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Ruhr-Gymnasium

DRK-Blutspendedienst auf Nachwuchs-Suche

INNENSTADT Der demografische Wandel macht auch dem Blutspendedienst des Roten Kreuzes zu schaffen. In Zukunft scheiden viele Spender aus Latergründen aus -während der Bedarf an Blut jährlich ansteigt. Das DRK ging daher am Freitag am Ruhr-Gymnasium auf Nachwuchs-Suche.

DRK-Blutspendedienst auf Nachwuchs-Suche

Dirk Plagemann (l.) zapft Schülerin Dunja von Zezschwitz 500 Milliliter Blut ab.

Dirk Plagemann versucht, die Atmosphäre zu lockern. „Warum spricht man eigentlich vom blauen Blut?“, fragt er Dunja von Zezschwitz. Die Schülerin des Ruhr-Gymnasium steht gerade vor ihrer ersten Blutspende. „Ich bin schon etwas nervös“, gibt die 18-Jährige zu.

Nach knapp zehn Minuten ist die Premiere geglückt, „in Zukunft will ich das öfter machen“, kündigt die künftige Abiturientin an. Dirk Plagemann kümmert sich mittlerweile schon um den nächsten Spender. Im Klassenraum nebenan betreibt Sabine Gräfe, Pressereferentin des Roten Kreuzes, bürokratische Aufklärung. Denn bevor die Ruhr-Gymnasiasten auf der Liege Platz nehmen dürfen, müssen sie formell einwilligen. 32 Fragen gilt es zu beantworten, „damit der Arzt einen ersten Eindruck über den Gesundheitszustand erhält“, erläutert Gräfe. Denn nicht jeder bereitwillige Spender ist geeignet. „Fünf bis zehn Prozent“, sagt die 46-Jährige, „müssen wir leider abweisen. Beispielsweise wenn jemand vor kurzem noch Antibiotika genommen oder ein neues Tattoo hat.“

Es folgt die „Spender-Selbstausschluss-Information“. „Darin sind verschiedene weitere Ausschluss-Kriterien aufgelistet. Rund ein Prozent kreuzt letztlich an, dass das Blut nicht verwendet werden soll“, so Gräfe. Zudem bestehe die Möglichkeit, mit einem Arzt ein vertrauliches Gespräch zu führen. „Das Hauptproblem“, stellt sie fest, „ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Aber vielleicht wird einigen dann spätestens hier bewusst, welche Risiken man dadurch eingeht.“Auch Lara Stracke (18) und Darinia Bongert (20) wollen sich 500 Milliliter Blut „abzapfen“ lassen – bei unterschiedlichen Gefühlsregungen. Während Stracke „schon ein bisschen nervös“ ist, bleibt Bongert cool: „Ich habe keine Angst, es ist doch nur ein kleiner Pieks.“ Einig sind sich die beiden Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13, dass sie nicht zum letzten Mal mit dabei sind. „Ich möchte das jetzt auf jeden Fall regelmäßig machen, schließlich kann man damit helfen“ sagt Stracke. Das freut Sabine Gräfe. Denn in den kommenden Jahren hat auch das Rote Kreuz mit dem demografischen Wandel zu kämpfen. Bis zu 30.000 Spender scheiden in den kommenden Jahren aus Altersgründen aus – rund 70.000 Spenden fehlen dann.

Dabei steigt der Bedarf um jährlich bis zu drei Prozent. „Im letzten Jahr hatten wir 1000 Neuspender weniger als in 2010“, merkt Gräfe an. „Daher bauen wir auf die gute Zusammenarbeit mit den Schulen. Nur so können wir die jüngere Generation aufklären.“    

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