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Siegel für Engagement

Der tägliche Kampf für Hygiene in Krankenhäusern

BOCHUM In Bochums Krankenhäusern tut sich einiges in Sachen Hygiene. Alle haben ein Qualitätssiegel für ihr Engagement gegen multiresistente Keime (MRSA) erhalten. Das Augusta-Krankenhaus verbietet das Händeschütteln. Probleme gibt es dennoch.

Der tägliche Kampf für Hygiene in Krankenhäusern

Zwei Jahre Arbeit haben sich gelohnt: Alle Bochumer Krankenhäuser haben ein Qualitätssiegel für Hygiene bekommen.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat angeregt, per Fragebogen zu klären, wie ernst Krankenhäuser das Thema Hygiene nehmen. Die Patientenbefragung ist freiwillig. Themen im Fragebogen sind etwa Desinfektion oder Handhygiene. Patienten könnten darauf achten, ob Mitarbeiter Schmuck oder künstliche Nägel tragen. In der Augusta-Krankenanstalt hat sich das Thema Handhygiene teilweise erledigt. Dort ist das Händeschütteln verboten. Trotzdem würden Augusta-Geschäftsführer Ulrich Froese die Ergebnisse einer Umfrage interessieren. Aber er übt Kritik. Der Bogen deckt nicht alles ab: „Auch die Aufbereitung der Instrumente ist für die Hygiene entscheidend – die kommen in diesem Fragebogen nicht vor.“

Das Katholische Klinikum konnte zum Thema Fragebogen für Patienten noch nichts sagen, wohl aber zum Händeschütteln. „Ein generelles Verbot, sich die Hände zu geben, wollen wir nicht aussprechen. Viele Patienten empfinden den Händedruck als Ausdruck der Wertschätzung und Zuwendung“, steht in einer Mitteilung. Eine Patientin, die sechs Wochen im St.-Josefs-Hospital an der Klinikstraße lag (Name der Redaktion bekannt), trieben andere Probleme um. Sie litt an einer offenen Wunde, an der sie in ihrem Krankenhausbett behandelt wurde. Trotzdem: „Die Bettwäsche wurde nur alle zwei Wochen gewechselt“, sagt sie. „Betten werden bei uns bei Verschmutzung, vor Operationen und auf Wunsch der Patienten bezogen“, sagt Jürgen Frech, Sprecher des Klinikums, auf Anfrage.

Generell sei die Reinigung des Zimmers schnell und oberflächlich gewesen, sagt die 70-Jährige nach ihrem Krankenhausaufenthalt – denn das Personal habe kaum Zeit gehabt. Für eine Beschwerde ist es aber nicht zu spät. Frech: „Wir haben ein ausgebautes Beschwerdemanagement. Patienten können sich gerne während und nach dem Krankenhausaufenthalt an die Mitarbeiter wenden.“ Trotz einzelner Fälle: Die Hygiene scheint immer wichtiger genommen zu werden. Zwei Jahre haben alle Bochumer Krankenhäuser sich erfolgreich für den Erhalt des Qualitätssiegels eingesetzt.

Nicht nur die verliehenen Urkunden, auch Zahlen sprechen für den Erfolg. Dr. Ralf Winter, Leiter des Gesundheitsamt, erklärt, dass die Zahl der in Krankenhäusern erworbenen MRSA-Fälle pro 1000 Patiententage vor zwei Jahren zwischen 0,7 und 4,7 lag. Der Wert hat sich auf 0,2 bis 1,2 verbessert. „Bochumer Krankenhäuser sind gut und sicher“, sagt Winter. Die Krankenhäuser kämpfen gegen ein Problem, das eigentlich woanders gelagert ist, wie Dr. Peter Altmeyer, Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, erklärt.

„Ein Problem ist etwa die Schweinezucht.“ Dort würden Antibiotika „ohne Ende“ gegeben. „Dort entwickeln sich Resistenzen, die in die Krankenhäuser reingetragen werden.“ Auch Besucher würden Keime in die Häuser bringen, das Problem sei vielschichtig. Trotzdem kämpfen Bochums Krankenhäuser weiter gegen Keime. „Wir streben nun das nächste Siegel an“, sagt Winter.

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