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Das Plus für Arbeitslose

EHRENFELD In Kirgisien arbeitete Alexander Kutscher hauptsächlich als Berufssoldat. 2003 kam er nach Deutschland, heute ist er fest als Schmied in Halver angestellt. Für den 36-Jährigen, der bei seiner Ankunft kaum ein Wort Deutsch sprechen konnte, war das kein einfacher Weg.

Das Plus für Arbeitslose

Bei WERa hat Alexander Kutscher (vorn) vor einiger Zeit noch Fernseher demontiert. Heute ist er Schmied, was auch WERa-Betriebsleiter Friedrich-Wilhelm Wittke freut.

"Zuerst habe ich versucht, alleine etwas zu finden", sagt er. Geschafft hat er es mit dem integrativen Projekt "plus" an dem die ARGE, Start Zeitarbeit NRW und das Recycling-Unternehmen WERa beteiligt sind. Seit vier Jahren gibt es diese Maßnahmen bereits. Ziel ist es, Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen, was "in 50 Prozent der Fälle" auch gelingt, so Friedrich-Wilhelm Wittke, Betriebsleiter von WERa.

Vorurteile

Das Projekt folgt einem ganzheitlichen Konzept. Neben einer fachlichen Qualifizierung werden auch Probleme angegangen, die der Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses im Wege stehen können. "Das ist wichtig, weil wir erkennen, dass, auch Unternehmen, oft denken, die Arbeitslosen seien sowieso alle faul. Das ist aber nicht richtig", betont Torsten Withake, Geschäftsführer der ARGE.

Stattdessen gebe es Probleme wie Sucht, Schulden oder fehlende Deutschkenntnisse, die angepackt werden müssten. "Plus" läuft über zwölf Monate und bietet 20 Module, die vom Land finanziert werden, an. Wer welche Module belegt, koordiniert ein Job-Coach mit den Teilnehmern. Auch die basalen Arbeitstugenden, wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, würden gestärkt.

Nahtloser Übergang

Im Vorfeld des integrativen Projektes arbeiten die Teilnehmer bei WERa für drei Monate in einem Ein-Euro-Job. "In dieser Zeit können sie in den Arbeitsprozess reinschnuppern und wir können uns ein Bild von ihnen machen", sagt Wittke. Nach Abschluss des integrativen Projektes bietet Start Zeitarbeit NRW den Absolventen Arbeitsmöglichkeiten an.

Alexander Kutscher arbeitete fast ein Jahr dort, bevor er seine sozialversicherungspflichtige Stelle in Halver antrat. Als Schmied zu arbeiten sei für ihn sehr neu, "aber ich will alles für meine Familie machen", sagt er.

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