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Wie erst der VfL Bochum den VfR Rauxel stoppen konnte

RAUXEL. Bis in den Westfalenpokal ging es 2003 für den Nachwuchs des VfR Rauxel. Ehemalige Spieler und ein heutiger Profi erinnern sich an die Erfolgssaison.

Wie erst der VfL Bochum den VfR Rauxel stoppen konnte

Die VfR-Erfolgsmannschaft, die von Jens Lukas, Peter Neuhaus und Bernd Volle trainiert worden ist, schied in der zweiten Runde des Westfalenpokals gegen den VfL Bochum aus. Zuvor sicherte sich Rauxel mit nur einer Niederlage die Kreismeisterschaft. Manuel Backes und David Queder waren bis zuletzt Teamkollegen beim SV Wacker.

Eine mehr als erfolgreiche Saison spielten vor 15 Jahren die damaligen D-Junioren-Fußballer des VfR Rauxel. Im Jahr 2003 sicherte sich die Mannschaft von der Vördestraße den Kreismeistertitel, der das Ticket zur Teilnahme an der Westfalenmeisterschaft war. Dies war zuvor zwölf Jahre lang keiner anderen heimischen D-Jugend gelungen. Wir werfen in unserer Serie „Yesterday“ einen Blick zurück auf das frühere VfR-Team, aus dem auch heute noch viele Spieler im Castrop-Rauxeler Fußballgeschehen unterwegs sind.

Am Ende war es ein Zweikampf um die Kreismeisterschaft zwischen dem VfR Rauxel und der Spvg Schwerin. Lediglich ein Punkt betrug der Rauxeler Vorsprung am letzten Spieltag auf den Stadtrivalen. Da beide direkte Duelle jedoch an den VfR gingen (2:0 und 1:0), war der Titel am Ende wohl auch verdient. In 22 Saisonspielen mussten die Rauxeler nur gegen den Tabellendritten Westfalia Herne eine Niederlage einstecken.

Martin Kapitza, der aktuell erfolgreichste Torschütze des Bezirksligisten Spvg Schwerin ist, erinnert sich an die einzige Saisonpleite. „Die Niederlage war einfach unglücklich“, berichtet der Angreifer heute, „trotz bester Chancen haben wir einfach das Tor nicht getroffen.“ Viel lieber als auf dieses eine Spiel blickt er jedoch auf die am Ende gewonnene Kreismeisterschaft zurück. „Das Meister-Foto habe ich noch immer zuhause. Der Erfolg ist für mich vergleichbar mit dem, den ich als Stadtmeister mit den Senioren des VfB Habinghorst gefeiert habe“, sagt Kapitza.

Mit Freunden gespielt

Sein damaliger Teamkamerad David Queder, der derzeit mit dem Wacker Obercastrop um den Landesliga-Aufstieg kämpft, hat eine Erklärung für die damaligen Erfolge. „Alle kannten sich, weil alle aus Castrop-Rauxel kamen“, erklärt Queder, „wenn man mit Freunden spielt, hat man mehr Spaß.“

Queder kam damals vom SuS Pöppinghausen zum VfR, weil der SuS nur eine 7er-Mannschaft hatte. Auch heute freut er sich noch, wenn er alte Weggefährte trifft: „Man versteht sich immer noch super.“ Kapitza sieht das ähnlich: „Die D-Jugend war eine tolle Truppe, sie sind noch heute meine Kumpel.“

Aus dem damaligen VfR-Team sind neben Kapitza und Queder immer noch einige Spieler im Castrop-Rauxeler Fußballgeschehen unterwegs: Manuel Backes (SG Castrop), Fabian Kinsler, Florian Kaczorowski (beide TuS Henrichenburg) und Moritz Zigan (SuS Pöppinghausen). Der heutige Fußballprofi Marc Kruska (Werder Bremen II) hatte den Klub kurz zuvor verlassen, um sich der Jugend von Borussia Dortmund anzuschließen.

Dennoch verfolgte er regelmäßig die Spiele seiner alten Vereinskameraden, schließlich brauchte er nur aus der Haustür raus, über die Vördestraße und schon war er an der Mittellinie. „Es hat mir viel Freude gemacht, die Jungs spielen zu sehen“, berichtet Kruska, „sie hatten sehr viel Spaß am Fußball. Das hat mir sehr gefallen.“

Aber mit dem Kreismeistertitel war die Saison noch nicht beendet für die talentierten Nachwuchs-Kicker. Schließlich war der Titel das Ticket zur Teilnahme an der Westfalenmeisterschaft. Hier bekam es der VfR in der ersten Runde mit dem Mindener Gegner FT Dützen zu tun. Die 170 Kilometer lange Strecke nach Minden legten die Europastädter in einem extra dafür gemieteten Reisebus zurück, in dem zusätzlich auch noch 40 Fans Platz fanden.

Zwei Freistoßtore aus 24 Metern

Die Strapazen zahlten sich aus: der VfR siegte mit 2:1 und zog in die zweite Runde ein. Beide Treffer erzielte Kapitza, der diese auch bis heute nicht vergessen hat: „Ich kann mich noch richtig gut daran erinnern, dass ich zwei Freistoßtore aus 24 Metern gemacht habe.“

In der nächsten Runde war dann allerdings nach der 1:5-Niederlage gegen den späteren Westfalenmeister VfL Bochum Schluss. Dennoch schafften die Rauxeler durch die Westfalenmeisterschafts-Teilnahme etwas, was zuvor jahrelang keiner heimischen D-Jugend gelungen war.

Nach der SG Castrop (Saison 1990/91) war der SC Arminia Ickern zwei Mal mit dem Kreis-Titel im Gepäck bei der Westfalenmeisterschaft aufgelaufen: In der Spielzeit 92/93 zogen die Schützlinge von Coach Jürgen Wamser in die dritte Runde ein. 1993/94 schafften die Ickerner unter Übungsleiter Rolf Wölk den Sprung in die zweite Runde. Den Rauxelern taten es anschließend nach 2003 die Spvg Schwerin (Zweiter im Jahr 2006), die SG Castrop (2010) und der FC Frohlinde (2012) nach.

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