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Die Kopie als Original

BOCHUM Ein Kunstwerk - ein Original. Für Alfredo Álvarez Plágaro gilt das. Und auch wieder nicht.

Die Kopie als Original

<p>Wasserwaage statt Pinsel: Die Hängung der Bilder in der Galerie m ist für Alfredo Álvarez Plágaro Millimeterarbeit. Grosler</p>

Der spanische Künstler schafft "Identical Paintings" - malt immer mehrere im Motiv und in der Bildgestaltung identische Bilder. Die Galerie m, die Plágaro seit den 90er Jahren begleitet, zeigt jetzt neue Arbeiten. Für Galeristin Susanne Breidenbach eine ganz besondere Herausforderung.

So stimmig und einfach die Präsentation der gezeigten Arbeiten ist, so kompliziert war ihre Hängung. Das liegt in der Natur der Werke. Der 47-jährige Spanier malt manchmal vier, manchmal sechs, diesmal sogar 50 Werkteile, die auf den ersten Blick absolut identisch sind. Nichts wird technisch reproduziert.

Hängung

Wie die manchmal quadratischen, manchmal lang und schmalen Bilder angeordnet sind, gibt der Künstler nicht vor. Wie wirken die vier Quadrate in einer Reihe gehängt, wenn die helle Farbfläche nach oben zeigt. Oder ist die Wirkung größer, wenn es um 180 Grad gedreht wird. Oder sollten sie besser übereinander hängen - schwierige Fragen, die beim Aufbau der Ausstellung immer wieder geprüft wurden.

Bestes Beispiel ist die 50-teilige Arbeit, die Alfredo Álvarez Plágaro eigens für die Galerie m geschaffen hat. Sie hängt vertikal über Eck, irritiert den Besucher. Beim Vorbeischreiten entsteht ein seltsames Flirren. Ständig ändert sich der Anblick. Schließlich ist manchmal nur die bemalte Fläche sichtbar, werden dann wieder die weiße Wand oder unbemalte Seitenflächen Bestandteil der Arbeit.

Einen Blick in den Computer von Susanne Breidenbach zeigt die gleichen 50 Teile - und doch eine ganz anderes Werk. Anfangs hatte die Galeristin die Teile in drei Reihen horizontal an die Wand gehängt - die Farben flossen nicht mehr ineinander über, sondern wurden blockweise sichtbar. Es entstand ein viel statischerer Eindruck. Da fiel das Umhängen leicht.

Gegensätze

Einmaligkeit und Wiederholung, Identität und Differenz - diese Gegensätze werden in Plágaros Malerei thematisiert. Das macht es für den Betrachter spannend, von weitem und aus der Nähe den Pinselstrichen des Spaniers nachzugehen, feine, spezifische Differenzen zu entdecken. Klar wird: Plágaro will kein bestimmtes Motiv darstellen. Er thematisiert das Malen selbst.

 

Galerie m, Haus Weitmar, Schlossstraße 1a, Tel. (0234) 43 997, mi+fr 14-18 Uhr, sa 12-18 Uhr www.m-bochum.de

 

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