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Nachzahlung für Gasrechnung

Streit im Schloss Bladenhorst geht vor Gericht

CASTROP-RAUXEL Von außen betrachtet ist Schloss Bladenhorst eine Idylle. Doch hinter den Mauern knatscht es gewaltig. Ein Streit um die Gasrechnung erregt die Gemüter des Schlossherren und einem seiner Mieter, der eine geforderte Nachzahlung nicht leisten möchte. Und damit steht er nicht allein da. Der Streit wird jetzt vor Gericht ausgetragen.

Streit im Schloss Bladenhorst geht vor Gericht

Auf Schloss Bladenhorst gibt es weiteren Ärger zwischen dem Schlossherrn und den Mietern. Jetzt geht es um Gas.

Der Streitwert beträgt exakt 383 Euro. Diese Summe fordert Schlossherr und Vermieter Bodo Möhrke von einem seiner Mieter, weil die Gas-Jahresabrechnung für das Jahr 2015 einen höheren Verbrauch ausweist als durch die Abschlagszahlungen gedeckt war.

Doch hinter diesem geringen Streitwert, der den Richter am Castrop-Rauxeler Amtsgericht am Freitag eingangs dazu veranlasste, den Streitenden nahezulegen, über eine gütliche Einigung nachzudenken, verbargen sich große Dissonanzen. So betrifft die Nachforderung offenbar ein Dutzend weitere Mieter. „Die haben ebenfalls nicht gezahlt, doch nur gegen mich hat der Vermieter geklagt“, so der Angeklagte.

Dabei bewegten sich diese Nachforderungen in weitaus höheren Dimensionen. Er vermute, so der Beklagte, dass er für einen Musterprozess herhalten solle. Da gütliche Einigung nicht in Sicht war, „verhandeln wir streitig weiter“, gab der Richter das Startzeichen für verwirrende Zahlenspiele und Rechnungen. Da ging es um die vier Heizkreise, die die Anlage versorgen, einen zentralen Verbrauchszähler und die Ablesung der Verbräuche an den Heizkörpern in den einzelnen Wohnungen.

Vorherige Schätzungen waren zu niedrig

Da habe er, so der Beklagte, im Jahr 2015 nicht mehr verbraucht als in den Jahren zuvor. Hatte er da aber von seinen 1200 Euro Abschlagszahlung stets etwas zurückbekommen, musste er für das fragliche Jahr 383 Euro nachzahlen. Eine Situation, mit der er nicht allein dasteht, wie die Reaktionen im Publikum erkennen ließen. Darunter auch der Hausverwalter, der versuchte, das verwirrende Zahlenspiel zu lösen.

Er legte dar, dass durch eine Auswechslung der Gasuhr im November 2015 der konkrete Gesamtverbrauch abgelesen wurde. In den Jahren zuvor jedoch – da war noch sein Vorgänger tätig – seien die Verbrauchsdaten vom Lieferanten geschätzt worden. Und diese seien schlichtweg zu niedrig angesetzt gewesen.

"Nachforderung müssen alle zahlen"

„Da war Ruhe im Boot“, kommentierte Schlossherr Möhrke, „doch nun kochen die Emotionen hoch.“ Die Vorhaltung, er habe Zugang zum Hauptzähler, wies er von sich. Da könne allein der Gas-Lieferant RWE hin. „Sicher“, sagte Möhrke nach der Verhandlung, „die dicke Nachforderung ist ärgerlich, aber das müssen alle, die zehn Eigentümer und die Mieter, zahlen.“ Die Gesamtforderung betrage rund 15.000 Euro.

Nach 90 Minuten Verhandlung gab es für die Beteiligten Hausaufgaben. Der Richter erbat konkrete Aufstellungen, um Transparenz in das Zahlendickicht zu bekommen. Und regte nochmals eine gütliche Einigung an. Vier Wochen Zeit räumte er ein. Ansonsten wird er eine Entscheidung fällen und den Parteien schriftlich mitteilen.

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