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Fragen zur Zukunft der Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose

Vor dem Umzug von Merklinde nach Ickern

Die Unterkunft für Geflüchtete und Wohnungslose zieht aus der Harkortsiedlung um nach Ickern in den heute weitgehend leer stehenden Schulkomplex in den Aapwiesen. Was steckt hinter diesem Plan? Wir klären schon vor der Infoveranstaltung am Donnerstag wichtige Fragen.

Merklinde / Ickern

von Tobias Weckenbrock

, 05.06.2018
Fragen zur Zukunft der Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose

In diese Räume in Ickern ziehen bald geflüchtete Menschen ein. © Tobias Weckenbrock

Die Flüchtlingsunterkunft zieht Ende Juni von Merklinde nach Ickern – von einem Ex-Schulgebäude in ein anderes. Das steht seit einer Woche fest. Für den morgigen Donnerstag (18.30 Uhr, Aula der Gesamtschule, Waldenburger Straße 130) ist eine Infoveranstaltung angesetzt. Wir klären Fragen.

Wie viele Menschen ziehen um? 50 Bewohner, die zurzeit in der ehemaligen Harkort-Grundschule untergebracht sind. Neun haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Belegung ist von den Zuweisungen der Bezirksregierung und Anfragen von Wohnungssuchenden abhängig. Unter ihnen sind Familien und alleinstehende Personen.

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Wie werden sie wohnen? Die Räume sind 30 Quadratmeter groß – Klassenzimmer der ehemaligen Grundschule an der Marienburger Straße. Es handelt sich nicht um „Matratzenlager“. Als solche wurden die Zimmer im Pavillon beim Umbau zunächst ausgestattet – aber das war zu einer Zeit, als man Notunterkünfte für viele Menschen vorhalten wollte. Sechs Etagenbetten waren damals in einem Raum. „Bezüglich der Auslastung der Zimmer muss man zwischen der regulären und der maximalen Belegung unterscheiden“, erklärt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Nachfrage. „Die Anzahl der aktuell aufgebauten Etagenbetten liegt in etwa dazwischen, um Auf- und Abbauaufwand zu minimieren.“ Die genaue Verteilung müsse sich ergeben. „Bezogen auf derzeitige Verhältnisse gehen wir von fünf bis sechs Personen pro Zimmer aus.“

Wie verpflegen sie sich? Die Essenversorgung erfolgt zunächst weiterhin über Catering. Ob eine vollständige Umstellung auf Selbstversorgung erfolgt, sei von den zukünftigen Belegungszahlen abhängig, so die Stadt. „In den vorhandenen Gemeinschaftsküchen sollen die Bewohner aber zeitnah die Möglichkeit erhalten, sich an einzelnen Tagen ihre Mahlzeiten selbst zuzubereiten“, sagt Nicole Fulgenzi.

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Kümmert sich jemand um die Bewohner? Städtische Mitarbeiter werden sieben Tage die Woche von 6 bis 20 Uhr vor Ort sein, kündigt die Stadtverwaltung an. In der übrigen Zeit ist ein Sicherheitsdienst anwesend.

Warum der Umzug? Für die Harkortschule wird es eine „soziale Nachfolgenutzung“ geben, sagt die Stadt. Alle Optionen würden geprüft, eine Entscheidung soll nach dem Sommer fallen. Bei der letzten Ratssitzung ging es zum Beispiel im Zuge eines Ausbaus der Offenen Ganztagsschulen um die „Wiederbelebung“, wie es im Ratsprotokoll heißt, „der ehemaligen Friedrich-Harkort-Schule“ – und zwar im Zusammenhang mit einer neuen Grundschule oder Reaktivierung einer geschlossenen Einrichtung im Süden der Stadt. Dort stelle sich die Grundschullandschaft als unbefriedigend dar. Eine Kita könnte zudem in das Nebengebäude einziehen.

Gab es im Merklinder Umfeld Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung der Anwohner oder mehr Kriminalität? Dazu fragten wir bei der Polizei an. Michael Franz sagt: „Wir haben die Unterkünfte im Auge, hier aber keine besonderen Vorkommnisse.“ Es gebe immer mal Streitereien von Bewohnern, sagt er, und vergleicht das mit Delikten häuslicher Gewalt. Körperverletzungsdelikte oder interner Diebstahl – alles möglich. Aber „die Einsatzzahlen fallen nicht aus dem Rahmen: Wir hatten in diesem Jahr überhaupt keine Einsätze dort außer unserer regelmäßigen Fahrten, die wir dorthin unternommen haben“, so Franz. Dabei suche die Polizei Kontakt zum Hausmeister oder zum Sicherheitsdienst.

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