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Neues Leben auf dem Kulturplatz Leo

Zwölf Chöre singen auf Castrops Plätzen

Castrop Rauxel Der Kulturplatz Leo soll seinen schlechten Ruf verlieren und belebter werden. Das wollen auch die Innenstadthändler und Kirchengemeinden erreichen. Sie wollen das Nightshopping mit Gesang auf Castrops Plätzen verbinden. Auch der Kulturplatz Leo soll dabei eine Rolle spielen..

Zwölf Chöre singen auf Castrops Plätzen

Winfried Radinger (l.), Edith Delord und Michael Trockel bringen Gesangskultur auf den Kulturplatz Leo. stachelhaus Foto: Matthias Stachelhaus

Der Kulturplatz Leo war in letzter Zeit eher negativ besetzt. Lärmbelästigung und Müll, Saufgelage und sogar Drogenhandel sind dort insbesondere an Wochenendabenden ein Dorn im Auge von Anwohnern und Behörden. Gefordert wurden Maßnahmen, die von einer besseren Beleuchtung über Zäune und Poller bis hin zu stärkeren Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt reichen. Sogar eine Videoüberwachung war im Gespräch. Der vom Rat verabschiedete Maßnahmenkatalog ließ davon lediglich den Zaun zu und mehr Kontrollen durch den Ordnungsaußendienst. Etwas gebessert haben soll sich die Situation seither dennoch, aber auch am vergangenen Wochenende schickte ein Leser wieder Bilder von leeren Schnapsflaschen und Müll in die Redaktion.

Optimale Voraussetzungen auf dem Kulturplatz Leo

Neben den administrativen Maßnahmen gab es aber noch eine andere Idee, um den Leo von seinem schlechten Ruf zu befreien. Als Kulturplatz angelegt, könne man ihn schließlich auch als solchen nutzen. Das ist in der Vergangenheit nur sehr selten der Fall gewesen, soll sich jetzt aber ändern. Casconcept als Veranstalter der Nightshopping-Events plant in Kooperation mit Pfarrer Michael Trockel am Freitag, 7. September, die „1. Castroper Nacht der Chöre“. Von 18 Uhr bis 22 Uhr sollen dann zwölf kirchliche Chöre an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt auftreten. Einer der Plätze soll der Kulturplatz an der Leonhardstraße sein. „Die Bedingungen hier sind optimal. Die Elektroanschlüsse, etwa für das Licht, sind an der Bühne vorhanden“, sagt Edith Delord, Geschäftsführerin von Casconcept, am Freitag beim Pressegespräch vor Ort. „Die Akustik ist ebenfalls sehr gut“, ergänzt Winfried Radinger aus dem Vorstand von Casconcept.

Jüdischer Chor singt auf Simon-Cohen-Platz

„Die Idee stammt von Pfarrer Hans-Jürgen Knipp, nachdem beim Chorkonzert beim ökumenischen Kirchenfest im vergangenen Jahr nur vier Chöre auftreten konnten“, sagt Michael Trockel. Unterstützung für das Projekt erfahre man durch das Presbyterium der Paulus-Kirchengemeinde. Unterstützt werde die Idee aber von allen Konfessionen. Neben den Auftritten von katholischen und evangelischen Chören werde man auf dem Simon-Cohen-Platz ein besonderes Highlight bieten. Hier soll der Chor der jüdischen Kultusgemeinschaft Recklinghausen auftreten. „Das ist das erste Mal seit 1938, dass wir jüdisches Gemeindeleben in der Stadt haben werden“, sagt Trockel.

Weiterhin sei ein gemeinsames Singen aller Chöre mit mehreren hundert Sängern an der Treppe vor der Lambertuskirche geplant. Neben den bereits genannten Plätzen werden die Chöre auch am Reiterbrunnen und an der Lutherkirche auftreten. „Ein genauer Ablaufplan wird noch erarbeitet“, sagt Delord. Sollte Petrus den Chören mit Regenwetter einen Strich durch die Rechnung machen wollen, gibt es auch schon einen Plan B. „Dann werden die Konzerte in der Lutherkirche und in der Lambertuskirche stattfinden. Nur der jüdische Chor soll wegen der historischen Bedeutung des Simon-Cohen-Platzes als Standort der früheren Synagoge möglichst bei jedem Wetter draußen auftreten.

Die Einzelhändler der Innenstadt werden ihre Türen am 7. September wieder bis Mitternacht geöffnet haben. Und auch die Gastronomiebetriebe der Altstadt laden zum Treffen und Verweilen ein.

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