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In Castrop-Rauxel

Selbstgebauter Sprengsatz: Mann verliert Hand

HABINGHORST Es sollte eine große Geburtstagsparty werden. Sie wurde ein Fiasko und dauerte nur 30 Minuten. Am Sonntagmorgen um 0.30 Uhr detonierte auf der Lange Straße in Habinghorst ein selbstgebauter Sprengsatz. Ein 25-jähriger Mann aus Recklinghausen verlor dabei eine Hand.

Selbstgebauter Sprengsatz: Mann verliert Hand

Das Mädchen, eine 17-jährige Castrop-Rauxelerin, wollte reinfeiern in ihre Volljährigkeit. Sie hatte etwa 20 Gäste eingeladen und feierte in einem Partyraum in einem Hof an der Lange Straße in Habinghorst. Um Mitternacht ging es nach draußen – sie mit verbundenen Augen. Dort entzündete der Freund eines Mädchens, das auf ihrer Party eingeladen war, eine Feuerwerksbatterie. „Davon habe ich aber gar nichts gesehen mit verbundenen Augen“, sagte das Mädchen im Telefonat mit unserer Redaktion.

Und dann? Die Angaben, die die Polizei-Pressestelle machte, seien ungenau, meint sie: Der große Knall, der dann zu dem verheerenden Unfall führte, sei um 0.30 Uhr losgegangen, nicht erst um 0.45 Uhr. Da sei die Polizei schon da gewesen, weil sie ohnehin gerade in der Nähe gewesen sei, so die Information der Augenzeugin. Der 25-jährige Mann aus Recklinghausen habe seine Freundin abholen wollen – ein Gast der Party sei er aber nicht gewesen. Auch eine Garage sei nicht beschädigt worden – lediglich eine Mauer und ein Eisentor zur Einfahrt. Eine der schweren Eisenstangen sei durch die Detonation abgebrochen. „Aber bei dem Anblick waren wir irgendwie alle überfordert“, so die Mutter des Geburtstagskindes am Montag. 

Vater und Nachbarin halfen dem Verletzten

Nach dem lauten Knall, der die Partygäste schockte, war die Polizei schnell vor Ort. Die Polizisten müssen wohl auch die Rettungskräfte und Verstärkung angefordert haben. Jedenfalls sprang der Vater des Geburtstagskindes zuerst dem Recklinghäuser zu Hilfe, der den Sprengsatz ausgelöst hatte. Auch eine Frau aus der Nachbarschaft habe schnell geholfen und dem 25-jährigen Mann den Arm verbunden. 

Böller sei als Begriff für den Sprengsatz, der da gezündet wurde, die falsche Beschreibung: Vor Ort war eher von einer Bombe die Rede, sagte die Ausrichterin der Party im Telefonat mit unserer Redaktion. 

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung, basierend auf ersten Angaben der Polizei, stellten sich einige Details des Vorfalls noch anders dar. Wir haben diese geändert und zeigen aus Gründen der Transparenz die erste Fassung des Artikels weiterhin hier.

Die Erstmeldung:

Eine Geburtstagsfeier an der Lange Straße in Habinghorst: In einer Garage auf dem Hinterhof bereitet einer der Gäste der Party, ein 25-jähriger Recklinghäuser, eine Überraschung vor. Er bringt einen nach Polizeiangaben augenscheinlich selbstgebauten Sprengsatz in Stellung und will ihn zünden.

Das gelingt auch – aber nicht erst, als sich der Mann in Sicherheit gebracht hat. Er detonierte und verletzte den Mann schwer an der Hand und an der Brust. So schwer, dass der Recklinghäuser zur Behandlung in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Nach Polizeiangaben hatte er bei dem Schlag aus dem Sprengsatz einige Finger verloren. 

Auch Garage wurde beschädigt

Darüber hinaus wurde eine Garagenwand beschädigt. Der Sachschaden lasse sich noch nicht beziffern, schrieb die Polizei in einer Mitteilung am Montagmittag. Der Eigentümer sei zum Unglückszeitpunkt nicht zu Hause gewesen. So schwere Schäden, dass die Garage einsturzgefährdet sei, hinterließ der Riesen-Böller aber nach bisherigen Informationen der Polizei nicht. 

Das zuständige Fachkommissariat hat die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz aufgenommen. Weitere Informationen, etwa zur genauen Beschaffenheit des Sprengsatzes oder wie der Verletzte an diesen gelangt sei, liegen der Polizei noch nicht vor

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