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Meister der Fährtenhunde

Schäferhund „Beamer“ spürt den Titel auf

HENRICHENBURG Schäferhund Beamer ist hungrig – und zwar auf Erfolg. Der siebenjährige Rüde, der dank seines Züchters den Namenszusatz „ad hominem“ trägt, ist verspielt, aber wenn es ernst wird auch voll fokussiert. Dafür und für seine feine Nase hat er nun einen Titel erhalten: Er ist Deutscher Meister.

Schäferhund „Beamer“ spürt den Titel auf

Schäferhund-Rüde Beamer hat sich den Pokal für den besten deutschen Fährtenhund seiner Rasse redlich verdient: Von 200 möglichen Punkten erreichte Beamer 195. Aber wie hat er das eigentlich geschafft? Foto: Felix Püschner

Beamer aus Henrichenburg ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Schäferhund: verspielt, gehorsam und mit einem ausgeprägten Schutzinstinkt ausgestattet. Sein feiner Geruchssinn macht ihn aber zu etwas Besonderem: Beamer darf sich seit Ende Oktober „Deutscher Meister der Fährtenhunde“ nennen.

Susanne Wachsmut stapft durch die nasse Wiese an der Heidestraße und versteckt kleine Holzklötzchen im hohen Gras. Der siebenjährige Beamer guckt währenddessen fast schon verträumt durch die Gegend – als würde es ihn gar nicht interessieren, was sein Frauchen da gerade treibt. Beachtung schenkt er Wachsmut erst, als sie zurückkommt und ihn auffordert, ihrer Fährte zu folgen. Das tut Beamer dann auch – mit der Schnauze dicht über dem Boden, ziemlich schnell und entschlossen. Bei jedem kleinen Klötzchen legt er sich hin und wartet auf ein Leckerchen, dann geht’s weiter zum nächsten Gegenstand.

„Solche Belohnungen gibt es bei Wettkämpfen natürlich nicht. Da müssen ein paar lobende Worte genügen“, sagt Wachsmut. Bei einem Wettkampf sind auch die Bedingungen um Einiges härter. Dann sind es keine 100 Meter auf einer Wiese, sondern bis zu zwei Kilometer auf offenem Feld.

Nicht irritieren lassen

Durchschnittlich 20 Minuten benötigen die Tiere für diese Strecke, müssen nicht nur mehrere Gegenstände aufspüren, sondern dabei auch exakt die zuvor festgelegte Route einhalten – und da sind Zickzack-Verläufe keine Seltenheit. „Die Hunde müssen eben genau der Fährte folgen, die derjenige, der ein paar Stunden zuvor die Strecke abgegangen ist, hinterlassen hat“, erklärt Wachsmut. Erschwerend komme hinzu, dass etwa eine halbe Stunde vor dem Start eine „Verleitung“ gelegt wird, das heißt: eine weitere Person durchkreuzt den eigentlichen Streckenverlauf und legt damit eine zweite Fährte zur Irritation der Tiere.

Beamer lässt sich davon nicht mehr irritieren. Immerhin ist er schon seit fast drei Jahren im Wettbewerbsgeschäft, kann unter anderem drei Landesmeister-Titel vorweisen – ebenfalls in seiner Rolle als Spürhund. Bei der Bundesmeisterschaft setzte sich der Rüde gegen 31 weitere Schäferhunde durch und qualifizierte sich damit für die Hunderassenübergreifende Deutsche Meisterschaft im kommenden Jahr. Und wenn er auch da unter die ersten Drei kommen sollte, winkt sogar eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

Kinder im Bollerwagen ziehen

Sein Frauchen ist aber schon jetzt mächtig stolz auf Beamer. „Der Sieg bei der Meisterschaft der Schäferhunde war schon eine große Leistung. Das schafft man nicht mal eben so“, sagt Wachsmut. Für Beamer steht bis zum nächsten Wettkampf wieder tägliches Training auf dem Programm. Zu sehr beansprucht wird er dadurch laut Wachsmut allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: „Schäferhunde sind letztlich Gebrauchshunde – und die müssen ausgelastet sein. Sonst werden sie zu echten Rabauken.“

Doch was macht Beamer eigentlich, wenn er nicht gerade Pokale gewinnt oder für Wettbewerbe trainiert? „Dann geht er auch schon mal mit den Nachbarn spazieren – oder zieht deren Kinder im Bollerwagen“, sagt Wachsmut augenzwinkernd.

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