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Vergeigter Liebesakt endet vor Gericht

Schlägerei

Ein 48-Jähriger war am Amtsgericht wegen mehrerer Delikte angeklagt. Einmal, wegen verschiedener Diebstähle und, weil er im Bett nicht so wollte wie seine Freundin. Es kam zur Schlägerei.

CASTROP-RAUXEL

von Gabi Regener

, 01.07.2018
Vergeigter Liebesakt endet vor Gericht

© picture alliance / dpa

Die fragliche Nacht im vergangenen August begann mit einem Besuch im Bochumer Bermuda-Dreieck und dauerte bis in den frühen Morgen. Die 24-jährige Freundin soll, so der Angeklagte, dem Alkohol zugesprochen haben, er selbst sei nüchtern geblieben. Daheim, in der Wohnung des Mannes, kam es dann zum Geschlechtsverkehr. Einvernehmlich. Bis die Frau mehr wollte, der Freund aber nur noch seine Ruhe.

„Sie hat mich beschimpft und bedroht. Da habe ich sogar versucht, ihren Vater anzurufen. Damit er sie beruhigt“, sagte der Angeklagte. Doch sie habe ihm das Handy aus der Hand geschlagen. Sei ihm sogar in den Rücken gesprungen, habe ihn malträtiert. Da habe er vermutlich nach hinten geschlagen, um sie abzuwehren. „Niemals absichtlich“, beteuerte er.

Blut im Badezimmer

Genau das behauptete aber die Ex-Freundin. Sie hatte die geschilderte Situation bestätigt. „Ich bin ihm dann wohl auf die Nerven gegangen“, sagte sie, berichtete dann, dass er sie bewusst geschlagen habe. Im Bad habe sie das Blut gesehen und sei hysterisch geworden. Es wurde so laut, dass die Mutter des Angeklagten, die in der Wohnung drunter lebt, irgendwann an der Tür stand.

All das hat der 48-Jährige auf seinem Handy mitgeschnitten und spielte die Aufzeichnung im Gerichtssaal als Beweis vor. Bewiesen waren aber auch die schweren Verletzungen der Frau. Das Attest nannte einen Nasenbeinbruch, mehrere Hämatome, Prellungen am Körper und ein sogenanntes Monokelhämaton – ein Veilchen. Was nur durch einen gezielten Faustschlag zu erzielen ist, so die Mediziner.

Bewährungsstrafe

Während der Verteidiger eine Vergewaltigung seines Mandanten sah und einen Freispruch forderte, war für Staatsanwaltschaft und Richter eine Körperverletzung mit zielgerichteten Schlägen eindeutig. Die zudem angeklagten Diebstähle wurden dagegen als Hehlerei bewertet.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, aus dem Chemiepark Marl ein Laptop, ein Handy und eine Bohrmaschine, und aus einem Fitness-Center in Castrop-Rauxel aus zwei Spinden jeweils ein Smartphone gestohlen zu haben. Er gab dagegen an, diese Dinge auf Parkplätzen – vor dem Chemiewerk und neben dem Fitness-Center – aus den Kofferräumen ihm fremder Anbieter gekauft zu haben. Zumindest ahnend, dass diese Geschäfte nicht koscher seien.

Das Urteil des Richters: Ein Jahr und drei Monate Bewährungsstrafe, dazu ein Schmerzensgeld über 700 Euro für die 24-Jährige.

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