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Der Erfolg des Wollsocken-Liedermachers

WATTENSCHEID Die Hornbrille steht ihm immer noch: Deutschrock-Legende Heinz Rudolf Kunze spielte am Mittwoch im Wattenscheider Kunst- und Galeriehaus. 150 Gäste waren hin und weg vom Auftritt des Literaten, der mit Wolfgang Stute leidenschaftlich aufspielte.

Der Erfolg des Wollsocken-Liedermachers

<p>Leidenschaftlich: Heinz Rudolf Kunze und Wolfgang Stute. jpg</p>

"Das Bild erinnert mich an chinesische Heroenmalerei, aber es ist sehr vorteilhaft" - so kommentiert Heinz Rudolf Kunze zu Beginn seines Konzertes das neben der Bühne ausgestellte Portrait aus der Hand des Bochumer Künstlers Roland Kuck. Und das stimmt, denn Kunze ist äußerlich ein wenig in die Jahre gekommen. Von der Energie der Songs, die ihn in den 1980er Jahren bekannt machten, hat er jedoch nichts verloren.

Politische Songs

Kunze lässt sich auch von anfänglichen Tonproblemen nicht beirren und legt mit "Immer für dich da" los, bevor es politisch wird: "Den nächsten Song widme ich Osama Bin Laden und Wolfgang Schäuble." Zwischendurch schiebt er im Stile eines Pop-Literaten immer wieder kurze, satirische Texte ein. Der Besuch von "Hermann Eva" bei "Entkerner" gerät zur Farce, die "Castingshow-Fresse auf dem Autobahnschild" geht ihm gegen den Strich.

Ironie beweist der 50-Jährige, als er sich als "politisch-korrekter Wollsocken-Liedermacher" bezeichnet, bevor er die "Wahrheit vom letzten Hemd" verkündet. "Wem soll man denn noch glauben?" fragt Kunze konsterniert, während Wolfgang Stute aus seinem Hocker ein Percussion-Instrument macht und Töne produziert, die von einem kompletten Schlagzeug zu stammen scheinen. Kunze schneidet unwillkürlich Grimassen und greift schweißgebadet in die Saiten, er lebt für jeden Song. "Fetter alter Hippie" schallt es durch den kleinen Saal an der Lohrheide, und die Alt-68er im Publikum können darüber schmunzeln. Dann eine Warnung: "Vorsicht vor Leuten, die die Seele baumeln lassen. Es könnten Henker sein!".

Sprache als Spielzeug

Kunze, der es zum FH-Dozenten für Populärmusik gebracht hat, benutzt die Sprache als Spielzeug und kreiert ständig neue Begriffe und Wortspiele. Über den "Lost Highway" von Hank Williams geht es nach zweieinhalb Stunden in "Allerherrenländer". Dann wird Kunze wieder politisch und zaubert mit Wolfgang Stute minutenlange Soli hervor, die das Publikum stehend applaudieren lassen. Der Erfolg der ersten Großveranstaltung des Kunstkreises Wattenscheid wurde zusammen mit den Musikern und Gästen im Anschluss an das Konzert gefeiert.

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