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Amüsante Post für Seniorin

94-Jährige soll über Haushalt Auskunft geben

Dorsten Die 94-jährige Anneliese Bremges erhielt jetzt eine Anfrage zu ihrem Konsum und ihrer Haushaltsführung. Dabei hat die Bewohnerin eines Seniorenheims weder einen eigenen Haushalt noch führt sie ein Buch darüber.

94-Jährige  soll über Haushalt Auskunft geben

So sieht das Titelbild des Fragebogens aus. Foto: privat

Anneliese Bremges fühlt sich im Seniorenheim St. Elisabeth wohl betreut. Mit dem Laufen klappt’s zwar nicht mehr so richtig und das ein oder andere altersbedingte Zipperlein zwickt an Kopf und Rücken – aber diese Beeinträchtigungen erträgt die 94-Jährige mit Würde und Gelassenheit.

So reagierte die heitere Seniorin auch amüsiert auf die Post, die ihr – sowie auch anderen Bewohnern des Seniorenheimes – jetzt ins Zimmer flatterte: „Wo bleibt mein Geld?“ lautet die Befragung, die der Geschäftsbereich Statistik der Information und Technik NRW mit Sitz in Düsseldorf im Auftrag der Statistischen Ämter durchführt.

In dem Brief wird Anneliese Bremges gebeten, als Freiwillige an der „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“, kurz EVS, mitzumachen, die die statistischen Ämter des Bundes und der Länder alle fünf Jahre durchführen. 2018 ist es wieder soweit.

Drei Monate Buch führen

Dazu müssen Fragen zu den Haushaltsmitgliedern, zu Gebrauchsgütern sowie Geld- und Sachvermögen beantwortet werden. „Sie müssen drei Monate lang ein Haushaltsbuch führen, in dem die Einnahmen und Ausgaben aller Haushaltsmitglieder eingetragen werden sollen“, las Anneliese Bremges, die schon lange keinen eigenen Haushalt, geschweige denn ein Buch darüber führt. Deswegen wird sie auch auf den versprochenen Lohn für ihre Mühe verzichten müssen: 90 Euro Teilnahmeprämie.

Ein Irrläufer, ein Gag oder Absicht? Leo Krüll, Sprecher des Statistischen Landesamtes, antwortete auf unsere Anfrage: „Wir arbeiten mit den Einwohnermeldeämtern zusammen, die uns ein komplettes Kontingent an Adressmaterial zur Verfügung stellen, das nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wird. Sozusagen ein Schuss ins Blaue.“

15.000 Haushalte

Und der fliegt hin und wieder an der Zielgruppe vorbei. Aber was soll das? „Wir benötigen 15.000 Haushalte, die freiwillig mitmachen. Dabei geht’s uns um eine repräsentative Grundgesamtheit. Und die Leute, die sich nicht angesprochen fühlen, melden sich auch nicht zurück.“

So machen’s auch Anneliese Bremges und ihre Mitbewohner im Seniorenheim. Doch ist es durchaus möglich, dass ihnen in fünf Jahren wieder ein Brief zur EVS ins Zimmer flattert.

Mit der alle fünf Jahre durchgeführten „Einkommens- und Verbrauchsstichprobe“ werden Informationen über die Ausstattung der privaten Haushalte mit Gebrauchsgütern sowie deren Konsumausgaben gewonnen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Sozial-, Steuer- und Familienpolitik sowie für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung, heißt es vom Landesamt.

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