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Sven Plöger: "CO2 kein Klimakiller"

CASTROP Kohlendioxid ist kein Klimakiller und der Mond und das Wetter haben nichts miteinander zu tun. Sven Plöger, der „Wetterfrosch“ der ARD, räumte beim Sparkassen-Forum ganz schnell mit einigen falschen Vorstellungen auf.

Sven Plöger: "CO2 kein Klimakiller"

Wetterfrosch Sven Plöger.

Rappelvoll war es wieder in der Kundenhalle der Hauptstelle am Markt. Aufgrund neuer Sicherheitsbestimmungen war die Anzahl der Sitzplätze diesmal streng begrenzt, sodass viele Besucher den ebenso informativen wie launig-unterhaltsamen Vortrag stehend verfolgen mussten. Sven Plöger kam dabei auch ohne sein Markenzeichen, den Tagesthemen-Strömungsfilm, aus. Er bediente sich stattdessen etlicher Bilder und Schautafeln, um in gut 90 Minuten statt der ihm im Fernsehen zur Verfügungen stehenden zwei Minuten und 19 Sekunden über das Wetter zu reden.

Extreme Wetterlagen 

„Die Wechselhaftigkeit“, so sagte der Diplom-Meteorologe aus dem Kachelmann-Team, „zeichnet unser Wetter aus.“ Extreme Wetterlagen habe es immer schon gegeben. Plöger erinnerte an die gewaltigen Schneefälle zum Jahreswechsel 1978/79, an das Münchener Hagel-Unwetter 1984 oder an den Orkan „Lothar“, der 1990 über Süddeutschland hinwegfegte, um deutlich zu machen, dass mit „Kyrill“ im Januar dieses Jahres längst nicht der in den Medien heraufbeschworene Klimawandel angezeigt sei. „Wir nehmen das Wetter nur subjektiv wahr. Klima ist aber ein weltweit gemitteltes Wetter“, stellte Plöger klar.   Nach dem schneereichen Winter 2006 mit dem Einsturz der Decke des Eisstadions in Bad Reichenhall habe keiner nach einer neuen Eiszeit gefragt, in dem milden Winter 2006/2007 sei aber unaufhörlich vom Klimawandel gesprochen worden.

Trend zur Erderwärmung

Tatsächlich sei ein Trend zur Erderwärmung festzustellen. Panik sei aber kein guter Ratgeber, so Plögers Credo. Um 0,7 Grad habe sich die Temperatur in den vergangenen 100 Jahren durchschnittlich erhöht. Eine Erwärmung um zwei Grad sei auch in den nächsten 100 Jahren noch verträglich, alles darüber aber werde problematisch. Noch sei also Zeit zum Gegensteuern – ohne Hysterie. Der Ausstoß von 29 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre müsse durch technologische Fortschritte verringert werden, generell aber habe Kohlendioxid auch seine Bedeutung: „Ohne C02 könnten Pflanzen nicht atmen und Sauerstoff abgeben. Und jeder von uns stößt 350 Kilogramm CO2 aus. Das beste für das Klima wäre es also, nicht mehr zu atmen.“

Waldsterben blieb aus

Wer mit Blick auf das in den 80-er Jahren prophezeite Waldsterben, das nicht eingetreten ist, meine, man könne getrost die Hände in den Schoß legen und müsse sich ums Klima keine Sorgen machen, dem entgegnete Sven Plöger: „Der für die Bäume so bedrohliche Schwefeldioxid wurde inzwischen extrem reduziert. Wenn wir auch dazu kommen 80 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen, würde es auch zu einem Klimawandel nicht gekommen. Das werden wir aber nicht schaffen.“ 

    

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