Verantwortliche des Castrop-Rauxeler Vereins rassistisch beleidigt gefühlt hatten, fielen in den Zuständigkeitsbereich der Verbandsspruchkammer. Bei der KSK-Verhandlung in Herne machten die Beteiligten noch einmal ihre Positionen deutlich. Turhan Ersin, Betreuer der SG Eintracht/Yeni, berichtete, dass seine Spieler von Spielbeginn an von Herner Zuschauern und einem, nicht identifizierten, Akteur auf der Bank des SC Constantin provoziert und beleidigt worden seien.

Ersins Darstellung, wonach er den Schiedsrichter in der Pause darauf hingewiesen habe, dass sein Team nicht weiterspielen werde, wenn es weiter beleidigt werde, bestätigte der Unparteiische, Mehmet Ersoy aus Gelsenkirchen, vor der KSK. Er selbst habe in der ersten Halbzeit einen Zuschauer ermahnt, danach aber keine weitere Veranlassung zum Einschreiten gesehen. Das Spiel habe er dann beim Stand von 3:1 für Constantin in der 82. Minute abgebrochen, weil einige Eintracht/Yeni-Spieler vom Feld gegangen seien und ein Betreuer des Vereins und ein Zuschauer ihm gegenüber aggressiv aufgetreten seien, berichtete der Unparteiische.

Die Entscheidung der Herner KSK sorgte für keinen Widerspruch. Das Urteil sei in Ordnung, befand Ersin. „Uns geht es nicht um die drei Punkte. Wir hätten auch nicht mehr weitergespielt, wenn wir zu dem Zeitpunkt mit 1:0 geführt hätten.“ Er betonte noch einmal, dass er keineswegs den Verein Constantin insgesamt beschuldigen wolle, „aber an diesem Tag ging es für uns dort einfach nicht mehr weiter.“ Daher behalte sich die SG Eintracht/Yeni auch vor, eine Verhandlung vor der Verbandsspruchkammer in Kaiserau anzustreben. Rainer Kasprowiak, 3. Vorsitzender des SC Constantin, betonte, dass man sich als Verein keiner Schuld bewusst sei. „Auch wir sind der Meinung, dass rassistische Parolen auf dem Sportplatz nichts zu suchen haben“, erklärte er. „Wir ziehen aus diesem Vorfall die Lehre, dass unsere Ordner in Zukunft noch mehr Präsenz zeigen sollten.“

Zuletzt hatte es mehrere Spielabbrüche in der Region gegeben. Die Spruchkammer-Verhandlung für

ist noch nicht angesetzt. Dabei war es -

- zu einer Massenschlägerei gekommen.

Kuriose Spielabsagen im Amateursport

Der Bus fährt nicht: Ausgerechnet zum 1. April haben die Fußballer des Südthüringer Landesligisten SV Wacker Bad Salzungen behauptet, dass ihr Teambus eine Panne habe und es unmöglich sei zum Spiel ins rund 70 Kilometer entfernte Hildburghausen zu fahren. Der Absagegrund hätte zu einem Wiederholungsspiel geführt, aber reumütig gaben die Bad Salzunger schließlich zu: Wir haben geflunkert, weil wir nicht genug Spieler zusammenbekommen haben.
Da ist der Wurm drin: Der TSV Gersthofen musste im November 2012 in der Bayernliga ein Punktspiel absagen, weil man nach dem Rasenmähen den Grünschnitt nicht entsorgt hatte. Die Folge waren Unmengen an Würmern, die den Platz in Beschlag nahmen und ihn durch ihren Kot in eine glitschige Fläche verwandelten.
Sinnloser Vandalismus: Die Handballer der HSG Rauxel-Schwerin mussten im Februar 2014 ihre Spiele in der ASG-Sporthalle absagen, weil Vandalen durch eine Dachluke in die Halle stiegen und anschließend großen Spaß daran fanden die Spielstätte zu verwüsten. Besonders begehrt waren die Feuerlöscher, deren Inhalt überall in der Halle verteilt wurde.
Total benebelt: Dass Spiele wegen Nebel und nicht ausreichender Sicht ausfallen, das ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war im Dezember 2013 aber die Begründung des Schiedsrichters, das Landesliga-Spiel des TV Bunde gegen den SC Melle abzusagen: Im ostfrisieschen Bunde sei es über Tage so neblig gewesen, dass der Platz zu nass für ein Spiel sei.
Containern verboten: Im Oktober 2010 wurde die Partie zwischen SuS Pivitsheide und RSV Hörste in der Kreisliga A Detmold abgesagt. Circa 1,50 Meter hinter der Grundlinie standen mehrere Schuttcontainer. Der Schiedsrichter bewertete die Container als Sicherheitsrisiko und pfiff nicht an. Protest gab es keinen - beide Seiten konnten die Entscheidung nachvollziehen.
Alte Säge: Pfosten und Latte des Sportplatzes an der Bladenhorster Straße in Herne wurden im Juni 2015 von Vandalen angesägt, um ein möglicherweise entscheidendes Spiel um die Meisterschaft in der Kreisliga B zu verhindern. Die Idee hatten...
...in der Bezirksliga 6 Niederrhein im Herbst 2013 für eine Spielabsage bereits ein paar andere Spielverhinderer. In der Nacht vor dem Spiel machten sich Unbekannte an einem Pfosten des SC 1920 Oberhausen zu schaffen. Gegner SW Alstaden witterte sofort eine Verschwörung, die Oberhausener hätten den eigenen Pfosten angesägt, um ein Wiederholungsspiel zu erzwingen. Man wisse wirklich nicht, wer die Säge gezückt hat, beteuerte man hingegen beim SC 1920 Oberhausen.
Kölner Narren: Im April 2014 sollte die SGW Köln in Hamm gegen die SGW Brambauer antreten. Dummerweise hatten die Kölner ihre blauen Auswärts-Badekappen vergessen. Die sind vorgeschrieben. Brambauer versicherte: Ersatzkappen? Zur Leihe? Haben wir nicht. Und so sind die Wasserballer aus der Domstadt umsonst nach Hamm gefahren. Das Spiel fiel aus.

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