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Image-Kampagne „Stadt der Städte“

Wie der RVR mit Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet locken will

CASTROP-RAUXEL „Stadt der Städte“ zu sein, das wird in diesem Jahr allen 53 Städten der Metropole Ruhr einmal so gehen: In einer großen Image-Kampagne des Regionalverbandes ist in dieser Woche Castrop-Rauxel der Star. Das steckt dahinter.

Wie der RVR mit Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet locken will

Dieses Drei-Minuten-Video ist Teil der Image-Kampagne des RVR. Foto: Weckenbrock, Tobias

Der Film ist eine Hymne, eine Hommage an Castrop-Rauxel: Die Europastadt ist in dieser Woche „Stadt der Städte“ der Metropole Ruhr. Sie steht seit Dienstag mit einem Stadtporträt auf www.metropole.ruhr – und einem Drei-Minuten-Film, der für das Leben in unserer Stadt wirbt. Bei dem Ganzen handelt es sich um eine Image-Kampagne für das Ruhrgebiet. Was soll das? Fragen und Antworten.

Was gibt es aus Castrop-Rauxel in diesem Film zu sehen, den es seit Freitag im Internet gibt?

Menschen, die gutes über ihr Leben in Castrop-Rauxel sagen: Da sind zum Beispiel die Betreiber des Bon-Bon-Büdchens in der Altstadt; da ist Tim Pfenner, Ehemann der SPD-Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Lisa Kapteinat; da ist Kevin Ratajczak, der Musiker von Eskimo Callboy. Interessant: Im Film spielen ihre Namen keine Rolle, sie werden nicht erwähnt oder eingeblendet. Und dazu ziehen sich Bilder vom Reiterbrunnen, vom Erinturm und anderen besonderen Orten der Stadt durch den Film.

Wie der RVR mit Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet locken will

Und was sagen sie?

„An Castrop-Rauxel gefällt mir insbesondere die Mischung zwischen Groß und Klein“, sagt Tim Pfenner, der beim Verein CAS-Kultur mitarbeitet und die Kulturszene vor Ort bereichert: „Es ist klein genug, um die Leute in seiner direkten Umgebung zu kennen, schnell neue Freunde kennenzulernen und mit den Geschäftsleuten in Kontakt zu kommen. Es ist aber groß genug, um nicht provinziell zu sein. Durch die Nähe zu Dortmund führt man sich hier relativ schnell wohl.“

Kevin Ratajczak, Sprecher von Castrop-Rauxels erfolgreichster Band Eskimo Callboy, erzählt: „Da gibt es ein Jugendzentrum, das nennt sich Trafo. Da habe ich in meiner Kindheit rumgehangen, bin dort Skateboard gefahren. Da haben wir irgendwann Jahre später die erste Show unserer Band gespielt – das war die Verbindung von der Kindheit zu meinem heutigen Beruf.“ Er finde, dass viel an öffentlichen Grünanlagen gearbeitet wurde –  am Erin-Park zum Beispiel. „Gerade in unserem Business ist es so, dass viele in die Großstädte ziehen – aber das haben wir im Ruhrgebiet ja auch alles“, sagt Ratajczak.

Wie der RVR mit Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet locken will

Was steht im Stadtporträt?

„Selbstbewusstsein ist für Castrop-Rauxeler zwischen Dortmund und Bochum kein Problem“, heißt es im ersten Absatz. „Denn die Stadt sieht sich weder als lateinisierter Appendix der sie umgebenden Großstädte, noch fehlt es ihr mit 76.000 Einwohnern im Kreis Recklinghausen an Einzigartigkeit. Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Freizeit und Kultur liegen dicht beieinander. Die Europastadt im Grünen bietet vom verträumten Wasserschloss über irisch geprägte Landschafts- und Gewerbeparks bis zur modernen Infrastruktur einen optimalen Mix, der sich vor allem für eines eignet: zum guten Leben in einer Stadt, die alles hat – auch gute Nachbarn.“

Wann wurde die Idee zu dieser Kampagne geboren?

Sie wurde im Juni ins Leben gerufen. Die Idee der Städteserie „53 Kommunen, 52 Wochen“ sowie der Videobotschaft „Ich bin eine(r) von fünf Millionen!“ entstand Ende letzten Jahres, erklärt Carolin Fisch, Sprecherin im Kampagnenbüro des Regionalverbandes Ruhr (RVR). „Die 53 Städte der Metropole Ruhr sind wichtige Botschafter für die Kampagne. Wir wollen die Kommunen und mitnehmen, um die Region gemeinsam zu stärken.“ Der RVR stellte die Idee der Städteserie im Rahmen eines Kommunenworkshops mit 53 Verbandsstädten und Kreisen im November vor.

Wie der RVR mit Castrop-Rauxel ins Ruhrgebiet locken will

Wie oder nach welchem Prinzip wurden die Protagonisten aus Castrop-Rauxel ausgewählt?

„Wir haben mit der städtischen Pressestelle zusammengearbeitet“, so RVR-Sprecherin Fisch. Bis zu vier Protagonisten-Vorschläge sollte die Stadt nennen, ein anderer Teil der Interviewten sprach das Filmteam auf der Straße an. In den Videos gehe es um Bürger aus den Städten, auf der Kampagnen-Internetseite generell dagegen vor allem um Experten und Geschäftsführer zu Wirtschaftsthemen. Die Menschen in den Videos sollten laut RVR „jung und cool“ wirken, „local heroes“ bzw. Originale der Stadt sein.

Ist das Ziel der Kampagne, Investoren, Fachkräfte und Studenten in die Ruhr-Metropole zu locken oder generell eine Aufpolierung des Images?

„Die Metropole Ruhr – mit all ihren Veränderungen in den vergangenen Jahren – ist noch nicht ausreichend als das in den Köpfen der Investoren, Fachkräften und Menschen außerhalb der Region angekommen, was sie heute ist“, sagt Carolin Fisch: „eine moderne Dienstleistungs-, Technologie- und Wissensregion“. Mit der Kampagne „Stadt der Städte“ wolle man zeigen, wie die Region sei: modern, jung und dynamisch. Die Zielgruppe – Investoren, Unternehmer, junge Fachkräfte und Studierende – sollten vom Industriestandort und dem vielfältigen Lebensraum mit unzähligen Chancen und viel Potenzial überzeugt werden, so der RVR. Green Technology, Innovations- und Gründergeist, kulturelle Vielfalt und Lebensqualität: „Mit diesen Top-Argumenten will die Region Unternehmer und Fachkräfte in die Metropole Ruhr locken“, so Carolin Fisch.

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