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China im Blickpunkt: Sprechen mit Händen und Füßen

WITTEN Sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Witten/Herdecke schloss Martin Krengel 2006 mit Auszeichnung ab. Den Master in Sozial- und Kulturpsychologie machte er danach in London. Um endlich den oft versprochenen Kulturschock zu erleben, ging er schließlich nach China. Bianca Belouanas sprach mit ihm.

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Im chinesischen Schilderwald fehlte Martin Krengel so manches Mal der Durchblick.

Martin Krengel ist Absolvent der Wirtschaftswissenschaften der Universität Witten/Herdecke.

Oh ja, es war ein Extrem-Experiment (lacht). Nach der ersten Woche habe ich die Chinesen schon so verflucht ... Es ist einfach alles anders dort: die Kultur, die Lebensweise, das System, die Werte. Ganz anders als alle westlichen Kulturen.

Genau, vier Monate in Asien, zwei davon in China. 1500 Euro für den Flug mussten reichen. Der Rest sollte sich so ergeben. Im August 2007 bin ich erstmal zu einer Konferenz der Harwardt-Universität nach Peking geflogen. Von dort ging es weiter nach Hongkong und dann habe ich mich zurück nach Peking durchgeschlagen. Wie ist es Ihnen ergangen?

Es ist schwer für Touristen. Man kommt sich vor, als lebe man hinter einer Glasmauer. Man kann nicht kommunizieren, weil praktisch niemand Englisch spricht. Viele haben es nie gelernt, manche trauen sich nicht oder man versteht ihr Englisch nicht. Die gesamte dortige Tourismusbranche ist auf den chinesischen Markt ausgerichtet. Buspläne und Straßenschilder gibt es nur auf Chinesisch.

Ich habe den Taxifahrern einen Flyer mit meinem Ziel unter die Nase gehalten oder auf das entsprechende Schriftzeichen im Reiseführer gezeigt. Meistens hat das funktioniert.

Ja, neben der Nahrungsaufnahme. Das Essen ist sehr gewöhnungsbedürftig und hat wenig mit dem zu tun, was man hierzulande in einem chinesischen Restaurant bekommt.

Genau. Das war mein Therapieversuch, um das Erlebte zu verarbeiten. Stephan habe ich zufällig kennen gelernt. Er ist der Ur-Bayer aus einem Kaff im Allgäu, der plötzlich in die 15-Millionen-Metropole Peking versetzt wird, um ein Jahr lang für ein deutsches Unternehmen zu arbeiten.

Auf jeden Fall ein Bildwörterbuch mitnehmen und einen Reiseführer, in dem ganze Phrasen in chinesicher Schrift stehen und jede Menge Humor und Frustrationstoleranz mitbringen.

Klar, sehr gerne! Wenn wir noch einreisen dürfen, nach unserem Buch.

Anfangs hatten wir die wirklich. Aber wir haben ja deutlich gemacht, dass das alles im Spaß gemeint ist. Und nach Olympia sieht man in China sicher viele Dinge entspannter.

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