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Streit um den Wochenmarkt, ums Basta und die Bürgerbefragung

Altstadtmarkt

Der Beschluss gilt: Der Wochenmarkt in Castrop bleibt in der Fußgängerzone. Bei der Ratssitzung wurde aber noch einmal munter diskutiert: über Basta und Bürgerwille.

Castrop

von Tobias Weckenbrock

, 08.07.2018
Streit um den Wochenmarkt, ums Basta und die Bürgerbefragung

Der Markt bliebt in der Fußgängerzone, soll aber auf den Marktplatz-Boulevard ausgedehnt werden. © Thomas Schroeter

Wie hätte es anders sein können? Die Meinungen gehen weiterhin auseinander beim Streit um den Standort des Wochenmarkts. Dennoch hat der Stadtrat einen Schlussstrich gezogen: Der Beschluss, dass das Marktgeschehen dreimal in der Woche in der Fußgängerzone und nicht auf dem Marktplatz stattfindet, ist fix.

Die Abstimmung zeigte aber erneut: Gegner und Befürworter werden sich bei diesem Thema nie einig. Die Grünen und FDP, Linke und UBP stimmten dagegen. Ein Antrag der Grünen zusammen mit Linkspartei und FDP mit dem Titel „Markt zurück auf den Marktplatz“ wurde abgelehnt.

SPD will nichts von Basta-Politik hören

„Nein, das ist kein Basta“, erregte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Molloisch über die Aussagen von Grünen, Linken und FDP aus der Vorwoche, als sie ihren eigenen Antrag bei der Stadtverwaltung einreichten. Ihr Antrag mit der CDU an die Verwaltung, alle Maßnahmen einzuleiten, damit der Markt dauerhaft in der Fußgängerzone verbleiben kann, sei „das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem wir uns von Entscheidung zu Entscheidung gehangelt haben. Wir sagen nicht Basta, sondern es wird von den Menschen angenommen und darum ist es gut so“, so Molloisch.

Flammendes Plädoyer für die Fußgängerzone

Christa Dreifeld (SPD), sonst im Rat eher nicht als große Rednerin bekannt, hielt das flammendste Plädoyer: „Wir treffen alle zwei Wochen auf Senioren“, sagte die Chefin des Seniorenbeirates, „und zwar nicht 10 oder 20, sondern bis zu 80. Viele finden toll, dass der Markt am Busbahnhof beginnt, sie zwischendrin immer wieder Bänke haben und sich dort heute vier oder fünf Stunden aufhalten.“ Sie fühlten sich dort wohl, meinte Dreifeld, während man auf dem Marktplatz durch die Reihen laufen müsse und Busse aus Dorf Rauxel zum Beispiel oder Herne dort nicht direkt vorführen.

Notburga Henke (Grüne) vertrat vehement die Gegenposition: „Nach einem Jahr Erfahrung sieht man ein Umschwenken der Bürgermeinung“, sagte sie. „Die, die regelmäßig mit dem Markt zu tun haben, sehen große Probleme.“ Nils Bettinger (FDP) verwies auf die Verabredung mit der Verwaltung, das Marktgeschehen nach einer Testphase zu evaluieren. „Wir haben es im März 2017 anders beschlossen“, sagte er. „Der Ratsbeschluss wird nicht umgesetzt.“ Nur die Hälfte der vereinbarten Treffen (Jour Fixe) hätten stattgefunden. Und die Stimmen beim Anwohnertreffen wären fast geschlossen gegen den Markt in der Innenstadt ausgefallen.

Sind die Argumente nun Argumente?

Die Stadtverwaltung legte eine Evaluierung vor. Danach sprechen so gut wie alle Faktoren für die Fußgängerzone. „Die Umfrage von 2016 wird nun als Fakt eingebracht“, kritisierte Bettinger. „Aber das war am Anfang, nicht am Ende.“

Den Kritikpunkt in Sachen Rettungssicherheit für die Feuerwehr entkräftete Beigeordneter Michael Eckhardt: „Es gab Problemstellen, die wir aber bearbeitet haben.“ Er führte die Entfernung von Laternen und Hochbeeten auf. Eine angekündigte und eine nicht angekündigte Übung hätten ergeben: „Aus Sicherheitsgründen gibt es keine Bedenken.“

Der Vorschlag der FWI, den Boulevard mehr in das Marktgeschehen einzubeziehen, wurde in den Mehrheitsbeschluss aufgenommen.

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