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Geschenke für Erzieher

Wenn die kleine Aufmerksamkeit zum Problem wird

Castrop-Rauxel. Schnell ist ein Blumenstrauß oder eine Tafel Schokolade überreicht. In der Regel ist es lediglich eine kleine Aufmerksamkeit. Und doch ist es ein Vorgang, bei dem genau hingeschaut werden muss. Zumindest wenn dieser Austausch regelmäßig zwischen Eltern und Erziehern in Kindergärten stattfindet. Aus gutem Grund.

Wenn die kleine Aufmerksamkeit zum Problem wird

Geschenke unerwünscht: Für das Personal in Kindertagesstätten gibt es vereinzelt Vorschriften, ob und welche Geschenke von Eltern die Mitarbeiterinnen annehmen dürfen. Foto: dpa

Schnell ist ein Blumenstrauß oder eine Tafel Schokolade überreicht. In der Regel ist es lediglich eine kleine Aufmerksamkeit. Und doch ist es ein Vorgang, bei dem genau hingeschaut werden muss. Zumindest wenn dieser Austausch regelmäßig zwischen Eltern und Erziehern in Kindergärten stattfindet. Aus gutem Grund.

Das Problem liegt auf der Hand: Streng genommen ist jeder Blumenstrauß oder jede andere Aufmerksamkeit an Erzieher eine Bestechung seitens der aushändigenden Eltern. Schließlich kann nie gänzlich ausgeschlossen werden, dass Eltern sich durch etwaige Geschenke Vorteile verschaffen oder dienstliche Handlungen beeinflussen wollen. In Dortmund bat eine Kita darum jüngst die Eltern in einem Schreiben darum, zukünftig auf Geschenke zu verzichten. Und verwies in diesem Schreiben auf eine Anti-Korruptionsrichtlinie. 

Verhältnismäßigkeit im Auge behalten

Wichtig sei in diesem Zusammenhang, die Verhältnismäßigkeit im Auge zu behalten, sagt Veronika Borghorst vom Vorstand der Caritas Castrop-Rauxel. Sie erklärt: „Solange es ein kleines Zeichen der Wertschätzung bleibt, wird das von uns geduldet.“ Geldgeschenke hingegen dürfen die Mitarbeiter der Caritas grundsätzlich nicht annehmen. Veronika Borghorsts Tipp: „Es darf gespendet werden, so kommt das Geld dann direkt der Gruppe oder Kita zugute.“ 

Hellhörig müsse man werden, so Borghorst, wenn der Eindruck entstünde, dass es sich um regelmäßige Geschenke handele, die dem Zweck dienten, dass das eigene Kind besser behandelt werde. „Ich wurde selbst schon einmal nach der Vermittlung eines Kontaktes zum Essen eingeladen“, sie. „Das habe ich abgelehnt und auf die Möglichkeit einer Spende verwiesen.“

Bis zu einem Wert von 10 Euro ist es okay

Bei der Stadt gibt es eine klare Richtlinie, wie mit dem Thema der Geschenke in Kitas umzugehen ist. Stadtpressesprecherin Maresa Hilleringmann sagt: „Bis zu einem Wert von 10 Euro ist eine kleine Aufmerksamkeit zulässig.“ Das beträfe sowohl den Blumenstrauß als auch die Packung Pralinen. „Wenn der Elternrat zum Beispiel der Erzieherin zum Geburtstag ein kleines Geschenk macht, ist das okay“, so Hilleringmann. Es müsse, wie im Falle des Geburtstages, aber eine Ausnahme bleiben.

Und auch bei der AWO Recklinghausen wird das Thema Geschenke an Erzieher behandelt. Vier Kindertageseinrichtungen, von denen eine als Familienzentrum zertifiziert ist, betreibt die AWO in Castrop-Rauxel. Und seit dem 1. Januar 2018 gibt es nun Richtlinien, wie sich Erzieher beim Thema Geschenke durch Eltern verhalten zu haben. Prinzipiell seien diese, so betont Pressesprecherin Sandra Schubert auf Nachfrage, nicht erwünscht. Aber: „Das schließt diese auch nicht grundsätzlich aus.“ Heißt: Der Blumenstrauß zum Jahresabschluss liegt noch im Toleranzbereich. Letztlich müsse aber jedes Geschenk hinterfragt werden, damit die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibe, betont die AWO-Pressesprecherin.

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