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Förderschule

Wie geht es weiter mit der Martin-Luther-King-Schule?

Castrop-Rauxel An drei Standorten könnte die Martin-Luther-King-Schule künftig Schüler unterrichten. Nicht nur an der Bahnhofstraße wie bisher, sondern auch an der Uferstraße in Ickern und in Oer-Erkenschwick. So sieht es eine Ausschuss-Beschlussvorlage an den Rat am Donnerstag, 30. November, vor. Unproblematisch dürfte das nicht werden.

Wie geht es weiter mit der Martin-Luther-King-Schule?

Konrektorin Susanne Aschenbach und Schulleiter Wolfgang Scholl wollen optimistisch bleiben – gänzlich sorgenfrei sind sie anlässlich der bevorstehenden Entwicklungen rund um das Konzept einer Verbundschule allerdings nicht. Foto: Felix Püschner

Seit mehr als zwei Jahren ist das Verbundschul-Konzept zwischen den Förderschulen in Castrop-Rauxel, Oer-Erkenschwick, Datteln und Waltrop bereits im Gespräch (wir berichteten). Nun hat der Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Bildung einen Beschlussvorschlag an den Rat erteilt, der die Entwicklung endlich auf die Zielgerade bringen könnte. Der konkrete Plan: Die Martin-Luther-King-Schule (MLKS) mit dem Förderschwerpunkt Lernen wird um den Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung erweitert – und zwar bereits zum 1. August 2018. Vorbehaltlich der Zustimmung der Bezirksregierung und entsprechender Beschlüsse der drei anderen beteiligten Städte.

Rauxel, Ickern und Oer-Erkenschwick

Als Verbundschule würde die MLKS dann zusätzlich zu ihrem bisherigen Standort an der Bahnhofstraße einen weiteren an der Uferstraße bekommen – in dem sich gerade noch die Franz-Hillebrand-Hauptschule befindet. Das Gebäude dort böte genügend Platz, um die derzeit rund 100 Schüler der zum Ende des aktuellen Schuljahres auslaufenden Waltroper Phoenixschule unterzubringen. Angestrebt – so heißt es in dem Beschlussvorschlag weiter – werde zudem ein zusätzlicher Teilstandort mit dem Förderschwerpunkt Sprache in Oer-Erkenschwick, wo für die nächsten zwei Jahre noch die Friedrich-Fröbel-Schule verortet ist. So weit die Theorie. Aber wie lässt sich das praktisch überhaupt umsetzen?

Die Zeit für die Planung wird knapp


Diese Frage stellt sich auch MLKS-Leiter Wolfgang Scholl. „Wir sind der Stadt wirklich dankbar dafür, dass sie sich seit Jahren darum bemüht, unseren Standort zu erhalten. Allerdings warten wir auch schon seit zwei Jahren darauf, dass endlich etwas passiert. Wir brauchen eine Entscheidung, damit wir konkret Dinge umsetzen können. Momentan tappen wir noch ziemlich im Dunkeln“, so Scholl. Das größte Problem: Die Zeit ist mehr als knapp. Um ein ordentliches Konzept für eine Verbundschule zu entwickeln, benötige man eigentlich drei Jahre, so Scholl, der zukünftig drei Standorte leiten soll. Erhält er grünes Licht von Kommunen und Bezirksregierung, müsste er bis zum Sommer eine Lösung finden. Dass das keine einfache Aufgabe wird, weiß auch Konrektorin Susanne Aschenbach. „Alle Schulen haben unterschiedliche Konzepte und die Kollegen kennen sich bisher untereinander nicht. Da muss eine gemeinsame Organisation stattfinden“, erklärt sie.

Welchen Ansatz soll man wählen?

So gelte es unter anderem, aus drei Schulpflegschaften und Schulkonferenzen eine zu machen. Auch die Frage nach der Materialbeschaffung für die einzelnen Standorte müsste schnell geklärt werden. Genauso wie die Frage, ob man die Standorte weiterhin nach den bisherigen jeweiligen Förderschwerpunkten differenziert oder einen integrativen Ansatz mit mehreren Förderschwerpunkten pro Standort verfolgt. Das hieße jedoch nicht, dass die Castrop-Rauxeler Schüler ab Sommer weite Fahrtwege in Kauf nehmen müssten. „Die Martin-Luther-King-Schule bleibt hier bestehen. Wir werden die Kinder nicht woanders hinschicken. Da muss keiner Angst haben“, so Scholl.

Um die räumlichen Kapazitäten ist es allerdings auch an der Bahnhofstraße nicht gut bestellt. Die rund 100 Schüler aus Waltrop hätte man hier keinesfalls aufnehmen können – darum der zweite Standort an der Uferstraße. Und bei dem scheint es sich auch keinesfalls um eine Dauerlösung zu handeln. Wie Schuldezernentin Regina Kleff im Ausschuss erklärte, handle es sich lediglich um einen „temporären Umzug der Phoenixschule“ dorthin.

Moratorium verhinderte Auflösung der Nachbarschulen


Derzeit besuchen 133 Schüler die Martin-Luther-King-Schule an der Bahnhofstraße. Kommt es zu einem Verbund, würde die MLKS voraussichtlich insgesamt an allen drei Standorten zusammen gut 270 Schüler unterrichten.

Ursprünglich waren neben der Phoenixschule in Waltrop auch Auflösungsbescheide gegen die Mosaikschule in Datteln und die Friedrich-Fröbel-Schule in Oer-Erkenschwick gefasst worden. Im Zuge des Moratoriums der Landesregierung zum Erhalt der Förderschulen im Juni wurden diese jedoch wieder aufgehoben.

Auf die Hans-Christian-Andersen-Schule in Deininghausen haben die Planungen laut Verwaltung keinerlei Auswirkungen.

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